Nähblogs - Unterstützung und Inspiration für Nähbegeisterte © jossdim / Fotolia Familie

Ja, es gibt sie noch da draußen – die Kreativen und Selbermacher, die keine Mühe und keine Zeitinvestition scheuen, sich ein Herz und eine Nähmaschine fassen und aus ein bisschen Stoff und viel Leidenschaft einzigartige (Kleidungs-)Stücke für sich und für andere abnähen, zusammennähen und vernähen. Immer mehr der überwiegend weiblichen Nähbegeisterten nehmen den in die Nähmaschinennadel eingefädelten Faden an der Computertastatur wieder auf, um im eigenen Nähblog aus dem Nähkästchen zu plaudern. Und immer mehr schöpferische, fantasievolle Frauen kommen über das Lesen eines Nähblogs zum Selber nähen und zum Selber darüber schreiben.

Was ist der Grund für das DIY-Nähen? Was bedeutet das Weiterverarbeiten der selbst genähten Tasche, des selbst geschneiderten Umstandskleids, des Quilts oder des Baby-Stramplers in einem Blog? Und wie und in welchen Phasen können Nähblogs lesende Näherinnen von dem im Online-Nähtagebuch vernähten Wissen profitieren? Fragen über Fragen, denen wir in diesem Beitrag Stich für Stich nachgehen möchten.

Selber nähen – Ausdruck von Kreativität, Individualität und Wertschätzung

Wer selber näht, ist fasziniert von Mustern, Farben und Formen, davon, dass jeder Stoff anders aussieht, sich anders anfühlt und anders fällt und davon, aus eigener Kraft etwas zu erschaffen. Aus dem Material, dem Druck und den Kolorierungen, die die Näherin mit Liebe und Sorgfalt auswählt, wird in Kombination mit einem bestimmten Schnitt immer ein Kleidungs- oder anderes originelles Lieblingsstück, das es so kein zweites Mal gibt. Das eröffnet förmlich grenzenlose Möglichkeiten, die eigene Kreativität auszuleben und die eigene Persönlichkeit über das Genähte auszudrücken.

Selbstgenähtes zeigt Persönlichkeit

Lang vorbei sind die Zeiten, in denen sich die Dame und der Herr die Kleidung von gelernten Näherinnen und Nähern auf den Leib schneidern ließen. Heute werden die meisten Kleidungsstücke in tausendfacher Ausfertigung produziert. In den Einkaufsstraßen jeder größeren Stadt im In- und Ausland finden sich die gleichen Bekleidungsketten mit dem gleichen Sortiment. Wer in solch einen Laden hineingeht, kann nur als einer von vielen gleichgekleideten und damit gleich aussehenden Verbrauchern herauskommen.

Viele Menschen versuchen den Mangel an Möglichkeiten, sich optisch von anderen abzuheben und sich individuell über die Kleidung auszudrücken durch das Tragen von Tattoos zu kompensieren. Das Tattoo wird in diesem Fall zur Bekleidung der Haut. Zu einer Bekleidung jedoch, die nicht nach Lust, Laune und gewandeltem Geschmack gewechselt werden kann. Selbernäherinnen nutzen für das Herausstechen aus der Masse Nadeln, die nicht in die Haut, sondern durch Stoff getrieben werden.

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Nähblogs zeigen Nadelkunst © moritz320 / pixabay.com

Selbstgenähtes steht für Nachhaltigkeit

Um eine Windeltasche, ein Raffrollo oder ein T-Shirt selber zu nähen, heißt es, sich auf einen langen, mühsamen und zeitintensiven Weg begeben, der von Rückschlägen, aber auch von Triumphen gesäumt wird. Zu wissen, wie viele Nähkilometer zu gehen beziehungsweise mit dem Schiffchen dahinzugleiten sind, um am Ende ein schönes Ergebnis zu erhalten, macht demütig und lehrt, den Wert genähter Dinge zu schätzen.

Für Selbernäherinnen ist es ganz offensichtlich: Bei einem Damen-Langarmshirt, einem Herrenhemd oder einem Kinderkleid, das 4,99 € kostet, kann die Näherin nicht angemessen entlohnt und/oder kann kein qualitativ hochwertiges, ausschließlich schadstofffreies Material verwendet worden sein. Selber nähen ist daher auch ein Nein vieler Frauen zu den (unter menschenunwürdigen Bedingungen entstehenden) Billigproduktionen der Bekleidungsindustrie und zu Wegwerfartikeln, für die kostbare Rohstoffe verbraucht wurden. Und der Nähblog über das Selber nähen ist daher auch ein Anregen anderer zum Nachdenken. Nähblogs sind aber noch weitaus mehr…

Nähbloggen bedeutet teilen und anderen Nähbegeisterten helfen

Nur die wenigsten Bloggerinnen, die nähen und über das Genähte für Näherinnen und andere Nähblogger schreiben, haben das Nähen und Schneidern gelernt. Oft handelt es sich um Mamis, die erst für ihre Kinder genäht haben und sich im Laufe der Zeit auch selber mit Eigenkreationen beglückten. Und auch Bloggerinnen haben sich in ihren Nähanfängen mitunter selbst bei Nähblogs Hilfe gesucht. Entweder haben sie die ersten Geh- und Nähversuche dann tagebuchartig im Blog begleitet oder erst als gereiftere Näherin andere an ihren Erfahrungen teilhaben lassen.

Denn: Nähbegeisterte und Nähblogger wissen um die Bedeutung der Unterstützung, die Gleichgesinnte gewähren. Daher bloggen sie nicht nur, um den Verlauf ihrer Entwicklung zu dokumentieren und Ergebnisse präsentieren zu können, auf die sie stolz sind. Sie möchten ihr Wissen teilen und dadurch anderen helfen. Aus diesem Grund werden in vielen Nähblogs bereitwillig wertvolle Tipps angeboten. Diese gibt es oft kostenlos in Form von

  • Tutorials,
  • Online-Schnittmustern,
  • Nähanleitungen,
  • oder Freebooks.

Es gibt sogar Nähblogger, die Tipps zum Nähbloggen, zum Fotografieren und Blogtexte schreiben geben – so auch Sonja von „The Crafting Café“ in ihrer tollen „Näh-Blogger Basics“-Reihe, in der es zum Beispiel um Dinge wie „Zielgruppe und Content“ geht.

Nähbloggerinnen sind untereinander ebenso hilfsbereit und großzügig wie gegenüber ihren Leserinnen. Sie sind keine Konkurrentinnen, sondern gut vernetzte Kolleginnen, die sich über das gegenseitige Kommentieren, auf Events und Messen, auf Bloggertreffen und über gemeinsame Projekte wie Probenähen und Sew-Alongs (Aktionen, bei denen Nähbegeisterte einer bestimmten im Blog vorgestellten Nähanleitung folgen und anschließend ihre individuellen Ergebnisse zum gleichen Thema präsentieren) kennenlernen. Und von diesen Kooperationen profitieren wiederum die Nähblog-Leser.

>>>>Lesetipp: Elternblogs – Mütter und Väter schreiben über ihren Alltag mit Kindern

Nähblogs – Für Näherinnen in jeder Phase des DIY

Manchmal haben selbst erfahrene Nähmaschinen-Heldinnen Schwierigkeiten mit dem Verständnis einer Nähanleitung oder mit einem bestimmten Material, in das sie keinen Stich setzen wollen, ohne vorher Tipps zum Falten und Zuschneiden bekommen zu haben. Und nicht jede Näherin hat ebenso talentierte Nadelschwingerinnen im unmittelbaren Umfeld. In einer solchen Situationen kann eine Nähbloggerin helfen, die ihre Einsichten beim Nähen nach einer vergleichbaren Anleitung oder beim Verarbeiten des problematischen Stoffs online zur Verfügung gestellt hat. Selbst das Erlernen des Nähens über bebilderte Schritt für Schritt-Erklärungen in Nähblogs soll schon vorgekommen sein.

Nähblogs für Anfänger – Nähen lernen mit Online-Unterstützung

Wer zum ersten Mal zu Nähmaschine, Stoff und Garn greift, braucht zunächst einfache Nähprojekte, die sich ohne allzu große Probleme realisieren lassen. Am wichtigsten ist ganz am Anfang nämlich eins: das Erfolgserlebnis! Viele Nähblogger haben daher DIY-Erläuterungen zum Nähen einer Handytasche oder zu anderen kleineren Projekten wie Utensilos, Schlüsselbändern, Loop-Schals, „Tatütas“ (Taschentüchertaschen) oder Dinkel- und Kirschkernkissen auf den schönen bunten Seiten ihres Online-Nähtagebuchs. In den meisten Nähblogs sind neben den Einsteiger-Projekten viele andere Ideen zum Selber nähen zu finden. Schließlich näht die Bloggerin ja nicht nur für den Blog, sondern vor allem für sich und und hat selbst Spaß an neuen Herausforderungen. Es gibt aber auch Bloggerinnen, die sich auf das Selber nähen für Anfänger spezialisiert haben.

Nähblogs als Motivationsspritze für Fortgeschrittene

Irgendwann packt die Hobbynäherin, der das Nähen von Federmäppchen und Wendetaschen inzwischen gut von der Hand geht, das Bewusstsein, bereits aus dem Anfängerstatus herausgetreten zu sein und ehrgeizigere Projekte angehen zu können. Auch zu dieser Gelegenheit braucht es oft Anregungen von Gleichgesinnten. Bei der Vielfalt der Nähblogs gibt es garantiert einen, der die passenden Ermutigungen für Nähbegeisterte bereithält, die sich, nachdem sie viele Nähideen für Anfänger selbst genäht haben, schließlich an die Arbeit mit einem Schnittmuster und an das erste selbstgenähte Kleidungsstück herantrauen wollen. Begriffe wie Stoffbruch, Naht- und Saumzugabe, rechte und linke Stoffseite und so weiter müssen ja auch erst einmal verinnerlicht sein.

Nähblogs bieten auch Anregungen für Nähmaschinenflüsterer

Es gibt so viele kreative Dinge, die an einer Nähmaschine entstehen können. Jede Näherin hat ganz eigene Ideen und individuelle Wege der Umsetzung. So gibt es in Blogs immer Anregungen, die auch langjährige Nadelschwingerinnen nachnähen oder von denen sie sich inspirieren lassen können, um ihren eigenen Nähweg dazu zu finden. Schließlich wollen sich auch Expertinnen am Faden nicht auf dem Nadelkissen ausruhen.

Die schönsten Nähblogs

Mehr als 160.000 Ergebnisse finden sich bei der Eingabe von „Nähblog“ in die Suchmaschine. Natürlich handelt es sich bei den gefundenen Seiten nicht ausschließlich um die reinen Blogs. Die hohe Trefferzahl zeigt aber, dass sich viele Webinhalte um die Online-Nähtagebücher ranken. Für alle diejenigen, die sich nicht erst durch die vielen Suchergebnisseiten klicken wollen, um Nähblogs voller kreativer Ideen und Nadelweisheiten zu finden, wollen wir die schönsten Blogs zusammentragen. Da ist mit Sicherheit für jede Selbernäherin oder interessierte Leserin etwas dabei. Stöbern und inspirieren lassen lohnt sich!

>>>Lesetipp:  Elternblogs – Mütter und Väter schreiben über ihren Alltag mit Kindern

Wir empfehlen diese Blogs mit Nähtipps:

Spezialisten und Allrounder unter den Nähbloggern

Neben Nähblogs für Anfänger gibt es auch andere Blogs, deren Textnäherinnen sich auf ein bestimmtes Thema konzentrieren. So existieren eigene Blogs für:

  • Umstandsmode
  • Kleidung in großen Größen
  • Retro-Mode
  • Babyschühchen
  • Taschen
  • und vieles mehr

Die überwiegende Zahl der Blogs bietet jedoch eine bunte Vielfalt der unterschiedlichsten Sachen im nahtlosen Übergang. Zudem gibt es eine Reihe von Onlinetagebüchern, die es nicht bei Tipps zum DIY-Nähen bewenden lassen. Die jeweiligen Schreiberinnen teilen auch Anregungen und Gedanken zur Familie, zum Kochen, zum Stricken, zum Basteln und zu anderen kreativen Dingen. Auch das ist jeweils Ausdruck der Persönlichkeit der Bloggerin.

Schnittmuster, E-Books und Online-Kurse vom Nähblog-Profi


Einige Nähbloggerinnen haben aus der Liebe zum Selbernähen einen (Neben-)Beruf gemacht. Sie entwerfen eigene Schnittmuster und bieten diese einzeln oder mit allerlei nützlichen Infos und Tipps in E-Books zum Kauf an. Auch die an der Nähmaschine entstandenen Kunstwerke dieser Näherinnen und Schreiberinnen kann der begeisterte Leser erwerben. Seltener lassen sich auch ganze Online-Kurse finden. Damit können Nähanfängerinnen genau das nachmachen, was die Kursleiterin (vielleicht) vorgemacht hat – im Netz nähen lernen. Da es selbst auf kommerzielleren Blogs viele Anleitungen und jede Menge Hilfe for free gibt, ist der Kauf eines Schnittmusters oder eines E-Books bei einer Nähbloggerin statt bei einem anonymen Verlag immer auch eine Form des Zurückzahlens. Wer Wissen und Selbstgemachtes bei Gleichgesinnten erstehen möchte, findet bei uns eine Auswahl an Nähblog-Shops.

Wir empfehlen diese Nähblog-Shops:

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