Kosmetik? Make up-Artist im Studio © SolisImages / Fotolia.com Bildung / Mein Beruf

Visagistin, Make-up-Artist, Kosmetikerin, Stylist, diese Begriffe werden häufig synonym verwendet, bedeuten aber nicht alle das Gleiche. Gerade die Berufe des Kosmetikers und des Visagisten werden häufig verwechselt, dabei haben sie nicht viel gemeinsam. Während sich Kosmetikerinnen hauptsächlich mit pflegender Kosmetik beschäftigen, steht bei Visagistinnen das Dekorative – das durchaus auch ins Künstlerische gehen kann – im Vordergrund.

Pflege und Beratung: der Alltag einer Kosmetikerin

Eine Kosmetikerin beschäftigt sich in ihrem Beruf mit der Pflege des gesamten Körpers, von Hautanalysen über kosmetische Behandlungen bis hin zu Massagen und Haarentfernung. Die von Kosmetikerinnen angebotenen Dienste haben einen gesundheitserhaltenden, vorbeugenden sowie pflegenden Charakter. Nicht selten arbeiten sie mit Hautärzten zusammen und bieten spezielle Behandlungen für Kunden mit Erkrankungen wie beispielsweise Akne und Rosacea an.
Kosmetikerinnen reinigen die Haut ihrer Kunden und führen im Anschluss pflegende Behandlungen durch. Sie beraten zudem bezüglich der Hautpflege zu Hause und verkaufen in diesem Zusammenhang häufig entsprechende Kosmetikprodukte. Daneben bieten zahlreiche Kosmetikerinnen auch Dienstleistungen aus dem Bereich der dekorativen Kosmetik an, beispielsweise typgerechte Make-ups, das Lackieren der Nägel sowie eine Farb- und Typberatung. Einige Kosmetikerinnen haben sich auf bestimmte Themengebiete spezialisiert und bieten gerade in diesen Bereichen besonders umfangreiche Dienste an.

Visagisten: Make-up-Künstler und Verwandlungsexperten

Die Bezeichnung Visagist leitet sich vom französischen Wort für Gesicht ab. Dementsprechend ist die Verschönerung dieser Körperpartie die Hauptaufgabe von Visagisten. Heute ist auch der englische Begriff „Make-up Artist“ gebräuchlich. Visagisten erstellen sowohl Stylings mit Make-up als auch aufwändige Studio- und Special-Effect-Make-ups für professionelle Foto- und Filmproduktionen. In diesem Zusammenhang sind ihre Aufgaben vergleichbar mit denen des Maskenbildners. Entgegen ihrer Berufsbezeichnung beschränkt sich das Tätigkeitsfeld von Visagisten jedoch nicht nur auf das Gesicht, sondern umfasst auch die Haare, die passend zum Make-up gestylt werden.

Wo arbeiten Kosmetikerinnen und Visagisten?

Kosmetikerinnen findet man oft in Friseursalons, Kosmetikstudios oder -fachgeschäften, Hotels und Wellnessanlagen. In einigen Fällen bieten auch Hautarztpraxen – besonders, wenn sie auf ästhetische Belange spezialisiert sind – zusätzlich die Dienste einer Kosmetikerin an. Visagisten können in Friseursalons und Kosmetikfachgeschäften ebenso arbeiten wie in Film- und Fernsehanstalten, beim Theater, bei Video- und Fotoproduktionen sowie auf Modenschauen. Gerade die Bereiche Film und Theater, die Mode- oder Fernsehbranche stellen Visagistinnen ein und fordern auch, dass diese flexibel und an diversen Orten tätig sind.

Mobile Visagistinnen und Kosmetikerinnen sind daher gefragt. Auch Privatpersonen genießen gerne den Komfort, nicht mehr zum Kosmetikstudio gehen zu müssen. Gerade bei Hochzeiten fehlt es Braut und Gästen an Zeit und sie freuen sich über den Dienst vor Ort. Die mobilen Kosmetikerinnen verfügen oft über ein großes Angebot an Make-Up sowie über die nötigen Styling-Utensilien. Im Falle besonderer Wünsche, sei aber grundsätzlich dazu geraten, diese der Kosmetikerin mitzuteilen. Alles, was die Kosmetikerin dann braucht, ist ein Raum mit einer guten Beleuchtung, ausreichend Platz und eine Steckdose.

Viele Visagisten sind freiberuflich tätig und werden für einzelne Aufträge gebucht. Ihre Visitenkarte ist in der Regel eine Mappe mit Arbeitsproben, die über ihr Können und ihren Stil Auskunft gibt. Mit dieser stellen sie sich potenziellen Auftraggebern vor. Wer sich einen Namen in der Branche gemacht hat, erhält seine Kunden zumeist durch Empfehlungen. Seltener ist die Festanstellung, wie zum Beispiel bei einem großen Kosmetikkonzern.

Die Ausbildung

Wie wird man Visagistin oder Kosmetikerin? Hinter den Berufen steckt mehr als nur die Vorliebe für Make-up oder Hauptpflege – jedenfalls, wenn man seriös auftreten möchte und andere Menschen nicht schlecht beraten oder gar schaden möchte.

So wird man Kosmetikerin

Ausbildungen zum/zur Kosmetiker/in werden in unterschiedlichen Formen angeboten, da der Beruf nicht geschützt und die Ausbildung gesetzlich nicht geregelt ist. Einzig bei der dreijährigen Ausbildung im dualen System, die in der Berufsschule sowie einem Betrieb absolviert wird, gibt es staatliche Regeln und eine anschließende staatliche Prüfung vor der Handwerkskammer. Allerdings ist die Ausbildung an einer Privatschule meist höher angesehen, da deren Absolventen in der Regel über eine breitere Palette an Fähigkeiten verfügen. Länge der Ausbildung und Unterrichtsstundenzahl pro Woche variieren je nach Schule. Sogar eine Fernausbildung ist möglich – hier fehlt jedoch zumeist der wichtige Praxisteil. Alle Varianten müssen meist selbst finanziert werden. Eine Kosmetikausbildung kann auch nebenberuflich absolviert werden. Dies ist nicht zu verwechseln mit dem Studiengang der Kosmetologie, den einige Hochschulen in Deutschland anbieten, denn dieser ist ausschließlich für Lehrer im Körperpflegebereich gedacht, oder dem Studium der Kosmetikwissenschaften, das auf eine Karriere in der herstellenden Industrie vorbereitet.

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Die Visagistenausbildung

Der Beruf des Visagisten ist nicht geschützt. Das heißt, es gibt keinen offiziellen Ausbildungsweg, sondern viele Ausbildungsvarianten und jeder darf sich Visagist nennen. Der klassische Weg ist eine abgeschlossene Ausbildung zum Friseur in Verbindung mit einer zusätzlichen Kosmetikausbildung.
Durch die stärker werdende Präsenz in den Medien, beispielsweise durch TV-Formate, interessieren sich immer mehr Menschen für eine Karriere als Visagist. Dementsprechend breit gefächert ist das Angebot an verschiedenen Kursen privater Kosmetikschulen. Die Kosten sind dabei von den Teilnehmern selbst zu tragen und belaufen sich nicht selten auf mehrere Tausend Euro. Private Anbieter vermitteln das benötigte Wissen meist als Kompaktlehrgang innerhalb weniger Wochen. Interessierte sollten alle Angebote sorgfältig vergleichen, um bei der Vielzahl von Kursen an einen seriösen Anbieter zu gelangen.
Beide Berufe – Visagist wie Kosmetiker – verlangen ähnliche Voraussetzungen: Freude am Umgang mit Menschen, Kreativität, Flexibilität, Sinn für Mode sowie hohe körperliche Belastbarkeit.

Wann zur Kosmetikerin und wann zum Visagisten?

Der Besuch einer Kosmetikerin soll in erster Linie der Entspannung und Erholung dienen. Sich einmal rundum verwöhnen lassen und die Sorgen des Alltags vergessen, sind für viele Menschen die Hauptgründe für einen Besuch beim Kosmetiker. Selbstverständlich stehen auch die typgerechte Pflege der Haut sowie der Kauf spezieller Kosmetikprodukte im Fokus.
Ein Visagist ist die erste Adresse, wenn es darum geht, für einen besonderen Anlass gut auszusehen. Ob zur Hochzeit oder für den Termin bei einem Fotografen, Visagisten sind Profis für Make-up und Haarstyling, egal ob dezent, extravagant oder einfach mal ganz anders.

Adressen für Kosmetikschulen finden Sie hier

Visagisten als Stars der Modewelt und des YouTube-Zeitalters

Viele Hollywoodstars und Topmodels schwören auf ihren privaten Visagisten. Wer in diesem Geschäft zur obersten Riege gehört, wird für Fotoshootings oder die großen Shows der Modewelt extra eingeflogen. Etablierte Kosmetikhersteller und Modehäuser setzen ebenfalls auf Visagisten, um ihre Kollektionen in Szene zu setzen beziehungsweise weiterzuentwickeln oder gar neu zu erfinden. Zu den Visagisten, die sich etabliert und ihre eigene Kosmetiklinie herausgebracht haben, gehören beispielsweise Bobbi Brown, Terry de Gunzburg und Rose-Marie Swift. Oft sind Visagisten und Visagistinnen Quereinsteiger, berühmtes Beispiel hier ist Artistic Director Dick Page.
In den letzten Jahren haben es auch zahlreiche Visagisten dank YouTube zu großer Bekanntheit gebracht. Lisa Eldridge, Wayne Goss und die Pixiwoo Schwestern zählen zu den ganz großen Namen, deren online einsehbare Videos von Millionen Fans angeklickt werden. Mit ihrer Mischung aus ausgefallenen Make-up-Looks sowie Tipps und Tricks für den Alltag wurden die Make-up-Artists selbst zu modernen Berühmtheiten und der Beruf Visagist zu einem Traum für unzählige ihrer Fans.

- Artikel vom MTYuMDYuMjAxNQ==

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