Polarlichter am Himmel über einer Winterlandschaft © Jeppe Kuld VisitFinland.com Urlaub

Ein Urlaub in Finnland bietet atemberaubende Natur im Übermaß: Magische Lichter, schier endlose Wälder und die größte zusammenhängende Seen-Landschaft in Europa. Wir stellen das im Nordosten Europas gelegene Land vor, das bei einer ähnlichen Größe wie Deutschland nur 5,5 Millionen Einwohner hat und damit zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas zählt. Dabei gibt es regionale Unterschiede: Während 40 Prozent der Bevölkerung im Süden des Landes leben – allein die Metropolregion rund um Helsinki hat 1,5 Millionen Einwohner – liegt die Bevölkerungsdichte in der nördlichen Provinz Lappland bei gerade einmal 1,8 Einwohnern pro Quadratkilometer. Zum Vergleich: In Deutschland sind es durchschnittlich 226,5 Einwohner. Wer Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, ist hier richtig – und wird nicht selten von der Magie der Landschaft überwältigt.

Lage und Geschichte

Finnland zählt zu den nördlichsten Ländern weltweit: Ein Drittel des Landes liegt nördlich des Polarkreises. Im Osten teilt es sich eine mehr als 1 200 km lange Grenzlinie mit Russland. Im Norden und Nordwesten wird Finnland von Norwegen und Schweden begrenzt, westlich ist Finnland vom Bottnischen und im Süden vom Finnischen Meerbusen umgeben.

Finnland war schon immer sehr dünn besiedelt und gehörte seit dem 12. Jahrhundert offiziell zu Schweden. Es blieb viele Jahrhunderte unter schwedischer Herrschaft, bis es 1809 an Russland abgetreten wurde. Erst 1917, nach der russischen Oktoberrevolution, wurde Finnland als Staat unabhängig.

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Verschneite Winterlandschaft im dünn besiedelten Finnland © VisitFinland.com

Anreise nach Finnland

Für die Einreise nach Finnland benötigen EU-Bürger ihren gültigen Reisepass bzw. Personalausweis. Finnland ist nur rund zwei Flugstunden von Deutschland entfernt: Die Flugzeit von München in die Hauptstadt Helsinki beträgt 2:25 Stunden, von Hamburg sind es 1:50 Stunden. Zur Landung stehen 15 internationale Flughäfen bereit. Um diese zu erreichen, muss in der Regel in Helsinki umgestiegen werden. Von dort geht es dann weiter zur eigentlichen Destination. Die Flugdauer von Helsinki nach Rovaniemi in Lappland beispielsweise liegt bei 1:20 Stunden. Der Jetlag dürfte sich bei einer Stunde Zeitunterschied in Grenzen halten; die Uhrzeit in Finnland ist GMT + 1, also eine Stunde vor der Zeit in Deutschland.

Ein Sparticket für den Flug von Deutschland nach Helsinki gibt es ab 159,00 €, bis Rovaniemi kostet es ab 350,00 €. Wer lieber mit einem Mietwagen weiterfahren möchte, der muss für die 800 Kilometer lange Strecke gut neun Stunden Fahrtzeit einplanen.

Fakten rund um den Finnland-Urlaub

Während uns die finnische Sprache sehr fremd erscheint, ist die Währung umso bekannter. Und das Wetter? Das ist besser, als sein Ruf:

      • Wenn Sie irgendwo „Hyvää Päivää“ lesen, dann hat nicht das „Ä“ auf der Tastatur geklemmt, sondern es wünscht Ihnen gerade jemand „Guten Tag“. Die finnische Sprache ist sehr reich an Umlauten und dafür konsonantenarm. Das stellt Deutsche vor große Herausforderungen, da das Finnische sich erheblich von den indogermanischen Sprachen unterscheidet. Auch die 15 Fälle im Finnischen machen die Sprache nicht gerade einfach. Sprachprobleme gibt es bei einer Reise nach Finnland dennoch eher selten, da die meisten Finnen sehr gut Englisch sprechen und viele sogar Deutsch in der Schule lernen.
      • Die Währung in Finnland ist Deutschen sehr vertraut: Dort wird wie hierzulande in Euro bezahlt.
      • Das Klima in Finnland ist „kaltgemäßigt“. Das bedeutet, dass die Sommer vergleichsweise heiß und die Winter sehr kalt sind. In Lappland ist es dabei deutlich kühler als in Südfinnland mit durchschnittlichen Sommertemperaturen von zehn bis 16 Grad, mit einzelnen Spitzenwerten um die 30 Grad. Dennoch ist das Wetter nicht schlecht, denn es gibt vergleichsweise wenig Niederschlag. Durch das trockene Klima fühlen sich selbst die winterlichen Temperaturen mit bis zu – 20 Grad Celsius nicht unangenehm an. Wenn es Niederschlag gibt, dann ist die Chance groß, dass er als Schnee fällt. Die ersten Flocken können bereits im August / September fallen. In vielen Regionen Lapplands liegt ganzjährig Schnee.

Regionale Vielfalt und vielfältige Regionen für den Finnland Urlaub

Wer Natur nicht nur betrachten, sondern fühlen und dabei einzigartige Naturphänomene erleben will, der liegt mit einem Urlaub in Finnland genau richtig. Rund drei Viertel des Landes sind bewaldet und zehn Prozent der Landesfläche ist von Seen bedeckt. In Finnland hat jeder Landesteil unterschiedliche Schwerpunkte:

      • Im Süden gibt es die urban geprägte Region rund um die Hauptstadt Helsinki sowie westlich davon die Küste mit ihrem Schärenmeer, der größten Schärenlandschaft der Welt. Sie hat den Beinamen „Riviera des Nordens“ und lädt zum entspannten Sommerurlaub ein.
      • Der südwestliche Landesteil besteht aus dem Seenland Saimaa, auch bekannt als „Land der Tausend Seen“, was bei rund 188 000 Seen noch stark untertrieben ist. Eine Reise zur Seenplatte wird auch als Reise ins Herz der finnischen Identität beschrieben. In einem Haus am See lässt sich Entspannung pur erleben .
      • Der Norden des Landes besteht aus der Provinz Lappland. Hier wird der Traum vom Winterwunderland wahr.

Die Tourismusverbände informieren

Bei der Planung des Urlaubs in Finnland können wir auf Unterstützung aus dem Internet zurückgreifen. Das Reiseportal visitfinland.com beispielsweise bietet mit zahlreichen Bildern, Videos und Tipps alles, was die Entscheidung für eine Urlaubsregion leichter macht. Darüber hinaus lässt sich das außergewöhnlich umfangreiche Programm der Regionen Finnlands schon von zuhause aus entdecken. Die Tourismusverbände der Provinz halten auf ihren Webseiten alle wichtigen Informationen für bereit.

Von Lappland verzaubern lassen

Der Traum vom Winterwunderland zieht immer mehr Reisende in die Polarregion Finnlands. Der Tourismus ist für den Norden des Landes eine nicht zu verachtende wirtschaftliche Größe geworden. Das verdankt die Region ihrer besonderen Lage jenseits des Polarkreises. Dort geht die Sonne im Sommer tagelang gar nicht unter oder taucht das Land in weißes Licht. Die Polarnacht hingegen dauert im nördlichsten Teil Finnlands bis zu 63 Tage; in dieser Zeit sorgen die Polarlichter für ein faszinierendes Farbspektakel an der Himmelsleinwand.

Lappland entfaltet seinen Zauber noch durch weitere Gegensätze. So locken die Wintersportzentren Reisende mit modernen Schneeparks und Liften genauso wie mit traditionellen Hundeschlittenfahrten. Und Städte wie Rovaniemi, die Hauptstadt Finnisch Lapplands mit eigener Universität und Museen, sind nur wenige Minuten von der nahezu menschenleeren Wildnis entfernt.

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Mit dem Husky-Gespann durch Finnisch-Lappland © Eeva Mäkinen / VisitFinland.com

Magie und Zauber Lapplands

Wer Urlaub in Lappland macht, erlebt unabhängig von der Jahreszeit die Magie und den Zauber der Natur:

Mitternachtssonne: Wochenlanges Tageslicht

In den nördlichsten Regionen Lapplands geht die Sonne ganze 70 Tage nicht unter und auch im südlichen Teil wird es nie ganz dunkel. Ein fairer Ausgleich der Natur zu den Monaten der Dunkelheit im arktischen Winter. Die Finnen verbringen möglichst viel von dieser wertvollen Zeit im Freien. Für Reisende ist eine nächtliche Fjäll-Wanderung, also eine Wanderung über die baumlosen Hochflächen, eine unvergessliche Erfahrung.

Polarlicht: gigantische Lichteffekte der Natur

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Nach den weißen Nächten im Sommer lässt sich im Winter die Sonne wochenlang gar nicht blicken. Doch die Schwärze des dunklen Himmels ist der perfekte Hintergrund für das einzigartige Lichtspektakel der Nordlichter. Diese sind in Lappland an bis zu 200 Nächten zu beobachten.

Ruska: Intensiver Farbrausch im September

„Ruska“ ist der „Indian Summer“ auf Finnisch. Um ihn zu erleben, muss der Urlaub gut geplant werden. Jeweils im September verfärben sich innerhalb von nur einer Woche die Blätter der Bäume und Sträucher in die leuchtenden Herbstfarben Rot, Orange und Gelb. Die Explosion der Farben ist ein Naturschauspiel, das selbst die Einheimischen jedes Jahr aufs Neue fasziniert.

Ganzjähriges Winterwunderland

Bereits im August kann es den ersten Schnee geben. Die Wintersportsaison beginnt in den insgesamt 13 Skigebieten deswegen schon Ende Oktober und geht bis in den Mai hinein. An einigen geschützten Hängen wie in Kilpisjärvi schmilzt der Schnee niemals, so dass dort zur Mittsommernacht ein Skilauf veranstaltet wird.

Unsere Finnland-Empfehlungen

Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in Finnisch-Lappland

Die besondere Magie Lapplands erlebt man am besten draußen in der Natur bei vielfältigen Aktivitäten wie Skilanglauf, Schlittenfahrten oder Ausflügen mit Rentier- und Hundegespannen. Ein Muss für alle kleinen und großen Kinder ist ein Besuch beim einzig wahren Weihnachtsmann.

Weihnachtsmanndorf in Rovaniemi

Wer auch immer glaubt, der Weihnachtsmann wohne am Nordpol, der irrt. Er lebt natürlich in Lappland und man kann ihn in Rovaniemi im Weihnachtsmanndorf besuchen. Dort empfängt er Gäste und lässt sich mit ihnen fotografieren. Auch das berühmte Weihnachtspostamt ist dort ansässig. Wer dem Weihnachtsmann schreiben möchte, der kann den Brief an diese Adresse schicken:

Weihnachtsmann
Joulupukin Pääposti
FI-96930 Napapiiri

Rentier- und Hundeschlittenfahrten

Ein ganz besonderes Erlebnis ist eine Fahrt auf einem Schlitten. Dabei bleibt die Qual der Wahl: Soll ein quirliges Rudel Huskies für die Fortbewegung sorgen? Oder lieber ein Rentier des Weihnachtsmanns? Die Fahrten können in unterschiedlicher Dauer gebucht werden: Von einem kurzen Erlebnis bis hin zu mehrtägigen Safaris. Das Handling der Tiere wird den Teilnehmern vorher gezeigt. Diese sollten sich aber auf jeden Fall warm anziehen.

Wintersport in entspannter Atmosphäre

Schneesicherheit ist hier keine Frage: In den vier großen Skigebiete Lapplands – Levi, Ylläs, Pyhä-Luosto und Ruka – geht die Saison bis in den Mai hinein. Für Skifahrer ist alles geboten: von seichten Anfängerhügeln bis zu schwarzen Buckelpisten. Schneeparks und Tiefschneetouren runden den Schneespaß ab – und das ganz ohne Drängeleien und Hektik an den Liften. Während der dunklen Jahreszeit muss übrigens nicht aufs Skifahren verzichtet werden, denn vielerorts werden Pisten beleuchtet.

Und wer nicht die Fjälls hinunterwedeln möchte, für den gibt es eine ganze Reihe anderer Aktivitäten im Schnee. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Schneeschuhwanderung oder mit Eisangeln?

Goldfelder in Lappland

Reichwerden im Urlaub? Diesem Traum jagen in Lappland nicht nur Abenteurer nach. Die beiden Flüsse Lemmenjoki und Ivalojoki führen Gold mit sich und so wird auch so mancher Tourist vom Goldfieber gepackt. Wer mag, darf mit Schaufel und Pfanne Gold waschen und es sogar behalten! Wer die durchaus harte Arbeit lieber anderen überlasst, der kann das nahegelegene Museumsdorf Kultala besuchen oder auf dem 7,6 km langen „goldenen Wanderweg“ entlang an alten Minen und Claims viel über die Geschichte des Goldsuchens in Lappland erfahren.

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Goldwanne mit „Nuggets“ © VisitFinland.com

Unterkunft: Ferienhäuser und Eishotels

Auch in Finnland gilt das „Jedermannsrecht“, das besagt, dass man sich unter bestimmten Einschränkungen frei in der Natur bewegen und auch übernachten darf. Doch gerade während der Wintersaison sind andere Unterkünfte vorzuziehen.

Eine Blockhütte als Ferienhaus

Typischer und zünftiger geht es nicht mehr, als in der eigenen Blockhütte. Nach einem Tag in der Natur geht es in die eigene Sauna, bevor der Tag vor dem Kamin ausklingt.

Eishotels: Faszinierend und vergänglich

Eine besondere Attraktion in Lappland ist die Übernachtung in einem Eishotel.

      • Das Schneedorf Lainio entsteht jedes Jahr in der Nähe des Skiorts Ylläs inmitten unberührter Natur. Es wird aus rund 1,5 Millionen Kilo Schnee und 300 000 Kilo kristallklarem, natürlichen Eis auf einer Fläche von 20 000 Quadratmetern gebaut. Das besondere Flair des Schneedorfs wird noch durch zahlreiche Kunstwerke aus kristallisiertem Wasser verschönert. Neben 20 Schneezimmern gibt es dort noch sechs kunstvoll eingerichtete Eissuiten sowie eine Eisbar in einem zehn Meter hohen Iglu.
      • Das Arctic Snow Hotel liegt etwas außerhalb von Rovaniemi. Die Zimmertemperatur liegt – wie in den anderen eisigen Behausungen auch – bei frostigen -5 Grad, doch dicke Schlafsäcke sorgen für nächtliche Wärme.
      • In Kemi am Bottnischen Meerbusen wird jedes Jahr der Eispalast LumiLinna erreichtet, der ab Ende Januar fertig ist und in dem bis zum 9. April übernachtet werden kann. Der Eispalast wird jede Saison anders gestaltet und bietet in seinen massiven Wänden unvergessliche Nächte. Im palasteigenen Restaurant gibt es sogar Tische und Sitzgelegenheiten aus massivem Eis – allerdings der Wärme halber mit Fellen belegt.
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Suite eines Schneehotels im SnowVillage in Lainio © VisitFinland.com

Glasigluhotel: Freier Blick auf das nächtliche Farbspektakel

Wer das Iglu-Feeling ohne Minus-Temperaturen erleben möchte, dem sei das Kakslauttanen Arctic Resort empfohlen. Das Hotel- und Iglu-Dorf liegt in Nordlappland nahe Inari und garantiert mit 20 Glas-Iglus, einem Glas-Tipi sowie 60 weiteren Betten in Schnee-Iglus für ein besonderes Übernachtungserlebnis. Im warmen Bett liegend können die Gäste durch das Glasdach der Iglus die spektakulären Nordlichter über den Himmel tanzen sehen.

Weitere Glasigluhotels gibt es in Levi, auch das Arctic Snow Hotel bietet Übernachtungen im Glasiglu an.

- Artikel vom MTIuMTEuMjAxOA==

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