Typischer Japanischer Garten Wohnen & Design

Japanische Gartenkultur – Eine japanische Garten anlegen

Es ist psychologisch und medizinisch bewiesen: Ein schöner Garten ist die beste Wellness. Das Grün der Pflanzen setzt Glückshormone im menschlichen Gehirn frei und durch nur 20 Minuten Gartenarbeit am Tag wird die Ausschüttung von Stresshormonen deutlich reduziert. Eine Erkenntnis, die japanische Gartengestalter schon vor Jahrtausenden hatten. Sie entwickelten unterschiedliche Formen von Gärten, die bestimmten Zwecken dienten, vornehmlich der Abkehr vom Alltag und der Besinnung auf sich selbst und die Natur.

Die Gartenphilosophie der Japaner findet auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Möchten auch Sie einen japanischen Garten anlegen, stellen wir Ihnen die schönsten Varianten und ihre Besonderheiten vor und geben Ihnen einige Tipps, wie Sie auch auf kleinem Raum japanische Gärten gestalten können.

Eines aber vorweg: Bei der Gestaltung eines japanisches Gartens geht es nicht darum, eine Fläche anzulegen, die „japanisch“ aussieht. Sie brauchen keine Accessoires mit asiatischen Schriftzeichen, um fernöstlichen Flair zu erzeugen. Ganz im Gegenteil. Die Grenze zum Kitsch ist nämlich schnell überschritten. Legen Sie den Fokus auf die japanische Philosophie, auf die geplante Harmonie eines Zengartens oder die kontemplative Ruhe eines Tee-Gartens. Und genießen Sie voll und ganz die meditative Atmosphäre.


Gestalten Sie Japanische Tee- und Landschaftsgärten selbst – Wie einen japanischen Garten anlegen

Wenn Sie Ihren Garten nach japanischen Vorstellungen gestalten möchten, legen Sie im ersten Schritt fest, welchem Stil Sie folgen wollen. Möchten Sie möglichst wenig Arbeit, entscheiden Sie sich am besten für einen Zen-Garten und lesen hier weiter.

Ist der Garten aber Ihre Leidenschaft und Sie planen eine Wohlfühllandschaft mit fernöstlichem Flair, bietet sich ein Tee- oder Landschaftsgarten an.

Teegärten sollten schon vor Jahrtausenden Besucher zum traditionellen Teehaus geleiten. Sie sind üppig bepflanzt, so dass die Gewächse auf dem Weg zum Pavillon Schatten spenden. Ähnlich der Landschaftsgarten, der aber wesentlich weiterläufiger gestaltet ist. Er ist in erster Linie zum Wandern gedacht und entfaltet eine besondere Eleganz und Ästhetik.

Grundidee beider Gestaltungsformen ist das „zur Ruhe kommen“ und die Abkehr vom Alltag. Der Mensch soll in der Natur zu sich selbst finden. Eine wertvolle Idee, vor allem, wenn Sie einen stressigen Job haben oder die Doppelbelastung Familie und Beruf meistern müssen.

Japanischer Landschaftsgarten

Bei der Gestaltung Ihres eigenen Gartens sollten Sie sich von beiden Varianten inspirieren lassen. Zwar ist ein Landschaftsgarten wunderschön, wird aber auf kleinen Flächen nicht zu realisieren sein. Wählen Sie daher einige interessante Elemente aus und verarbeiten Sie diese geschickt in Ihrem eigenen Garten.

Zu bedenken ist die Wahl der

  • Pflanzen
  • Gestaltungselemente und
  • Wasserelemente.

Für die Bepflanzung müssen Sie nicht unbedingt japanische oder asiatische Pflanzen wählen. Entscheiden Sie sich für Sträucher und Bäume, die den hiesigen Wetterbedingungen angepasst sind. Dazu gehören allerdings auch zahlreiche japanische Gewächse, denn die klimatischen Bedingungen im Norden Japans sind unseren relativ ähnlich.

Typische Pflanzen für asiatische Gärten in Deutschland

  • Bambus,
  • Gartenbonsai,
  • japanischer Ahorn,
  • Chinaschilf,
  • Fichte,
  • Kiefer,
  • Koreatanne,
  • japanische Hänge-Lärche,
  • Japan-Segge,
  • japanischer Blumenhartriegel,
  • Bärenfellgras,
  • Gewürzstrauch,
  • Mispel oder
  • Steineibe.

Haben Sie genug Platz darf natürlich das wohl bekannteste Symbol Japans nicht fehlen: der Kirschbaum. Er steht für Leben und die Vergänglichkeit und seine Blüte wird jedes Jahr in Japan mit dem Hanami gefeiert. Mit einem eigenen Kirschbaum können Sie in Zukunft Ihr eigenes kleines Kirschblütenfest feiern.

Blühende Pflanzen werden allerdings in japanischen Gärten nur sparsam eingesetzt. Kurzblühende Gewächse wie

  • Mandelbäume,
  • Kamelien,
  • Azaleen oder eben
  • der Kirschbaum

sind beliebt, dürfen aber die Gesamtfläche nicht überfrachten. Besonders Pflanzen mit kräftigen Farben sind für einen typisch japanischen Garten wenig geeignet.

Künstliche Gartenelemente

Um den asiatischen Charakter zu verstärken, können Sie einige künstliche Gartenelemente sparsam einsetzen, z.B.

  • ein Sichtschutz aus Bambus,
  • Steinbänke,
  • kleine Brücken,
  • Skulpturen,
  • Windspiele oder
  • ein japanisches Wasserbecken, das Tsukubai.
>>>Lesetipp:  Die richtige Gartenpflege im Herbst

Aber wie schon erwähnt: Achten Sie darauf, nicht in den asiatischen Kitsch abzugleiten! Entscheiden Sie sich für wenige, hochwertige Elemente.

Trittsteine aus Naturstein, Felsen und Kies runden das Ambiente ab. Diese haben eine besondere Bedeutung in der asiatischen Gartengestaltung, die wir Ihnen in unserer Vorstellung des Zen-Gartens näher erläutern.

Möchten Sie einen Teich in Ihrem Garten integrieren, macht sich die Anpflanzung von japanischem Riesenschilf und Seerosen gut. Ein absolutes Highlight sind natürlich Koi-Karpfen. Diese brauchen allerdings viel Pflege und sind extrem teuer.

Im Video bekommen Sie einen kleinen Eindruck, wie beruhigend ein Koi-Teich sein kann.

Wenn Sie nicht vorhaben, sich ein neues, zeitraubendes Hobby anzuschaffen, sollten Sie auf Kois verzichten und sich für die kleinere (und preisgünstigere) Goldfischvariante eines Gartenteichs entscheiden.

Wasserelemente

Wasserelemente sollten in jedem gut gestalteten japanischen Garten vorhanden sein. Wenn Sie keinen Teich wünschen, spielen Sie z. B. mit

  • Wasserschalen,
  • künstlichen Bachläufen,
  • Springbrunnen oder
  • kleinen Wasserfällen.

Brauchen Sie noch einige Live-Anregungen für Ihre Gartengestaltung, finden Sie in ganz Deutschland sehr schöne japanische Gärten, z.B. in

  • Berlin (Garten des zusammenfließenden Wassers – Yû sui en SUI“ im Erholungspark Marzahn),
  • Würzburg (Japanischer Garten am Kranenkai & „Ohmi-no-niwa“-Garten),
  • Dortmund (im Westfalenpark),
  • Düsseldorf (im Nordpark),
  • Köln (am Ostasiatischen Museum),
  • München (im Westpark) oder
  • Kaiserslautern.

Hier ein Blick auf den japanischen Garten in Kaiserslautern:

Sie müssen übrigens keineswegs alle Grundlagen der japanischen Philosophie verinnerlicht haben, um einen schönen japanischen Garten zu gestalten. Verlassen Sie sich auf ihr eigenes Harmonieempfinden. Und wenn Sie diese Aufgabe lieber in professionelle Hände geben möchten, haben sich inzwischen viele Landschaftsgärtner auf Gärten im japanischen Stil spezialisiert.


Zengärten – Schlichte Trockengärten mit komtemplativem Charakter

Zen-Mönche entwickelten vor über 1.000 Jahren ihre eigene Version des japanischen Gartens, den Kare Sansui. Sie beschränkten die Gestaltung auf das Wesentliche. So entstanden die traditionellen Zen-Gärten, auch Stein- oder Trockengärten genannt.

Zwar sollten die 3 wichtigen Elemente

  • Wasser (die See),
  • Steine (das Gebirge) und
  • Pflanzen (der Wald)

vorhanden sein, sie konnten aber durchaus rein symbolhaft umgesetzt werden. So werden Sie typischerweise in Zen-Gärten wellenförmig geharkte Kiesbeete finden, die das Wasser symbolisieren sollen.

Im Video eine sehr schöne Dokumentation über Zen-Gärten:

So wie die schlichten Gärten den Mönchen zum Meditieren dienen, soll auch Ihr selbst gestalteter Garten einen kontemplativen Charakter besitzen, elegant und beruhigend sein. Ein ganz besonderer Vorteil für Sie: Zen-Gärten sind unabhängig von Jahreszeiten. Sie haben nur Arbeit beim Anlegen der Fläche, danach sparen Sie sich das Rasenmähen, Laub harken oder winterfest machen.

Die Grundlagen der Zen-Gartengestaltung

  • Kies, Steine und Felsbrocken sind die wichtigsten Gestaltungselemente.
  • Die Anordnung der Steine und Felsen soll zufällig erfolgen.
  • Große Steine sollen schroff und natürlich bleiben, kleine Steine und Kies sollen geschliffen und rund sein.
  • Zur Bepflanzung werden in erster Linie immergrüne Sträucher und Moos verwendet. Weitere Pflanzen stören die einfache Harmonie.
  • Die 3 Elemente sollen sich in ausgewogenem Einklang befinden.
  • Flächen aus hellem Kies gelten als „niwa“ (Reinheitszonen) und entstammen einer altjapanischen Tradition des Shintoismus.

Japanischer Zen Garten

Zen-Gärten sind besonders gut für kleine Gartenflächen geeignet, da vor allem die hellen Kiesbeete Weite vermitteln. Wenn Sie den Garten selbst umgestalten möchten, stehen Sie allerdings vor einem „Gewichtsproblem“. Die für die Gestaltung wichtigen Findlinge wiegen nicht selten mehrere hundert Kilo und können nur schwer mit dem Familienwagen transportiert werden. Bei größeren Anschaffungen sollten Sie sich daher an professionelle Landschaftsgärtner wenden.

Entscheiden Sie sich für kleinere, selbst transportierbare Felsen, ein kleiner Tipp: In Steinbrüchen werden auch große Steine günstig verkauft. Im Vergleich zum Steingroßhandel können Sie unter Umständen einige hundert Euro sparen.

Für rund geschliffene Dekosteine, die Highlight in Kiesbeeten setzen sollen oder als gut für Umrandungen geeignet sind, lohnt sich ein kleiner Familienausflug, z. B. an Nord- oder Ostsee. Ihre Kinder suchen bestimmt begeistert nach schönen Steinen und sind umso stolzer, wenn Sie hinterher Ihre Sammelobjekte im eigenen Garten wiederfinden.

>>>Lesetipp:  Wie der Baubiologe einer Familie half – ein Bericht

Weiterführende Informationen über Japanische Gärten

Sollten Sie am Thema japanische Gärten Begeisterung gefunden haben, finden Sie auf nachfolgenden Seiten Abbildungen zu japanischen Gärten und Zengärten sowie tiefergreifende Informationen über die Gestaltung.


Bonsai und Ikebana – Indoor-Kunst für Gartenlose

Haben Sie keinen Garten, können Sie sich trotzdem ein kleines Stück japanische Pflanzenkultur nach Hause holen. Die Künste des

  • Bonsai und
  • Ikebana

ersetzen zumindest im Kleinen den eigenen Garten. Trotzdem wird viel Zeit und Liebe für beide Pflanzenphilosophien benötigt.

Die richtige Bonsai-Pflege

Einen Bonsai zu besitzen und zu pflegen ist mehr als ein Hobby, es ist eine alte japanische Philosophie. Auch mit der Bonsai-Schalenbepflanzung soll die Harmonie der Elemente und zwischen Menschen und Natur versinnbildlicht werden. Dargestellt werden:

  • die belebte Natur in Form des Baums,
  • Berg und Wasser durch Kiesel und
  • der Mensch, die Schale.

Der Baum wird in der Schale klein gehalten und in die Form gezwungen, die der Mensch ihm vorgibt. Die Bäume können trotz Schalenpflanzung Jahrzehnte alt werden. Die Zucht, die auf chinesische Traditionen zurückgeht, verläuft nach strengen Regeln und kann einen ähnlich kontemplativen Effekt wie die Ruhe in einem Zen-Garten haben.

Die praktischen Grundlagen der Bonsai-Pflege erläutert ein Beitrag von „hallo Wiesbaden“:

Natürlich können Sie sich einfach einen Bonsai im Gartencenter kaufen. Fertige Pflanzen sind heutzutage weit verbreitet. Möchten Sie sich aber wirklich mit der Philosophie und den Grundlagen der Bonsai-Kunst auseinandersetzen, sollten Sie sich an spezialisierte Bonsai-Schulen wenden. Zudem existieren in Deutschland einige Bonsai-Clubs und Verbände.

Einen Bonsai macht sich übrigens auch in einem typisch japanischen Garten gut, entweder ebenfalls als Schalenpflanzung oder als eingepflanzter Gartenbonsai.

Fachhändler für Bonsai-Kunst

Die Kunst des Ikebana

Wenn Sie Ihre Kreativität ausleben möchten, wird Ihnen das Ikebana, die mehr als 1.300 Jahre alte Kunstform des Blumensteckens, gefallen. Frei übersetzt bedeutet Ikebana „lebendige Blumen zu ihrer eigentlichen Gestalt bringen“.

Im Video sehen Sie eine Dokumentation über die meditative Kunstform (auf Englisch):

In Deutschland gibt es einige Vereinigungen, die sich der Verbreitung der rein japanischen Blumenkunst widmen, z. B.

  • die Ikenobo Ikebana Gesellschaft,
  • den Ikebana International Biberach e. V. oder
  • den Ikebana-Bundesverband e.V.

Ikebana-Schulen finden Sie unter anderem in

  • Stuttgart,
  • Köln und
  • Frankfurt am Main.

Bei internationalen Gartenschauen gehören zudem regelmäßig Ikebana-Ausstellungen zum Programm.

- Artikel vom MTcuMDQuMjAxNA==

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