So funktioniert eine wirksame Babymassage Familie / Mein Leben

Viel Hautkontakt zu pflegen ist zwischen Eltern und ihrem Kind ein besonderes Zeichen der Liebe und Zuneigung. Denn das Übertragen von Körperwärme sorgt für ein Gefühl des Wohlbehagens und der Geborgenheit. Babys sind in ihrer Entwicklung auf besondere Weise auf die Nähe und Wärme der Eltern angewiesen. Babymassagen sind ein großartiges Mittel, um die Verbindung zum Neugeborenen aufzubauen und zu stärken. Die Babymassage hat ihren Ursprung im traditionell indischen Ayurveda und wirkt sich nachweislich positiv auf Eltern und ihren Säugling aus.

Was sind die Vorteile einer Babymassage?

Eine gesundheitsfördernde Wirkung von Babymassagen ist belegt. Sie sind besonders empfehlenswert

• für einen tiefen, erholsamen Schlaf
• zur Entspannung und Beruhigung
• zum Schutz des Immunsystems
• zur Anregung des Stoffwechsels zur Gewichtszunahme
• zur Stärkung von Muskeln, Kreislauf und des gesamten Organismus und
• zur Stärkung der emotionalen Bindung zum jeweiligen Elternteil

Babymassagen

• sind außerdem hilfreich zur Überwindung postnataler Depressionen
• fördern die Entwicklung der Nervenzellen und die Motorik
• tragen zur Entwicklung des Empfindungsvermögens bei
• beugen Haltungsschäden vor
• fördern das Selbstbewusstsein des Kindes
• vermitteln Sicherheit und Geborgenheit
• senken die Anfälligkeit für Allergien

Durch den Hautkontakt wird sowohl bei den Eltern als auch beim Baby das Bindungs- und Antistresshormon Oxytocin ausgeschüttet. Die allermeisten Babys genießen die besondere Art der Zuwendung sehr. In seltenen Fällen wird der Berührungsreiz als zu intensiv empfunden. Darum sollten Sie genau darauf achten, wie Ihr Baby auf die Massage reagiert und die Art der Streicheleinheiten darauf abstimmen. Eine gelungene Massage hilft dem Baby

• ruhiger zu liegen
• leichter zu atmen
• länger durchzuschlafen
• und vor allem weniger zu weinen!

Ab welchem Alter sind Babymassagen sinnvoll?

Die frühkindliche Massage wird bei Säuglingen zwischen vier und sechs Wochen angewendet und darf ruhig bis zum Kleinkindalter von etwa zwei Jahren fortgesetzt werden.

Wichtig: Bauchmassagen dürfen bei Babys erst angewendet werden, wenn der Bauchnabel vollständig verheilt ist!

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Babymassage?

Je nach Tageszeit und Tagesrhythmus kann eine Babymassage sowohl beruhigend als auch anregend und stimulierend wirken. Deshalb ist es wichtig, für diese besonderen Momente den richtigen Zeitpunkt zu wählen. Weniger geeignet sind die Zeiten direkt vor oder nach den Mahlzeiten oder direkt vor dem Schlafengehen. Vermeiden Sie Termindruck oder Stress, denn Nervosität ihrerseits überträgt sich auf das Kind.

Findet die Babymassage jedoch

• während einer munteren Wachphase und
• zwischen den Mahlzeiten oder
• als abendliches Zu-Bett-Geh-Ritual

statt, liegt die ganze Aufmerksamkeit auf dem angenehmen Körperkontakt und Ihr Baby kann die Streicheleinheit mit allen Sinnen genießen.

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Wie gelingt die Babymassage?

Natürlich empfindet nicht jedes Baby auf die gleiche Weise. Darum gibt es auch kein echtes Patentrezept für die perfekte Babymassage. Manches Baby muss sich an die Massage erst noch gewöhnen. Wenn es beim ersten Versuch nicht gleich klappt, verschieben Sie die Massage am besten auf den nächsten Tag. Wichtig ist, dass Sie darauf achten, wie Ihr Baby reagiert und ob es zum jeweiligen Zeitpunkt offen für die Berührungen ist. Schließlich stehen die Bedürfnisse des Kindes im Mittelpunkt. Für eine liebevolle Kommunikation ist es wichtig, die Signalsprache des Babys zu verstehen. Es zeigt beispielsweise durch ein Lächeln seine Bereitschaft für Interaktion. Ablehnung durch zur Seite Drehen des Kopfes oder indem es die Hand zum Mund führt. Das Kind zu Beginn sozusagen um Erlaubnis zu fragen ist essentiell, denn die Massage findet immer mit und nicht am Kind statt!

Haben Sie den idealen Ablauf der Massage gefunden, ist es empfehlenswert, diesen bei jeder Anwendung beizubehalten und aus der Massage ein eingespieltes gemeinsames Ritual zu machen. Es wirkt beruhigend auf das Baby, wenn es die Abläufe kennt. Eine Massage kann zwischen wenigen Minuten und einer Viertelstunde dauern. Demonstrieren Sie Ihrem Nachwuchs nach jeder Massage Dankbarkeit für die gegenseitige Nähe, das schafft von Beginn an eine respektvolle Beziehung.

Vorbereitung der Babymassage:

• Stellen Sie sicher, dass das Zimmer eine angenehme Raumtemperatur hat
• Achten Sie vor der Massage darauf, dass Ihre Hände angenehm warm sind, leicht zu erreichen beispielsweise durch ein Handbad bei etwa 35 Grad
• Gedimmtes Licht und sanfte Hintergrundmusik können für eine angenehme Atmosphäre sorgen
• Benutzen Sie weiche Handtücher oder eine weiche Decke als Unterlage
• Sollten Sie ein pflegendes Öl (zum Beispiel Mandel, Jojoba oder Olive) oder eine Creme (natürlich und hautverträglich) verwenden, sollte die Lotion ebenfalls handwarm sein
• Halten Sie Ihre Fingernägel kurz und entfernen Sie Schmuck, der stören könnte
• Sie sollten vor jeder Massage darauf achten, in welchem Zustand sich Ihr Kind befindet und danach entscheiden, ob der Zeitpunkt günstig ist

Beispiel zum Ablauf der Babymassage:

• Beginnen Sie die Massage an Füßen und Beinen und führen Sie unter sanftem aber bestimmtem Druck langsame, kreisförmige Bewegungen durch. Dabei verwöhnen Sie sorgsam jede einzelne Zehe Ihres Babys
• Sehen Sie Ihr Baby während der Massage aufmerksam an. So erkennen Sie, was Ihrem kleinen Schatz gefällt und was nicht
• Massieren Sie dann durch sanftes und leichtes Streichen den ganzen Oberkörper erst mit dem Daumen, dann mit der flachen Hand
• Diagonale Streichberührungen von der linken Schulter zum rechten Bein und andersherum wirken besonders beruhigend
• Die Arme Ihres Babys streichen Sie zärtlich von den Schultern in Richtung der Fingerspitzen aus
• Die Handfläche öffnen Sie behutsam mit Ihrem Daumen und ziehen darin ruhige und liebevolle Kreise

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Tipp: Sollte das Baby während der Massage weinen, trösten Sie es und versuchen Sie es noch einmal, wenn es sich beruhigt hat. Halten Sie ruhig von Zeit zu Zeit inne. Entscheidend ist ein vertrauensvoller Umgang mit allen Regungen des Kleinen und, dass sie beide immer in regem Kontakt bleiben.

Im Video sehen Sie eine schöne Anleitung für die Babymassage mit zahlreichen Tipps:

Die Fußreflexzonen-Massage

Eine solche Massage unterstützt die Organfunktion und ist wirkungsvoll für den gesamten Organismus bei gleichzeitiger Entspannung fürs Baby. Die Stimulation bestimmter Punkte bei der Fußreflexzonen-Massage wirkt sich ausgleichend auf Organe wie Darm und Magen und den gesamten Stoffwechsel aus. Um alle entscheidenden Reflexzonen zu stimulieren, bewegen Sie den Daumen in punktuellen Kreisen Stück für Stück über die ganze Fußsohle.

Babymassage-Kurse

fußmassage fußflexmassage für babys

Unterstützt die Organfunktion: Eine Fußreflexzonen-Massage Ⓒ detailblick / Fotolia.com

Babybauchmassage bei Blähungen und Koliken

Vor allem in den ersten Wochen und Monaten leiden viele Babys an unangenehmen Koliken oder einem Blähbauch. Das liegt zum einen daran, dass Säuglinge beim Trinken oft Luft verschlucken, die dann unangenehm im Magen liegt. Zum anderen führt der Verdauungsprozess häufig zur Bildung von Blähgasen, die ebenfalls zu Unwohlsein und Bauchschmerzen führen können.

In beiden Fällen ist die Anwendung von Babybauchmassagen ein sinnvolles Mittel, um Linderung zu verschaffen und den Druck auf den Babybauch verschwinden zu lassen. Hierbei halten Sie mit einer Hand sanft das Köpfchen des Babys, während Sie mit der anderen Hand im Uhrzeigersinn sanfte Spiralen vom Bauchnabel ausgehend nach außen zeichnen. Dies wiederholen Sie dreimal und lassen anschließend Ihre flache Hand waagerecht auf dem Babybauch ruhen.

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- Artikel vom MTMuMTAuMjAxNA==

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