Wellness und Gesundheit im Urlaub © luengo_ua / Adobe Stock Gesundheit / Urlaub

Ganz egal, wie viel Spaß die Arbeit macht, wie sehr das Alltagsleben ausge- und erfüllt ist – irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem es Zeit wird für den sprichwörtlichen Tapetenwechsel. Körper und Geist brauchen schlichtweg eine Auszeit vom alltäglichen Trott und vom Stress, die das Wochenende nicht mehr zu bieten vermag. Erholung ist angesagt, um neue Kräfte zu sammeln.

Dabei geht es nicht nur um Entspannung im Sinne von „einfach mal abschalten“, sondern auch um die eigene Gesundheit. Die profitiert vom Urlaub, selbst wenn gar nicht aktiv darauf hingearbeitet wird – die freien Tage können sogar das Leben verlängern. Natürlich ist es aber genauso möglich, das Thema Gesundheit und Wohlbefinden ins Zentrum der Urlaubsplanung zu rücken – wenn schon erholen, dann auch richtig. Möglichkeiten gibt es schließlich genug.

Urlaub – und was er für unsere Gesundheit bedeutet

Im Grunde genommen braucht es nicht viel, um sich in seinem Urlaub zu erholen. Es reicht schon, überhaupt ein paar Tage frei zu haben und dem Alltag zu entkommen. Das ist übrigens nicht nur gefühlt so, sondern wissenschaftlich belegt. Urlaub lässt den Cortisol-Spiegel (ein Stresshormon) im Blut sinken, wie Studien nachweisen konnten.

Auch wenn es sich beim Kofferpacken, im Stau oder beim Check-In in allerletzter Sekunde anders anfühlt: Der Stresspegel fällt trotzdem. Außerdem klingen Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen, die sonst ständige Begleiter im Alltag sind, langsam ab. Eine ordentliche Dosis Sonnenlicht – gerade in den dunkleren Monaten – kurbelt darüber hinaus die Serotonin-Produktion im Körper an und sorgt so für mehr Gelassenheit, Ruhe und Zufriedenheit.

Allerdings geht da noch mehr. Denn erstmal handelt es sich bei den beschriebenen Wirkungen der freien Tage um Nebeneffekte. Wer im Urlaub die Erholung für Körper und Geist maximieren möchte, sollte daher entsprechend planen. „Wellness“ lautet das Stichwort, das so viel mehr bedeuten kann, als es sich einfach gutgehen zu lassen. Tatsächlich eröffnen die vielfältigen Wellness-Möglichkeiten eine Menge Gelegenheiten, aktiv an der dringend benötigten Erholung zu „arbeiten“.

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Erholung und Gesundheit sind eng miteinander verbunden – deswegen ist Urlaub so wichtig. © cicisbeo / Adobe Stock

Wasser als Wellnessfaktor

Ohne Wasser wäre Wellness auch heute noch völlig undenkbar. Gut zu erkennen beim Begriff „Spa“, den die meisten wohl mit den Bereichen von Hotels verbinden, wo sich die üblichen Gesundheits- und Erholungseinrichtungen finden lassen: vom Schwimmbad über den Fitness-Bereich und die Sauna bis zum Massage-Bereich.

Ein bisschen mehr steckt aber schon dahinter, denn der Ausdruck kommt von der belgischen Stadt Spa. Diese war wegen ihrer Mineral- und Heilquellen schon vor knapp 500 Jahren bei europäischen Touristen beliebt, während aus dem Ortsnamen schließlich eine vielschichtige Bezeichnung für fast alles wurde, was der Gesundheit und dem Wohlbefinden dient. Kurorte beispielsweise heißen zumindest im Englischen Spa, genauso wie übrigens auch Whirlpools.

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So unterschiedlich wie die Bedeutungen des Begriffs, so verschieden sind die Möglichkeiten, Wasser für die Erholung einzusetzen. Nur zwei Beispiele:

Heiße Angelegenheit – Wellness im Thermalbad

Thermalbäder – so wie eben Spa – zogen schon in der Antike die Menschen an. Entweder wurde künstlich nachgeholfen, um für Entspannung im warmen Wasser zu sorgen oder die Thermen entstanden direkt um natürliche heiße Quellen. Der besondere Vorteil des Quellwassers: Es verfügt oft über heilende Wirkung, die von einem eigenen medizinischen Forschungszweig untersucht wird. Zwischen Mineral- und Heilwasser wird deshalb unterschieden, zum Baden und Trinken eignen sich aber prinzipiell beide.

Verantwortlich für die positiven Effekte sind die zahlreichen Spurenelemente und Mineralien, die das Thermalwasser auf seinem Weg aus dem Erdinneren an die Oberfläche aufnimmt. Das mag in einigen Fällen zu gewöhnungsbedürftigen Erfahrungen führen. Die Quellen von Aachen sind zum Beispiel sehr schwefelhaltig und verbreiten deshalb einen Geruch, bei dem wohl die Wenigsten spontan an Gesundheit denken.

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Thermalbäder haben einen hohen Wellness-Faktor – und sind gleichzeitig gut für die Gesundheit. © C. Storm / Adobe Stock

Kalte Erfrischung: Gesundheitsförderung mit Kneipp

Eine andere beliebte Art, der Gesundheit mit Hilfe von Wasser auf die Sprünge zu helfen, ist nach wie vor das Kneippen. Wobei das in vielerlei Hinsicht zu kurz greift, denn eigentlich sind die Anwendungen mit Wasser Bestandteil eines ganzheitlichen Gesundheitskonzepts.

Die anderen Mittel, mit denen der Pfarrer Sebastian Kneipp Körper und Geist fördern wollte, sind heute noch genauso modern wie vor 100 Jahren, als das Programm entstand: gute Ernährung, ausreichend Bewegung und Entspannung, natürliche Heilkräfte. Außerdem steckt hinter dem Kneippen viel mehr als das bekannte Wassertreten, sondern verschiedene Methoden mit unterschiedlichen Wirkungsbereichen:

  • Beim Armbad werden die Arme für eine gewisse Zeit in leitungskaltes Wasser getaucht, um die Durchblutung von Armen, Herz und Lungen anzuregen. Es hilft außerdem gegen Müdigkeit.
  • Ein Gesichtsguss wirkt ähnlich, hilft daneben auch gegen Kopfschmerzen, müde Augen und sorgt für ein frisches Aussehen. Einfach mit einem Strahl kalten Wassers das Gesicht kreisförmig abgehen und dabei gleichmäßig durch den Mund atmen.
  • Gerade im Sommer werden es viele, ganz unwissentlich möglicherweise, mit einem Knieguss versucht haben, um schwere Beine loszuwerden und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Wichtig: Wenig Wasserdruck und nicht einfach die Unterschenkel abduschen – die Wirkung entsteht auch durch die richtige Vorgehensweise.

Ziemlich praktisch ist natürlich, dass die Kneipp-Anwendungen nicht zwingend Urlaub erfordern, sondern wunderbar zwischendurch und zu Hause für einen kleinen Wellness-Effekt sorgen können. Ansonsten passen Kneippen und Entspannen in der Natur hervorragend zusammen – viele Kneipp-Anlagen liegen im Grünen sowie an Bächen oder Flüssen.

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Wellness in gesunder Umgebung

Den Aspekt der Natürlichkeit hat sich inzwischen übrigens eine steigende Anzahl an Hotels auf die Fahnen geschrieben und eine eigenständige Idee daraus entwickelt. Die ist genauso ganzheitlich ausgelegt wie die Kneipp-Philosophie, nur mit einem moderneren Ansatz. Das Resultat: Bio-Hotels.

So geht Wellness-Urlaub Hand in Hand mit ökologischen Ansprüchen. Ideal für alle, die sich zwar eine Auszeit vom Alltag und ein umfassendes Wellness-Programm wünschen, dabei aber im Sinne des sanften Tourismus Natur und Klima schonen möchten. Als Belohnung winkt Entspannung in gesunder Umgebung und zwar in allen Belangen:

  • Bei Speisen und Getränken wird selbstverständlich auf biologische Produktion und regionale Herkunft geachtet.
  • Nach Möglichkeit sind alle angebotenen kosmetischen Produkte, vom Shampoo über die Seife bis zu Pflegecremes, zertifizierte Naturkosmetik.

Wellness geht also auch problemlos nachhaltig und fordert dafür keinerlei Verzicht. Zum Angebot gehören schließlich all jene Aktivitäten und Anwendungen, die zu einem klassischen Wellness-Urlaub dazugehören, nur in Bio-Qualität. Statt gechlorter Poolbereiche gibt es Naturschwimmbecken und Badeteiche, die sich auf natürlichem Wege und ohne Chemikalien reinigen – und gleichzeitig die Haut schonen.

Schonend wird im Übrigen auch in vielen Bio-Hotels gesaunt. Die Bio-Sauna kommt nämlich mit geringerer Hitze aus. Geschwitzt wird deshalb bei vergleichsweise niedrigen 55 Grad Celsius, dafür bei höherer Luftfeuchtigkeit, als es bei einer herkömmlichen finnischen Sauna der Fall ist. Die Wirkung auf den Körper unterscheidet sich wiederum nicht. Allerdings erlauben es die moderaten Bedingungen sogar Menschen mit schwachem Kreislauf, in den Genuss eines Saunagangs zu kommen.

Insgesamt ist also rundum dafür gesorgt, dass sich die Erholung schnellstmöglich einstellt und Körper wie Geist den Urlaub wirklich nutzen können, um sich für neue Aufgaben zu stärken.

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Erholung pur, doch leider nicht für lange: Das Urlaubsfeeling verfliegt zu Hause auch wieder. © olezzo / Adobe Stock

Die Erholung in den Alltag retten

Ein Problem bleibt aber bei jedem Urlaub – er geht irgendwann vorbei. Das ist aus vielen Gründen schade, unter anderem aber auch angesichts der gerade gewonnenen Erholung. Die hält nämlich leider nicht dauerhaft an, sondern weicht im alltäglichen Einerlei erschreckend schnell wieder dem vorherigen Stressgefühl.

Studien haben gezeigt, dass das Urlaubsfeeling schon nach einer Woche wieder vergessen ist, nach drei Wochen ist der „Normalzustand“ erreicht, der vor der Abreise herrschte. Keine besonders schönen Aussichten, doch mit einigen Tricks lässt sich der Erholungseffekt darüber hinaus erhalten – wenigstens ein bisschen. Und ein bisschen erhaltene Erholung ist in jedem Fall besser, als wieder völlig der Hektik des Alltags ausgesetzt zu sein.

Erholung will also in gewisser Weise auch geplant sein und das meint nicht allein die Auswahl des Urlaubsziels. Langfristig bedeutet das unter anderem, sich nach Möglichkeit jeden Tag ein wenig Urlaub zu gönnen. Dazu reichen kleine Dinge wie ein Spaziergang, ein Bad oder sich bewusst Zeit für etwas zu nehmen aus. Körper und Geist werden diese Ruhepausen jedenfalls dankend annehmen. Denn der nächste Urlaub könnte noch auf sich warten lassen.

- Artikel vom MTQuMTEuMjAxOQ==

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