Fjord, Wandern, Trekking, Outdoor in Schweden 
Region Åre in Schweden © Niclas Vestefjell imagebank.sweden.se Reise & Kultur

Schwedens Geschichte beginnt in der Eiszeit: Gletscher und gewaltige Eismassen formten damals die wilde Landschaft mit den zahlreichen Seen, wilden Flüssen und beeindruckenden Wasserfällen. Heute ist Schweden eines der größten Länder Europas und besitzt zugleich eine der geringsten Bevölkerungsdichten: Das macht das weite Land mit den unendlichen Fjorden zu einem Paradies für alle, die dem Ruf der Natur folgen wollen. Wir wollen Schweden heute als Reiseland vorstellen.

Schweden, das Landschaftsparadies

Als östlicher Teil der skandinavischen Halbinsel grenzt Schweden nicht nur an Norwegen (unser Beitrag „Norwegen: Im Land der Trolle und Wikinger“ berichtet über die Nachbarn), Finnland und die Ostsee, sondern auch an das tückische Meeresgebiet des Kattegat. Die bekanntesten Inseln sind Gotland und Öland im Süden des Landes, doch vor der zerklüfteten Küste liegen zehntausende, oft winzig kleiner Eilande.
Die Landschaft Schwedens ist in weiten Teilen flach bis hügelig – doch an der norwegischen Grenze ragen die Gebirgsmassive der Skanden mit bis über 2 100 Metern Höhe auf.
Dank eines gut organisierten Netzwerks aus Nationalparks, Wanderwegen und Herbergen lassen sich jedoch auch die entlegenen Teile dieses vielseitigen Landes von Reisenden entdecken. Fernstraßen wie die Inlandsvägen führen außerdem von Halland und Göteborg im südschwedischen Binnenland bis hinauf nach Lappland.

Unterwegs im Land der Vielfalt: Die schönsten Reiseziele

Mit am bekanntesten sind Göteborg im Südwesten, Norrköping im Südosten und die Hauptstadt Stockholm. Doch natürlich gibt es in Schweden noch viel mehr zu entdecken – dazu gehören zum Beispiel die 28 Nationalparks, die im ganzen Land verteilt liegen. Landschaftlich hat Schweden dabei für jeden Geschmack etwas zu bieten:

  • Im südschwedischen Hochland finden sich langgestreckte Seen umgeben von einer malerischen Hügellandschaft.
  • Die mittelschwedische Senke ist eine flache, zerklüftete Landschaft mit weiten Ebenen und hoch aufragenden Tafelbergen neben schönen Seen und tiefen Fjorden.
  • Nordschweden ist durch die Gebirgszüge der Skanden geprägt – und damit optimal für Wintersportler geeignet.
  • Das östliche Vorland erstreckt sich als ausgedehnte Hochlandebene entlang des Gebirges. Hier fließen die großen Flüsse Schwedens in tiefen und beinahe parallelen Talgängen von ihren Quellen Richtung Ostsee.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Die einzelnen Regionen Schwedens unterscheiden sich nicht nur landschaftlich, sondern entsprechend auch klimatisch. Durch die Nähe zum Golfstrom gibt es in großen Teilen des Landes zwar relativ geringe Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sowie reichlich Niederschläge; dennoch unterscheiden sich die Bedingungen:

  • In Südschweden herrscht eher kontinentales Klima mit größeren Temperaturschwankungen und geringeren Niederschlägen: Hier sind die Winter selten hart und die Sommer mäßig warm – aber dafür etwas länger.
  • In Mittelschweden, zum Beispiel in Stockholm, sind die Winter sehr kalt. Die Sommer sind kurz und auch nur mäßig warm.
  • Nordschweden ist neben den berühmten Nordlichtern auch für seine polares Klima bekannt: Die Winter sind gerade in Gebirgsnähe lang, äußerst kalt und dunkel – und die Sommer zwar kurz, doch dank Midsommersonne erstaunlich warm.
  • Die Winter im Osten sind dank der Eismassen des baltischen Meeres ebenfalls sehr kalt.
  • Generell ist die Wahrscheinlichkeit für Niederschläge im Sommer deutlich höher als im Winter.
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Typisch schwedische, ochsenblutrote Häuser © Synöve Borlaug Dufva / imagebank.sweden.se

Tipps für den Sommerurlaub

Die optimale Reisezeit für Sommerfrischler reicht von Juni bis August. Jetzt kann man überall zahlreichen Aktivitäten nachgehen:

  • Paddeln und Bootstouren: Die westschwedische Küste von Bohuslän ist ideal zum Kajak- und Kanufahren. Hier können über 8 000 Insel(chen) entdeckt werden – und zwar fernab von starken Strömungen oder gefährlichen Tidegewässern.
  • Baden: An den schönsten schwedischen Badestränden treffen sich Einheimische und Touristen. Denn in den kurzen Sommern kennen auch die Schweden nichts Schöneres als lange Midsommertage am Meer.
  • Trekking und Wandern: Viele Wanderwege beginnen in den größeren Städten. So kann man zum Beispiel außerhalb Stockholms auf dem 130 Kilometer langen „Roslagsleden“ Richtung Norrtälje Wikingergräber, mittelalterliche Kirchen und tiefe Wälder entdecken. Außerdem locken der Königspfad „Kungsleden“, der Pilgerweg „Pilgrimsleden“, nachhaltige Nature’s Best-Wanderungen und vieles mehr.
  • Survival: Wer mehr will als Spazierengehen, kann in Nordschweden Überlebenstrainings buchen. Biwaks, Jagd- und Angeltechniken, Feuermachen und das Sammeln essbarer Pflanzen sorgen hier für aufregenden Naturgenuss.
  • Radfahren: Fahrradfans können auf dem 370 Kilometer langen „Kattegattleden“ an der westschwedischen Küste entlang von Helsingborg nach Göteborg fahren – entlang hoher Felsklippen, durch Dünen, Wälder und pittoreske Hafenstädte.
  • Tierbeobachtung: Neben Wildschweinen, Rothirschen und – dank strenger Schutzbedingungen – auch Bibern, Braunbären, Luchsen und Wölfen, ist Schweden natürlich für ein Tier besonders bekannt: den Elch.
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Bei Urlaub in Wäldern und in Seenähe sollte Mückenschutz jetzt ganz oben auf der Ausrüstungs-Packliste stehen – denn die kleinen Plagegeister lassen sich bis zum Spätsommer nur von einer frischen Meeresbrise vertreiben. Ab September lockt dann der Altweibersommer – und zwar mit überwältigend bunten Farben statt sirrenden Insekten.

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Landestypischer Anblick: Ein Elch in Schweden © Staffan Widstrand / imagebanks.sweden.se

Outdoor-Guide für den Winterurlaub

Den ersten Schnee kann es schon ab September geben – vornehmlich nördlich von Stockholm. Im Januar fällt oft noch einmal Neuschnee, deswegen ist diese Zeit bis April ideal für Wintersportler.

Nordlichter: Das Naturschauspiel der grünlich wabernden Lichtschleier über der Schneewüste Nordschwedens ist einmalig und im wahrsten Sinne ein Highlight für Winterurlauber.

  • Ski & Snowboard: Das schwedische Skigebiet Idre Fjäll gilt als die schneesicherste Region Europas. Dabei kommen Wintersportler nicht nur in den Genuss von 29 Pistenkilometern. Mit der richtigen Bekleidung ist die sehr klare, trockene Luft auch besonders angenehm.
  • Schlittenfahrt: Damit ist in Schweden keineswegs einfaches Rodelvergnügen gemeint. Vielmehr geht es mit Rentier- oder Hundeschlitten in atemberaubendem Tempo durch die endlosen Weiten. Möglich sind natürlich auch Fahrten mit modernen Skootern und Motorschlitten.
  • Schneewanderungen: Auf traditionellen Schneeschuhen geht es quer durch Wälder und Berge.
  • Eisangeln: Im Februar bohren die Schweden in Borlänge und Falun Löcher ins dicke Eis und fischen mit Angelschnüren nach den beliebten „aborren“. Dieses Barschangeln ist nicht nur bei Meisterschaften eine Sehenswürdigkeit.

Bei so viel Sport kommt das Wellness-Erlebnis trotzdem nicht zu kurz:

  • Eisbaden: In Nordschweden werden Kurse für Winterschwimmen angeboten. Hier lernen Eisschwimmer, den Kältereflexen des eigenen Körpers zu widerstehen – und werden dafür mit einem erhebenden Glücksgefühl belohnt.
  • Sauna: Eine traditionellere (und eigentlich finnische) Art der Entspannung sind die heißen Schwitzbäder – übrigens nicht nur im Winter! Doch wer will, kann sich jetzt auch mit einer erfrischenden Schneedusche abkühlen.
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Unter den Sternen oder im Luxus? Unterkünfte für den Outdoor-Trip

Für Rucksacktouristen bieten zahlreiche Campingplätze bequeme Übernachtungsmöglichkeiten. Wer ausschließlich zu Fuß unterwegs ist, darf sein Zelt nach dem legendären „Jedermannsrecht“ sogar in der freien Natur aufstellen. Außerdem lassen sich private Wochenendhäuser als komfortables Ferienhaus oder Basis-Camp für den Outdoor-Urlaub buchen: Sie sind oftmals sehr idyllisch gelegen.
Und wer sich nach einem langen Tag auf der Piste oder im Kajak so richtig verwöhnen lassen will, bucht eines der zahlreichen Luxus-Hotels. Oder soll es lieber ein rustikaler Waldgastgasthof oder gar ein Eishotel unterm Nordlicht sein? Schweden kann mit allem aufwarten – für jeden Geldbeutel.

Tourismusportale informieren

In Schweden heißen selbst die kleinsten Dörfer Touristen und Reisende willkommen und bieten auf ihren regionalen Webseiten und Tourismusportalen viele Tipps zu Ausflügen und Aktivitäten in der Umgebung. Suchen Sie einfach nach der Stadt oder schauen Sie in unserer Liste, welche Region oder Stadt was bietet.

- Artikel vom MTQuMDIuMjAxOQ==

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