Felsmalerei im Kakadu Nationalpark Australien © H. Bieser / pixabay.com Reise & Kultur

Vor etwa 40 000 Jahren begannen Menschen aus Südostasien die Inselwelt rund um Ozeanien im Pazifik zu besiedeln. Warum wollten sie diese neuen Siedlungsgebiete erschließen? Waren Neugier, Not oder veränderte klimatische Bedingungen mögliche Motive? Es lässt sich oft nicht sicher nachvollziehen, aus welchen Gründen Menschen sich an neuen Orten niederließen. Erklärungen von Siedlungsströmen beruhen oft auf Annahmen wie: Zufall, dem Beobachten und Folgen von Zugvögeln oder auch veränderte Umweltbedingungen wie sinkende Meeresspiegel, die manche Wanderungsbewegungen erst ermöglichten. Während also die bisherigen Erkenntnisse zu den Gründen der Besiedlungsströme über mehr oder weniger plausible Annahmen nicht hinauskommen, sind die Spuren dieses Teils der Menschheitsgeschichte in Ozeanien und dem Gebiet des Südpazifiks eindeutig überliefert und auch für „moderne“ Touristen zu finden. Es existieren noch zahlreiche dieser kulturellen (und natürlichen) Schätze. Viele davon sind durch Nationalparks und gesonderte Zonen geschützt und wurden überdies für Touristen zugänglich gemacht. Auf diese Weise können Besucher aus anderen Ländern mit den indigenen Einwohnern Kontakt aufnehmen und deren Kultur hautnah erleben.

Auf den Spuren der Ureinwohner Australiens

Vor etwa 40 000 Jahren besiedelten die Einwanderer den Erdteil rund um Australien, Neu-Guinea und Tasmanien. Historiker und Archäologen nehmen an, dass der Meeresspiegel deutlich niedriger als heute war und sich die Vorfahren der Aborigines aus dem indonesischen Archipel in Richtung Australien bewegten.

Von den Aborigines gibt es mehrere hundert Stämme, und es existieren keine gesellschaftlichen Hierarchien. Sie leben ferner als Nomaden. Die Stämme bestehen aus 25 bis 50 Menschen, die ihre jahrtausendealten Stammesgebiete durchstreifen. Bis heute sind viele von ihnen Jäger, Sammler und Fischer. Sie alle haben eine spirituelle Verbindung zur Natur und leben nach der Vorstellung, dass nicht ihnen das Land gehört, sondern sie dem Land. Insofern besitzen sie auch kein Privateigentum.

Kulturelle Stätte: der Uluru – Ayers Rock

Eine bedeutende kulturelle Stätte der Aborigines ist der Uluru. Bei „Nicht-Aborigines“ wird der Uluru Ayers Rock genannt. Dieser graue Sandsteinfelsen ist mit Eisenoxid überzogen und hat daher seine rote Oberfläche. Ein Rundgang um den Uluru ist 9,4 Kilometer lang und für das bei den Touristen beliebte Erklimmen des Ayers Rock müssen 346 Meter Anstieg bewältigt werden. Ab Oktober 2019 darf der heilige Berg allerdings nicht mehr von Touristen bestiegen werden. Verständlich, denn der Ayers Rock wird von den Ureinwohnern Australiens heute noch für spirituelle Rituale genutzt.

Der Uluru in Australien © Walkerssk / pixabay.com

Der Uluru in Australien © Walkerssk / pixabay.com

Nach der Mythologie der Aborigines verwandeln die Körper der Verstorbenen sich in Höhlen, Seen, Felsen und Hügel. Die Legende, die sich um den Uluru rankt, geht zurück auf zwei Stämme der Aborigines: den Malas und den Kunias. In den Geschichten der Aborigines lebten die Malas auf der Sonnenseite und die Kunias auf der Schattenseite des Ulurus. Eines Tages kam es zum erbitterten Streit und zu tödlichen Kämpfen zwischen den beiden Völkern. Daraufhin bebte die Erde und formte den massiven Uluru. Der Legende nach versteinerten die Geister der Malas und Kunias. In den Geschichten der Ureinwohner Australiens sollen sie bis heute den heiligen Uluru bewachen.

Kakadu National Park: Felsmalereien als Symbole der Verbundenheit

Eine weitere kulturelle Stätte in Australien ist der Kakadu National Park. Das Gebiet ist das Zuhause der Aborigines. Der Nationalpark verfügt über eine der größten Sammlungen von Felsmalereien der Welt. Sie symbolisieren die starke Verbundenheit der Ureinwohner mit diesem spezifischen Ort in Australien. Wichtige Fundstellen der Felsmalereien sind in Ubirr, Nourlangie und Nanguluwur zu bewundern.

Felsmalerei im Kakadu National Park © E. Jakob / pixabay.com

Bei den Darstellungen handelt es sich um religiöse Motive, Jagdszenen, Heldengeschichten und Lehren sowie Magie und Zauberei. Die Zeichnungen in Ubirr sind vor etwa 1 500 Jahren entstanden. Rund 5 000 von ihnen sind dort heute noch zu bestaunen. Der Park gilt als einzigartiges Kulturerbe, er vereint unterschiedliche Traditionen der Aborigines. Bis heute wird der Kakadu National Park von Ureinwohnern verwaltet, um sicherzugehen, dass die kulturellen Schätze mit Respekt bewahrt werden.

Auf den Spuren der Ureinwohner Neuseelands

Historiker gehen davon aus, dass die Ureinwohner Neuseelands, die Maori, sich aus Ost-Polynesien auf den Weg nach Ozeanien begaben und zunächst auf der Nordinsel des heutigen Neuseelands siedelten. Maori-Stämme erreichten das Gebiet erstmals im achten Jahrhundert, weitere Immigrationswellen folgten bis etwa 1 300 n. Chr. Zahlreiche Maori-Stämme traten ihre Reise auf der Suche nach neuem Land in Kanus an: Sie folgten den Sternen und ließen sich von den subtropischen Winden leiten.

Besonders auffällig sind bis heute die traditionellen Tattoos der Maori. Diese „Ta moko“ zieren häufig das Gesicht und den Kopf, da diese Stellen als die heiligsten des ganzen Körpers gelten. Die Tattoos zeigen unter anderem die Familien- und Stammeszugehörigkeit an. Die Ureinwohner Neuseelands leben in familiären Gemeinschaften zusammen und geben heilige Rituale, jahrhundertealte Traditionen und ihr kulturelles Wissen von Generation zu Generation weiter. Heute lässt sich der Kult der Maori unter anderem im Tamaki Māori Village hautnah erfahren.

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Das Tamaki Māori Village am Binnensee Lake Rotorua

Die natürlichen heißen Quellen im Tamaki Maori Village werden von den Maori-Ureinwohnern zum Kochen, Baden und Heizen genutzt. Im Dorf können Besucher traditionelles Essen wie das Hangi-Mahl aus dem Erdboden verköstigen, Bräuche kennenlernen, rituelle Zeremonien erleben und Geschichten erzählt bekommen, wie jene von Hinemoa und Tutanekai. Hinemoa war die Tochter eines Stammesführers und verliebte sich in den sozial niedriger gestellten Tutanekai. Jener lebte auf der Insel Mokoia im Lake Roturua und sang traurige Lieder über die verbotene und auf Gegenseitigkeit beruhende Liebe. Eines nachts schwamm Hinemoa durch den See zu Tutanekai und wärmte sich in den heißen Quellen wieder auf. Sie wurde von seinem Diener entdeckt, der ihr Wasser brachte, aber sie zerstörte wiederholt den Wasserkrug. So lange, bis Tutanekai zornig nachsah und endlich auf Hinemoa traf. Daraufhin wurde er von Hinemoas Stamm als Ehemann endgültig akzeptiert.

Der Binnensee Rotorua © Nydegger / pixabay.com

Diese Kulturreise ins Tamaki Māori Village gleicht überdies einer Zeitreise: Seit 150 Jahren schon empfangen die Einwohner Touristen aus aller Welt. Sie öffnen Dörfer und Häuser in der Region Rotorua den Besuchern, und gewähren Einblicke in traditionelle Handwerkskünste wie Weben und Schnitzen. Das Leben der Ureinwohner und die überlieferten Ausdrucksformen wie Tänze und Gesänge lassen sich wunderbar erleben. Übernachten können die Gäste des Dorfes in den traditionell verzierten Gemeindehäusern, den Marae. Für die Ureinwohner sind diese Gebäude das Zentrum vieler Ereignisse: Feierlichkeiten, Schulungen und Begräbnisse. Das Tamaki Māori Village ist einzigartig – dort wird Kultur gelebt und kein einstudiertes Theater für Touristen gespielt.

Tongariro National Park: Berge als Ruhesstätten der Vorfahren

Wer die maorische Kultur noch näher mit der Natur verknüpft erleben möchte, sollte den Tongariro National Park besuchen. Im Jahr 1993 wurde der Park als erster Ort aufgrund der spirituellen und kulturellen Werte der Maori sowie der Landschaft auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Der heilige Berg Ruapehu © ArvidO / pixabay.com

Im Bergland des ältesten Nationalparks Neuseelands lassen sich mehrere Kultstätten der Maori entdecken. Bis heute lebt dort der Tuwharetoa Stamm, der die drei Vulkane Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu als heilig verehrt. In der maorischen Kultur heißt es überdies, dass die Vorfahren der Maori in diesen Vulkanen ruhen, weswegen sie diese als Quelle der Macht ansehen. Die Berge symbolisieren überdies die spirituelle Verbindung der Gemeinschaft mit der Umgebung und haben eine kulturelle und religiöse Bedeutung für die Maoris.

Auf den Spuren der Ureinwohner Polynesiens

Zu Polynesien gehören viele Inseln und Inselgruppen. Zahlreiche Historiker und Forscher sind weiterhin der Auffassung, dass es keine einheitliche polynesische Kultur gibt. Für dieses Gebiet des Erdteils existieren viele Besiedlungstheorien. Jüngste Forschungen konnten aufgrund von Untersuchungen des Erbguts der Ureinwohner die Theorie stützen, dass die Besiedlung Polynesiens von Tawain aus über die Philippinen und davor wiederum von Samoa, Tonga und zuweilen auch von Fidschi ausging.

Aufgrund der jahrhundertelangen europäischen Einflussnahme auf die indigenen Völker sind heute viele Zeugnisse der polynesischen Kultur zerstört worden. Was die indigenen Gesellschaften der Pazifikregion bis heute prägt und eint, ist die starke Spiritualität. Sie findet beispielsweise in Ritualen, Bräuchen und besonders in Geschichten ihren Ausdruck – die Kultur der Pazifikregion kennt keine Schriften. Dadurch ist das Erzählen umso bedeutungsvoller.

Marae Taputapuatea: die gepflasterte Kultstätte in Polynesien

Der Marae Taputapuatea ist wie alle Maraes ein heiliger Ort, der eine enorme zeremonielle und soziale Bedeutung für die Ureinwohner in ganz Polynesien besitzt. Der Marae Taputapuatea auf der Südseeinsel Raiatea ist eine Versammlungsstätte, die aus einer gepflasterten Plattform besteht, in deren Mitte sich ein Stein erhebt. Der Marae Taputapuātea ist mit 44 mal 60 Metern sehr groß und wurde im 14. bis 19. Jahrhundert genutzt, um unter anderem Zusammenkünfte abzuhalten, Häupter zu krönen und Gäste zu begrüßen.

Marae Taputapuātea, Ozeanien, Südpazifik

Der Marae Taputapuātea auf der Südseeinsel Raiatea © obnaw / AdobeStock

Die Welterbestätte Taputapuātea liegt im polynesischen Dreieck und umfasst somit ein großflächiges Gebiet im Pazifik. Dieser Ort verfügt noch über ein 1 000 Jahre altes Zeugnis der Māohi-Zivilisation, also der Ureinwohner Polynesiens, und ist ein kultureller Schatz von unermesslichem Wert. Der Marae Taputapuatea ist der Gottheit Oro gewidmet und versinnbildlicht überdies die Herkunft der Polynesier. Der Tempelkomplex drückt deren Spiritualität aus und verbindet sie mit ihren Vorfahren. Laut Mythologie der Māohi setzte der Meeresgott Tangaroa seinen rechten Fuß in die Welt, nachdem er sie erschaffen hatte. Diese Spuren der Mythologie der Ureinwohner sind heute noch im Marae Taputapuatea zu spüren. Die Versammlungsstätte ermöglicht es den Lebenden, Götter und Tote zu kontaktieren.

Haʻamonga ʻa Maui: das Korallentor

Haʻamonga ʻa Maui ist ein Tor auf der Insel Tongatapu, das aus Korallen besteht. Eine Platte wiegt 20 Tonnen und ist sechs Meter lang. Niemand kennt das genaue Entstehungsdatum, aber Vermutungen konzentrieren sich auf den Beginn des 13. Jahrhunderts. Die Insel Tongatapu gehört zum Pazifikstaat Tonga, der sich über 700 000 Quadratkilometer erstreckt. Anthropologen bezeichnen unter anderem Tonga als die Urheimat der polynesischen Kultur. Das Haʻamonga ʻa Maui ist ein Trilith, also ein Torbau, der aus zwei Tragsteinen und einem aufliegenden dritten Deckstein gefertigt wurde.

Haʻamonga ʻa Maui, Haamonga ʻa Maui, Tongatapu

Das Haʻamonga ʻa Maui auf der Insel Tongatapu © Dmitry / AdobeStock

Das Korallentor wurde im Jahre 1200 erbaut und seitdem ranken sich zahlreiche Legenden um das Haʻamonga ʻa Maui. Die beiden tragenden, vertikalen Steine sollen die zwei Söhne, Lafa und Talaiha’apepe, des Königs Heketā darstellen. Die Ureinwohner der Tu’i Tonga wollten sichergehen, dass die beiden Söhne auch nach dem Tod des Königs zusammenhalten. Das Monument sollte als Erinnerung fungieren. Eine andere Legende besagt, dass das Trilithon von Halbgöttern wie den Maui erschaffen wurde, da die Steine für Normalsterbliche viel zu schwer zum Tragen gewesen seien. Die Halbgötter brachten die Steine mit riesigen Kanus auf die Insel Tongatapu.
Die Maui hatten der Legende nach übernatürliche Kräfte und suchten ständig nach einem Weg, auch die Menschen unsterblich zu machen. Die Halbgötter gelten im pazifischen Raum als die ersten Siedler der pazifischen Inseln.

Auf den Spuren der Ureinwohner Mikronesiens

Mikronesiens korrekte Bezeichnung lautet: Föderierte Staaten von Mikronesien. Zu Mikronesien gehören eine Vielzahl an Inseln und Atollen. Das Staatsgebiet umfasst 34 Hauptinseln und Atolle sowie viele, kleinere Inseln. Die ersten Besiedlungen haben vermutlich vor 5 000 Jahren von den Philippinen aus begonnen. Aus ihnen bildete sich unter anderem die Volksgruppe der Chamorros, die bis heute als die indigenen Einwohner Guams gelten.

Guam und die Latte-Steine

Die Insel Guam ist eine Kolonie der Vereinigten Staaten. Die Ureinwohner, die Chamorros, sind heute US-Bürger. Die Chamorro-Kultur hat mehrere Jahrhunderte der Besetzung überdauert. Im Süden der Insel sind die Traditionen noch in den Dörfern lebendig. Die Einwohner leben ihre Kultur mit Tänzen, Schifffahrt, traditioneller Küche und Gesängen.

In der Hauptstadt von Guam in Hagatna treffen Besucher auf ein kulturelles Highlight: den Latte Stone Park. In diesem Park können Touristen die heiligen Steine der Chamorros besichtigen. Sie sind zwischen einem halben und drei Metern hoch. In der Kultur der Ureinwohner gelten die Steine als einzigartig und heilig – sie dürfen nicht berührt werden.

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Der Latte Stone Park in Hagatna © RoBonc / AdobeStock

Die Steine im Latte Stone Park sind etwa 1 000 Jahre alt und wurden häufig als Stützpfeiler für Häuser oder als Grabsteine verwendet. Auf dem Stamm „Haligi“ wird eine Halbkugel, die „Tasa“, aus Stein mit der flachen Seite nach oben aufgelegt. Aus den Megalithen, den großen, unbehauenen Steinblöcken, entsteht eine einzigartige Statue, die an die Form eines Pilzes erinnert. Die tatsächliche Verwendung der Latte-Steine ist nicht vollständig geklärt. Forscher nehmen an, dass sie dazu dienten, sich mit anderen Stämmen zu messen – wer erbaut die höchsten Megalithen? Ferner kursiert eine weitere Legende um die Latte-Steine: Der Häuptling Taga habe begonnen, im Steinbruch in Rota die Latte-Steine abzubauen. Er wollte aus den Steinen ein Haus für seine Gemahlin erbauen und ließ diese Felsen von Geistern tragen. Andere Legenden besagen, dass Taga selbst übermenschliche Kräfte besaß. Welche Legende oder Wahrheit auch immer hinter den Latte-Steinen stecken mag: Sie bilden heute weiterhin einen Fixpunkt der einmaligen Chamarro-Geschichte und -Kultur.

Auf den Spuren der Ureinwohner Melanesiens

Melanesien umfasst das Gebiet nordöstlich von Australien. Die ersten Siedler besiedelten von Australien und Neuguinea aus die Pazifikinseln Melanesiens. Zu Melanesien gehören unter anderem die Staaten Papua-Neuguinea, die Salomonen, Fiji und Vanuatu. In Melanesien existieren zwischen 700 und 1 000 Volksgruppen, die 839 Sprachen und Dialekte sprechen. In manchen Regionen, wie den Salomonen und Vanuatu, werden Stammestraditionen bis heute gelebt.

„Chief Roi Mata’s Domain“ auf der Insel Vanuatu

Das Inselgebiet Vanuatu wurde erstmals vor rund 3 000 Jahren besiedelt und umfasst etwa 80 Inseln. Historiker nehmen an, dass die ursprünglichen Volkstämme aus Neuguinea stammten. Aufgrund der fehlenden, schriftlichen Überlieferungen der Südseebewohner ziehen Forscher häufig auch Legenden heran. Wie auch die des Häuptlings Chief Roi Mata.

Vanuaut, Mangaliliu, Chief Roi Mata , Pazifik

Die Insel Efates gehört zum pazifischen Inselstaat Vanuatu ©gravity720 / AdobeStock

Er herrschte einst über eine Region an der Nordwestküste der Insel Efate, südlich der Insel Vanuatu. Chief Roi Mata war ferner der letzte Herrscher, der den Titel „Roi Mata“ trug. Unter seiner Regentschaft war in ganz Vanuatu lange Frieden. Die Legende besagt, dass er ein ausgezeichneter Herrscher war. Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts verstarb der Häuptling nach einem Giftanschlag in der Höhle „Fels Cave“ auf der Nachbarinsel Lelepa. Mit in den Tod folgten ihm angeblich 50 Menschen. Das Begräbnis des Häuptlings liegt auf der Insel Eretoka, die aus Angst vor seinen Kräften geräumt und von da an zur spirituellen Zone erklärt wurde. Übrigens ist die gesamte Insel bis heute unbewohnt.

Für die Bewohner Vanuatus ist das Gebiet rund um das heutige Chief Roi Matas Domain, der ersten Welterbestätte des pazifischen Inselstaates Vanuata, weiterhin von hoher spiritueller Bedeutung. Es erstreckt sich vom Kap Tukutuku an der Nordwestküste Efates bis zur Insel Lelepa. Touristen dürfen Chief Roi Matas Domain besuchen, aber das World Heritage and Tourism Committee achtet streng darauf, dass Besucher keine spirituelle Grenze überschreiten. Darüber hinaus bieten die beiden Dörfer Mangaliliu (auf der Insel Efate) und Natapau (auf der Insel Lelepa) ferner Roi-Mata-Cultural-Touren an. Auf diesen können Touristen beispielsweise die Wohn- und Wirkstätten von Roi Mata in Mangaas sowie die Höhle „Fels Cave“ besuchen.

Moderne Touristen können die Spuren der Ureinwohner heute noch entdecken

Das Ende der Welt liegt aus europäischer Sicht in Ozeanien sowie der Region des Südpazifiks und fasziniert viele Menschen gleichermaßen. Es mag zum einen die Isolation von ursprünglichen Lebensformen sein und zum anderen das Eintauchen in eine komplett andere Welt, die Besucher aus der ganzen Welt anlockt. Auch heute noch können „moderne“ Touristen viele der von alten Kulturen hinterlassenen Spuren besuchen. Besucherinnen entdecken überdies Neues, lernen nicht nur fremde, sondern ursprüngliche Lebensweisen kennen und erleben darüber hinaus eine Welt aus vergangenen Tagen. Ozeanien und die Region des Südpazifiks bieten eine Reihe an spirituellen und mystischen Orten, die es ermöglichen, diesen Erdteil auf eine besondere Art und Weise zu erleben. Die hier beschriebenen Reiseziele sind nur ein kleiner Auszug dessen, was es für „moderne“ Touristen in Ozeanien und der Region des Südpazifiks zu entdecken gibt. Alle Orte haben gemeinsam, dass sie die Vergangenheit von uns Menschen anhand von überlieferten Spuren bis heute sichtbar machen und Touristen eine Zeitreise zu geschützten Kulturen und Naturreichen unternehmen können.

- Artikel vom MDkuMDUuMjAxOQ==

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