Kommunikation am Arbeitsplatz © Syda Productions - Fotolia.com Berufstipps

Vielen Frauen, auch in Führungspositionen, fällt es schwer, sich verbal durchzusetzen. Dabei entscheidet die richtige Kommunikation am Arbeitsplatz häufig über Erfolg oder Misserfolg im Beruf.

Daher ist es wichtig, verbal und nonverbal im Unternehmen zu überzeugen. Wir sagen Ihnen, wie Sie gezielt die berufliche Kommunikation verbessern und sich bei Mitarbeitern, Kollegen und Vorgesetzten Gehör und Respekt verschaffen.


Die Grundlagen erfolgreicher Kommunikation am Arbeitsplatz

Eines vorweg: Sie müssen kein „Mann“ sein, um sich im Berufsleben zu behaupten. Auch wenn viele Ratgeber mit den Klischees von Männern und Frauen spielen und Frauen den „männlichen Stil“ nahelegen: Lassen Sie sich nicht umkrempeln, um Anerkennung zu erlangen. Sie werden keineswegs mehr respektiert, wenn Sie in eine Rolle schlüpfen, die nicht zu Ihnen passt.

Vergessen Sie Ratgeber, die Ihnen Fußballwissen und Trinkfestigkeit, „Reviermarkieren“ und großspuriges Auftreten als männliche und damit führungstaugliche Verhaltensweisen ans Herz legen. Viel wichtiger sind Eigenschaften, die in der heutigen Zeit keiner Geschlechterrolle mehr unterliegen sollten:

  • Klarheit,
  • Direktheit,
  • Ehrlichkeit und
  • Selbstbewusstsein.

Zwar haben Frauen Studien zufolge ein ausgeprägtes Harmoniebedürfnis, dieses muss aber nicht mit einer Führungspersönlichkeit oder einer erfolgreichen Kommunikation kollidieren.

Die wichtigste Regel für die Kommunikation am Arbeitsplatz lautet:

Machen Sie keinen Unterschied zwischen dem, was Sie sagen und dem, was Sie meinen!

Doch das ist leichter gesagt als getan. Einige Grundlagen effektiver Kommunikation helfen Ihnen:

  1. Verwenden Sie keine Konjunktive! Streichen Sie „hätte“, „würde“ und „könnte“ aus Ihrem Wortschatz.
  2. Sprechen Sie langsam und deutlich! Im Video der Sprachtrainerin Isabel Garcia weiter unten erfahren Sie, wie Sie langsames Sprechen erlernen.
  3. Keine Angst vor Wiederholungen! In der sprachlichen Kommunikation sind Wiederholungen wichtig, um Inhalte zu verdeutlichen. Schriftlich ist Redundanz allerdings ein absolutes Tabu.
  4. Scheuen Sie sich nicht, zu unterbrechen! Besonders wenn Sie beruflich höher gestellt sind als der Sprechende, haben Sie ein Recht dazu.
  5. Sagen Sie selbstbewusst „Nein“! Ja-Sager werden schnell in der Bürohierarchie nach hinten durchgereicht. Ein klares „Nein“ kann lange Diskussionen vermeiden und signalisiert Ihrem Gegenüber, dass Sie wissen, was Sie wollen.
  6. Äußern Sie direkte Kritik! Benutzen Sie keine Einschränkungen wie „vielleicht“, „eigentlich“ oder „eventuell“ oder Fragen, um einen Kollegen oder Mitarbeiter zu kritisieren. Auch Ihre Körpersprache ist entscheidend: Halten Sie sich gerade, schauen Sie Ihrem Gegenüber direkt in die Augen und geben Sie der Stimme die entsprechende Tiefe, Lautstärke und Tonalität. So wird Ihre Kritik wahrgenommen. Übertreiben Sie es aber nicht: Wenn Sie schreien, werden Sie nicht respektiert, sondern gefürchtet; und können im Ernstfall nicht mit der Loyalität der Mitarbeiter oder Kollegen rechnen.
  7. Seien Sie respektvoll! Wenn Sie klar und deutlich kommunizieren, ist es nicht notwendig, unhöflich oder ruppig zu sein.
>>>Lesetipp:  Berufliche Kommunikation optimieren – Kurse und Seminare für Frauen in Führungspositionen

Frauen in Führungspositionen müssen zudem beachten: Eine reibungslose Kommunikation ist nur möglich, wenn die „Rangordnung“ klar ist. Einige Mitarbeiter neigen dazu, Grenzen zu testen. Stellen Sie daher von Anfang an klar, dass Sie die Führungsrolle übernehmen. Das erleichtert die Kommunikation im Team enorm.

Video: Tipp gegen schnelles Reden

Sprachtrainerin Isabel Garcia zeigt, wie Sie langsames Sprechen erlernen können:


Auch die nonverbale Kommunikation am Arbeitsplatz ist wichtig

Besonders am Arbeitsplatz spielt die nonverbale Kommunikation eine wichtige Rolle. Auftreten, Gesten und Verhalten spiegeln Ihren Charakter wider und verschaffen Ihnen Respekt. Achten Sie auf Folgendes:

  • Unterstützen Sie wichtige Aussagen mit Gesten! „Sprechen“ Sie mit dem ganzen Körper und verleihen Sie sich Präsenz.
  • Halten Sie Blickkontakt mit Vorgesetzten! Wenn Sie in einem Meeting einen wichtigen Vorschlag vorbringen: Sehen Sie Ihren Chef oder Vorgesetzten direkt an. Dieser hat dann keine andere Wahl, als Ihnen zuzuhören.
  • Wahren Sie Distanz! Gerade als Vorgesetzte müssen Sie einen gewissen Abstand und somit Ihre Autorität bewahren. Die klassische berufliche Dialogzone liegt bei ca. 100 cm.
  • Bekleiden Sie im Beruf ausschließlich Ihre Position! In jedem Beruf übernehmen Sie eine klar definierte Rolle. Wenn Sie diese Rolle erfüllen, verabschieden Sie sich zugleich von Geschlechterstereotypen.

Wichtig für die nonverbale Kommunikation im Job ist zudem das passende Businessoutfit, das Ihre Position und Autorität unterstreicht. Mehr erfahren Sie in unserem Beitrag „Der Business-Knigge für Damen“.


Die Grundregeln der Kommunikation nach Watzlawick

Für eine klare Kommunikation im Betrieb hilft die Auseinandersetzung mit den Grundlagen der allgemeinen, menschlichen Kommunikation. Dazu gehören z. B. die 5 Axiome von Paul Watzlawick:

  1. Man kann nicht nicht kommunizieren: Wenn Sie nicht sprechen, können andere aus Ihrer Körpersprache „lesen“.
  2. Kommunikation besteht aus Inhalts- und Beziehungsaspekt: Jedes Gespräch enthält einen Inhalt und stellt eine Beziehung her. Tonalität und Ausdrucksweise ändern sich z. B. wenn der Sprechende den Zuhörer nicht mag. Darum ist eine rein informative Kommunikation nicht möglich.
  3. Kommunikation ist Ursache und Wirkung: Auf jeden „Reiz“, den der Sprechende aussendet, folgt eine Reaktion. Werden Sie z. B. kritisiert, reagieren Sie, verbal oder nonverbal.
  4. Die menschliche Kommunikation ist analog und digital: Diese Regel beschäftigt sich nicht mit modernen Kommunikationswegen wie E-Mail oder Telefon. Vielmehr geht es um die Übermittlung von Inhalts- und Beziehungsaspekten. Die digitale Kommunikation vermittelt den Inhaltsaspekt, ist logisch und komplex, während die analoge Kommunikation Beziehungen herstellt, mehrdeutig sein kann und daher zu Missverständnissen einlädt. Ein Beispiel: Jemand, der lächelt, kann unterschiedlich auf andere wirken, z. B. glücklich, belustigt, hämisch oder schadenfroh. Ohne die digitale, informative Ebene entstehen Fehldeutungen.
  5. Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär, nie beides: Zwischenmenschliche Kommunikation kann auf gleicher (symmetrischer) oder unterschiedlicher (komplementärer) Ebene stattfinden. Beides ist nicht möglich. Diese Kommunikationsebenen gilt es besonders in Führungspositionen zu beachten. Ist die Beziehungsebene unklar, entstehen Konflikte.
>>>Lesetipp:  Die Karrierefrau von heute: Hilfreiche Tipps, Familie und Beruf zu managen

Wenn Sie diese 5 Axiome verinnerlicht haben, wird Ihnen die Umsetzung der Grundregeln der beruflichen Kommunikation wesentlich leichter fallen.


Erlernen Sie die Regeln der Kommunikation

Die geschäftliche Kommunikation folgt also klaren Regeln, die es zu erlernen gilt. Passen Sie diese Regeln auf Ihr eigenes Leben, Ihren Beruf und Ihre Persönlichkeit an. Dann werden Sie merken, dass es Ihnen wesentlich leichter fällt, mit Kollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten zu kommunizieren. Auch Ihre Stimme und die nonverbale Kommunikation sind entscheidend, um sich am Arbeitsplatz Gehör und Respekt zu verleihen. Finden Sie also Ihre Stimme und Ihren persönlichen Stil, um sich im Büro durchzusetzen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!


- Artikel vom MDguMTIuMjAxNA==

Alle Beiträge aus der Serie "Kommunikation am Arbeitsplatz":

  1. Kommunikation am Arbeitsplatz – So setzen Sie sich im Beruf durch
  2. Berufliche Kommunikation optimieren – Kurse und Seminare für Frauen in Führungspositionen

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