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Die Studentenzeit gehört für viele Menschen zu den schönsten Abschnitten des Lebens. Während das Einstiegsalter laut den Angaben des Statistischen Bundesamtes zu Beginn der 2000er Jahre bei 21,8 Jahren lag, kann mittlerweile eine Tendenz nach oben beobachtet werden. Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein Studium im Alter.

Insbesondere Frauen ab 40 Jahren schlagen auf diese Weise neue Wege ein. Aber auch bei Männern sind die neuen Bildungsperspektiven sehr beliebt.


Viele Gründe sprechen für das Studieren im Alter

Welche Aspekte sprechen für die Erwachsenenbildung? Ob privater oder beruflicher Natur, die Gründe für ein Studium im Alter sind zahlreich und können nicht ohne Weiteres pauschalisiert werden.

Neu gewonnene Freizeit ist einer der Gründe, die zum Einschlagen von neuen Bildungswegen veranlassen können. Wenn die Kinder ausgezogen sind und auch im Job etwas mehr Ruhe eingekehrt ist, nutzen viele Frauen die Gelegenheit, sich wieder mehr ihren Interessenfeldern zu widmen. Neigungen, die früher nicht vollkommen ausgelebt werden konnten, finden nun wieder einen festen Platz im Leben und können an einer Hochschule sehr umfangreich thematisiert werden. Viele Menschen, die sich für neue Bildungswege entscheiden, möchten ein Studium anschließen, um sich in einer Fachrichtung weiterzubilden, die sie früher aus bestimmten Gründen, beispielsweise keine guten Berufsaussichten, nicht studieren konnten. Das bestätigt auch Norbert Petersen, Student der LMU München. Der studierte Ingenieur sagt: „Mein ganzes Berufsleben lang ging es nur um Technik. Doch seit ich Seniorenstudent bin, habe ich endlich die Muße, Bücher über Philosophie, Neurobiologie oder Meeresbiologie zu lesen, Lehrveranstaltungen dazu zu besuchen, Referate zu halten – und mit anderen darüber zu diskutieren.“ (www.duz.de/duz-magazin/2014/11/die-grauen-da-vorne/276)

Aber auch im Rahmen von beruflichen Weiterbildungen gewinnt Studieren im Alter immer mehr Bedeutung. Weiterbildung im Job ist wichtiger denn je, was nicht zuletzt auf den steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften zurückzuführen ist. In vielen Branchen ist stetige Weiterbildung erforderlich, um die täglichen Herausforderungen effektiv meistern zu können. Damit sind beispielsweise Neuerungen im Bereich IT gemeint. Wer nicht auf dem Laufenden bleibt, verliert schnell den beruflichen Anschluss. Zahlreiche Personen entscheiden sich daher für ein Fernstudium, welches berufsbegleitend absolviert werden kann. In diesem Zusammenhang kann an Professor Dr. Hartmut Meyer-Wolters angeknüpft werden, welcher auf folgende Motivation aufmerksam macht:

>>>Lesetipp:  Fortschritt trifft Vorurteil: Private Hochschulen

„Es gibt einen Teil von Menschen, die möchten in einem Fach, das sie früher schon studiert haben und das sie beruflich auch ausgeübt haben, noch einen höheren Abschluss erreichen.“ (http://www.erfahrung-ist-zukunft.de/SharedDocs/Artikel/Bildung/Seniorenstudium/20101110-seniorenstudium.html?nn=571204)

Wer beispielsweise ein Diplomstudium im Bereich Wirtschaft absolviert hat, könnte ein Masterstudium anschließen, um eine noch höhere Qualifikation zu erreichen.

Aber ganz gleich, aus welchen Gründen Sie sich für ein Studium im Alter entscheiden, das Einschlagen von neuen Bildungswegen im Alter ist in jedem Fall eine lohnenswerte Investition.

Video: Studieren für Ältere – Ein Erfahrungsbericht

Beliebte Fachrichtungen im Bereich Erwachsenenbildung

Hinsichtlich der Fachrichtungen ist eine Differenz zwischen beruflicher und privater Motivation zu erkennen. Während sich Personen, die das Studium vorwiegend als Hobby betreiben wollen, eher Fachbereichen wie Kunstgeschichte, Literatur oder Philosophie widmen, schreiben sich Personen mit beruflicher Weiterbildungsabsicht vermehrt für Kurse aus folgenden Bereichen ein:

  • Wirtschaft
  • Politik
  • Medien
  • Medizin

Studienberatung für Senioren

Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Studienrichtung Ihren Bedürfnissen am besten entspricht, können Sie die Studienberatung der Universitäten kontaktieren. Aufgrund der immer weiter wachsenden Zahl an älteren Studierenden, bieten viele Hochschulen eine Beratung speziell für Senioren an.


Studieren im Alter auch ohne Abitur

Entgegen vieler Meinungen, ist das Abitur nicht in jedem Fall obligatorisch, um ein Studium anzufangen. Wer die Hochschulzugangsberechtigung nicht auf dem schulischen Weg erworben hat, kann sich unter bestimmten Voraussetzungen dennoch immatrikulieren:

  • Die mittlere Reife muss vorhanden sein.
  • Eine Ausbildung und mehrjährige Berufspraxis in einem Bereich, der mit dem gewünschten Studienfach in einem fachlichen Zusammenhang steht.

3 Tipps wie Sie im Alter lernen

So viel Spaß das neue Studium auch macht, der Lernaufwand kann manchmal ganz schön anstrengend werden. Im Folgenden finden Sie daher nützliche Tipps, die das Lernen im Alter erleichtern können.

>>>Lesetipp:  Weiterführende Privatschulen als Alternative

1.) Den Stoff in kleine Lernabschnitte gliedern

Hier gilt die Devise „weniger ist mehr“. Der behandelte Stoff sollte beim Nacharbeiten lieber in kleinere Einheiten gegliedert werden. Im Alter lässt nachgewiesenermaßen das Konzentrationsvermögen ein wenig nach. Lassen Sie es deshalb ruhig etwas gelassener angehen und nehmen sich gerade für den Anfang Ihres Studiums nicht zu viel auf einmal vor. Außerdem können kleinere Einheiten viel leichter wiederholt und langfristig gefestigt werden.

2.) Viele Pausen während des Lernens einlegen

Im Alter lässt die Fähigkeit, sich Sachverhalte langfristig zu merken, nach. Gleiches gilt für die Konzentrationsfähigkeit. Das sollte aber kein Hindernis für ein Studium im Alter sein. Legen Sie beim Lernen viele Pausen ein. Dafür gibt es verschiedene Techniken, beispielsweise Pomodoro. Laut dieser Vorgehensweise sollten Lernende alle 25 Minuten eine Pause von 5 Minuten einlegen. Nach vier Phasen ist eine längere Ruhephase von circa 20 Minuten vorgesehen.

3.) Gemeinsam macht das Lernen mehr Spaß

Die Lerngruppe stellt die ideale Basis dar, um das neue Wissen zu festigen und anzuwenden. Probleme können gemeinsam viel besser aus mehreren Perspektiven beleuchtet werden, was unter Umständen zu schnelleren sowie effektiveren Lernerfolgen führen und damit für eine langfristige Steigerung der Motivation sorgen kann.


Mit effektivem Lernen zum Ziel

Es gibt zahlreiche Tipps, die Ihnen helfen, die täglichen Herausforderungen im Studium besser zu meistern. Ausreichend viele Pausen, Lernen in der Gruppe sowie eine sinnvolle Gliederung des Inhalte nehmen dabei eine besonders wichtige Rolle ein. Nur wer langfristig motiviert ist, kann gute Ergebnisse erzielen und mit Freude lernen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und alles Gute für den neuen Bildungsabschnitt.

- Artikel vom MDIuMTIuMjAxNA==

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