Nachhilfe kann Mädchen und Jungen in der Schule weiterbringen - zum Beispiel in Mathe © Senoldo / Fotolia.com Familie / Mein Leben

Jungen sind sportlich und interessieren sich für Naturwissenschaften, Mädchen sind sprachenbegabt und möchten einmal einen sozialen Beruf ergreifen – diese geschlechterspezifischen Stereotypen scheinen in Deutschland trotz aller Gleichstellungsdebatten noch immer in Stein gemeißelt zu sein. Dabei gründet der Unterschied zwischen den Geschlechtern im Bildungsbereich weniger auf biologischen Ursachen als vielmehr auf gesellschaftlichen Einflüssen. Nachhilfe in Mathe oder Deutsch kann daher effektiv zu echter Chancengleichheit beitragen. Ob der Unterricht online stattfindet oder im professionellen Nachhilfeinstitut vor Ort – die richtigen Angebote finden Interessierte besonders einfach über einen Vergleich.

Schulischer Erfolg hängt von geprägten Verhaltensmustern ab

In ihrem Bericht vom 5. März 2015 bescheinigt die OECD Deutschland eines der größten Geschlechtergefälle, wenn es um die Einstellung gegenüber Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern geht. Zwar erzielten Mädchen und Jungen im PISA-Test ähnliche Ergebnisse, doch fragt man 15-Jährige nach ihren Berufswünschen, so würden sich weniger als fünf Prozent der Mädchen, jedoch 20 Prozent der Jungen für einen Job im zukunftsträchtigen MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) entscheiden. Während die Jungen in den Naturwissenschaften punkten können, haben in puncto Lesekompetenz und allgemeinem Schulerfolg dagegen die Mädchen die Nase vorn. Die OECD führt diese deutlichen Unterschiede vor allem auf die Erwartungshaltungen von Eltern und Lehrern zurück, welche immer noch von geschlechtsstereotypen Verhaltensmustern geprägt sind.

Wie die Gesellschaft Einfluss auf den Schulerfolg von Mädchen und Jungen nimmt

Dass Mädchen und Jungen in allen Fächern prinzipiell das gleiche Potential haben, zeigt sich insbesondere in den erfolgreichen Volkswirtschaften in Asien: Hier erzielen Mädchen in Mathematik ebenso gute Leistungen wie Jungen, die wiederum ein überdurchschnittliches Leseverständnis entwickeln, ein Beleg dafür, dass geschlechterspezifischer schulischer Erfolg beziehungsweise Misserfolg tatsächlich maßgeblich von den Erwartungen der Eltern abhängig ist. In Deutschland wird Mädchen noch immer die hilfsbereite und zurückhaltende Rolle zugewiesen, Jungen sollen dagegen toben und sich für Technik interessieren. Als Vertreter des „starken Geschlechts” neigen Jungen jedoch dazu, sich zu überschätzen, weshalb sie in der Schule oft wenig Anstrengungsbereitschaft an den Tag legen. Dazu kommt, dass Jungen Bildung tendenziell als „weiblich” wahrnehmen: Schließlich besteht sowohl das Betreuerteam der Kita als auch das Lehrpersonal an der Grundschule überwiegend aus Frauen. Ein Grund dafür, dass Bildung im Selbstbild von Jungen nur eine untergeordnete Rolle spielt?

Derweil müssen Mädchen – auch wenn sie im Fach Mathematik gute Noten erreichen – auch heute noch ab und zu hören, dass Naturwissenschaften „Männersache” sind und es ihnen sicher schwerfällt, mathematische Zusammenhänge zu verstehen. So entwickeln sie mit der Zeit Ängste und Vorbehalte gegenüber den MINT-Fächern und sie gehen gehemmt an Aufgabenstellungen heran, die sie eigentlich ohne Probleme lösen könnten. Durch Nachhilfe in Mathematik können verunsicherte Mädchen ihr Selbstbewusstsein wieder aufbauen und das Vertrauen in ihre analytischen Fähigkeiten zurückgewinnen. Jungen, die ihre Lesekompetenz verbessern möchten, lernen in der Nachhilfe in Deutsch Übungen kennen, die das Potential haben, Lust auf das Lesen und Bücher zu wecken.

Nachfolgend haben wir ausgewählte Angebote in ganz Deutschland zusammengestellt:

Mit pädagogischen Konzepten dem Ungleichgewicht entgegenwirken

Von einer differenzierten und individuellen Förderung – wie sie der zusätzliche Unterricht bietet – profitieren Mädchen und Jungen gleichermaßen. Statt des Geschlechts stehen dabei die Persönlichkeit, die Stärken und Schwächen des Einzelnen sowie der persönliche Förderbedarf im Fokus des Lehrers. Anstatt Unterschiede zu verstärken, gehen Pädagogen einfühlsam auf die geschlechtsspezifischen Ausgangslagen ein: So lassen sich beispielsweise Jungen eher mit Comics zum Lesen animieren, während Mädchen gerne zu Romanen und Zeitschriften greifen.

Explizit mit der Gender-Problematik befasst sich die geschlechterbewusste Pädagogik. Sie möchte ein Bewusstsein schaffen für bestehende Rollenklischees und durch das Hinterfragen gesellschaftlicher Normen und persönlicher Einstellungen starre mädchen- beziehungsweise jungentypische Verhaltensmuster aufbrechen.

Nachhilfe als ein Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit

Nachhilfe in der Grundschule oder auch als Vorbereitung auf das Abitur trägt zu einer Angleichung der Bildungschancen von Jungen und Mädchen bei. Dank der Unterstützung eines engagierten Lehrers freuen sich viele Schüler oft schon nach wenigen Stunden über Erfolgserlebnisse und bauen so das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten aus. Häufig erhalten sie auch Tipps, wie sie ihre Lerntechniken verbessern können. So ist es Mädchen und Jungen selbst in ungeliebten Fächern möglich, mit neuer Motivation durchzustarten und traditionelle Rollenklischees hinter sich zu lassen.

Nachhilfe findet als Einzel- und Gruppenunterricht statt. In Einzelstunden kann der Lehrer besonders intensiv auf die individuellen Probleme eines Schülers eingehen, während dieser nicht fürchten muss, sich vor Mitschülern zu blamieren. In Gruppenstunden erleben Schüler dagegen Teamgeist und sie erfahren, dass Schulprobleme nichts Außergewöhnliches sind.

Relativ günstige Lernhilfe bieten – mit einem Stundensatz zwischen zehn und fünfzehn Euro – Studenten, pensionierte Lehrer oder ältere Schüler. Etwas mehr als die Hilfe von privater Seite kostet der Unterricht an einem Institut. Die Kosten, die bei professionellen Anbietern zwischen 100 und 150 Euro monatlich betragen, von der Steuer absetzen können nur wenige Familien. Lediglich bei häufigen, beruflich bedingten Umzügen oder bei Legasthenikern sind Aufwendungen für die Nachhilfe steuerlich absetzbar. Sicherlich wäre eine Änderung dieser Regelung hilfreich, um Eltern die Entscheidung für eine gezielte Nachhilfe in bestimmten Fächern zu erleichtern.

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- Artikel vom MjAuMDQuMjAxNQ==

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