Naturkosmetik © Floydine - Fotolia.com Gesundheit / Mein Körper

Naturkosmetik wird im Gegensatz zu herkömmlichen Kosmetika aus natürlichen, meist pflanzlichen Rohstoffen hergestellt, was sie schonender für die Umwelt und den Menschen macht. Die umwelt- und tierfreundliche Produktion sowie die wachsende Anzahl an rein veganen Pflegeprodukten machen diese für viele Menschen zu einer beliebten Alternative zu Artikeln mit synthetischen Inhaltsstoffen.

Zwar gibt es keine internationale, einheitliche Definition, bestimmte Inhaltsstoffe werden aber grundsätzlich nicht verwendet. Dazu gehören Polyethylenglykol, 1,2-Propandiol, Silikone, synthetische Duftstoffe, Parabene, Paraffine sowie sonstige Mineralöl- oder Erdölprodukte.

Naturkosmetik: Begriff und Inhaltsstoffe

Der Begriff Naturkosmetik wurde bisher rechtlich nicht eindeutig festgelegt und geschützt. Die vom Bundesgesundheitsministerium im Jahr 1993 vorgeschlagene Definition enthielt lediglich eine Beschränkung der enthaltenen Konservierungsstoffe und besagte, dass die verwendeten Inhaltsstoffe „tierischen, pflanzlichen oder mineralischen Ursprungs“ sein mussten.

Zur Jahrtausendwende legte auch der Europarat eine Begrifflichkeit fest, deren Basis die pflanzliche, mineralische oder tierische Rohstoffherkunft, die Vermeidung gesundheitsschädlicher Verunreinigungen sowie eine Beschränkung der Weiterverarbeitung auf mikrobiologische, physikalische und enzymatische Methoden bildet.

Die Inhaltsstoffe sind in der Regel pflanzlich, teilweise aber auch noch tierischer oder mineralischer Herkunft. Mengenmäßig sind die wichtigsten Inhaltsstoffe Fette, Wachse und Öle wie Olivenöl, Sojaöl, Bienenwachs oder Sheabutter. Auch Zucker spielt als Rohstoff für waschaktive Inhaltsstoffe eine wichtige Rolle. Ethanol, das fermentativ gewonnen wurde, kommt beispielsweise in Parfüms oder Deodorants zum Einsatz. Daneben werden auch diverse ätherische Öle, Blütenwässer, Kräuterextrakte und natürliche Aromen verwendet. Der Einsatz von Konservierungsstoffen und Emulgatoren ist bei Biokosmetik auf natürliche Substanzen beschränkt. Kunden haben darüber hinaus die Wahl zwischen Naturkosmetik ohne Parfüm und Naturkosmetik ohne ätherische Öle.

Natürliche Kosmetik aus kontrolliert biologischem Anbau

Naturwaschmittel sind aufgrund des Einsatzes von milderen pflanzlichen Tensiden beziehungsweise des Verzichts auf waschaktive Tenside zwar hautfreundlicher, sie haben jedoch im Vergleich zu konventionellen Pflegeprodukten eine geringere Waschkraft. Viele Naturprodukte werden darüber hinaus nur als solche gekennzeichnet, wenn keinerlei Gentechnik, ionisierende Strahlung und Tierversuche zum Einsatz kommen.

Verschiedene Systeme wurden im Laufe der Zeit entwickelt, um Naturkosmetik-Produkte zu kennzeichnen. Zum einen wird vorausgesetzt, dass die pflanzlichen Rohstoffe zumindest zum Teil aus ökologischem Anbau stammen. Käufer finden entsprechende Siegel auf den Verpackungen der Produkte. Aber auch bei Produkten ohne gesonderte Kennzeichnung kann es sich um Naturkosmetik handeln. In diesen Fällen ist es möglich, dass die Hersteller aus Kostengründen auf die Zertifizierung verzichtet haben.

Vorteile der Naturkosmetik

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kosmetikprodukten werden bei der Herstellung von Naturkosmetik überwiegend natürliche Rohstoffe verwendet. In jedem Fall wird sie aber umweltfreundlich produziert und verpackt sowie nicht an Tieren getestet. Chemikalien wie Mineralöle, Aluminiumsalze und Parabene sind, wie bereits erwähnt, nicht enthalten.

Die natürlichen Inhaltsstoffe in der Biokosmetik sind weniger hautirritierend und allergen. Aus diesem Grund werden natürliche Produkte häufig auch bei empfindlicher Haut angewendet. Auch der Kostenfaktor spielt mittlerweile keine wesentliche Rolle mehr. Der Preisunterschied ist weniger groß als noch vor einigen Jahren, was die Produkte für eine breite Zielgruppe interessant macht.

Von Zitronenmelisse bis Aloe Vera

Mittlerweile besinnen sich die Menschen zurück auf ursprüngliche, organische und natürliche Stoffe, sei es bei Möbeln und Textilien oder im Lebensmittelbereich. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch Naturkosmetik einen großen Aufschwung erlebt. Ursprüngliches Wissen trifft heute dabei auf moderne Kosmetik-Technologie.

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1. Ätherische Öle

Zu den klassischen Inhaltsstoffen der Naturkosmetik zählen ätherische Öle, die zum Beispiel aus Pflanzen wie Lavendel, Rosen oder Kamille gewonnen werden. Auch die Öle der Zitronenmelisse kommen vielfach zum Einsatz, etwa in „Melissengeist“ oder zahlreichen Rasier- und Mundwassern.

2. Kräuter

Eine große Rolle spielen darüber hinaus Kräuter. So kommen beispielsweise Salbei-Extrakte wegen der porenverengenden, desinfizierenden Wirkung in Produkten gegen unreine Haut oder in Deodorants vor. In Haarwässern ist häufig Brennnessel zu finden, die dafür bekannt ist, den Stoffwechsel anzuregen.

3.Aloe Vera

Noch vor wenigen Jahren galt die Aloe Vera als absoluter Trend. Produkte, die Substanzen der Grünpflanze enthalten, versprechen bis heute vor allem, Haare und Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen. Darüber hinaus wirkt Aloe Vera bakteriostatisch und stimuliert das Zellwachstum. In Kosmetika ist sie häufig als natürliches Konservierungsmittel zu finden.

4. Gurke

Ein sehr bekanntes, häufig angewandtes Produkt für eine straffe und schöne Haut ist die Gurkenmaske. Heute gibt es eine große Palette an Produkten, in denen Gurkenextrakt enthalten ist.

5. Maritime Inhaltsstoffe

Nicht zuletzt sind auch Algen Teil der Naturkosmetik. In Meereskosmetik werden vor allem Mikroalgen verwendet. Die enthaltenen Aktivstoffe aus dem Meer und die Mineralien sind besonders hautverträglich und spielen auch in Sachen Zellschutz eine große Rolle. Zu dieser Gruppe zählen ebenso Pflegeprodukte, die Salz des Toten Meeres beinhalten.

Wo kann ich Naturkosmetik kaufen?

Wer sich Produkte zur Eigenbehandlung kaufen möchte, erhält sie in der Apotheke, in Drogerien wie Rossmann oder dm sowie über Shops im Internet. Vor allem online lässt sich Naturkosmetik günstig kaufen. Aber Vorsicht, auf dem Online-Markt gibt es einige „schwarze Schafe“, die gefälschte Produkte anbieten.

Neben Kosmetik gegen Pickel, unreine Haut und Akne gibt es zahlreiche natürliche Produkte für die Haarpflege und den Make-up-Bereich. Diese sind auch in Supermärkten erhältlich. Bio Naturkosmetik wird also immer vielfältiger und findet sowohl bei Damen als auch bei Herren großen Anklang.

Was bedeutet ganzheitliche Kosmetik?

Naturkosmetik sorgt dafür, dass die Haut wieder „atmen“ kann. Sie wirkt schützend und pflegend und hilft ihr, die eigenen Fähigkeiten zu reaktivieren. „Ganzheitlich“ geht jedoch über den reinen Einsatz von Kosmetikprodukten hinaus. Ein irritiertes Hautbild, Unreinheiten, Falten und Verfärbungen sind in der Regel Folgen von tieferreichenden Ursachen. Die menschliche Haut ist schließlich das Spiegelbild der eigenen Seele, der Lebensgewohnheiten und der Ernährung, heißt es. Mit Hilfe einer ganzheitlichen Kosmetikbehandlung werden die verschiedenen Hautzustände wieder in das ursprüngliche Gleichgewicht gebracht.

Eine ganzheitliche Behandlung kann je nach Bedarf zum Beispiel aus folgenden Einzelbehandlungen bestehen:

  • Dampfbad
  • Fußbad
  • Arm- und Fußeinstreichungen
  • Tiefenreinigungsmaske
  • warme Ölpackung
  • Nacken- und Dekolletee-Massage
  • Ampullenkur
  • Tagespflege
  • Make-up

Ebenso sind entspannende Ganzkörpermassagen möglich. Mit sanftem Druck werden Ablagerungen, Gift- und Schlackenstoffe abtransportiert. Blockaden, Verspannungen und Stauungen lösen sich, die Regeneration der Haut wird angeregt. Gleichermaßen fühlt sich der gesamte Organismus angenehm durchwärmt und entspannt an.

Die Ausbildung zur Naturkosmetikerin

Schon seit Jahrtausenden nutzen die Menschen heilkräftige Kräuter und Pflanzen zur Unterstützung, Heilung und Gesunderhaltung des menschlichen Organismus. Was früher in erster Linie der Intuition der Menschen unterlag, basiert heute auf jahrhundertelangen Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Natürlich ist eine gewisse Intuition noch heute vorhanden. Denn wer sich im Laufe der Zeit Kenntnisse über die faszinierende Welt der Pflanzen aneignet, erfährt ganz automatisch mehr über ihre kraftvolle Wirkungsweise.

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Eine ausgebildete Naturkosmetikerin ist dazu in der Lage, ein Produkt selbst herzustellen und weiß zu 100 Prozent, welcher Inhalt in einem Produkt steckt. Naturreine Öle, frisches Pflanzengut und Mazerate kann sie genau dosieren und an die individuellen Bedürfnisse der Kunden anpassen, ohne dabei auf künstlich hergestellte oder chemische Inhaltsstoffe zurückzugreifen.

Die Anzahl von Kundinnen und Kunden, die naturkosmetisch behandelt werden möchten, steigt stetig. Der Grund liegt in der sanften Behandlungsweise. Die Haut wird harmonisiert und nicht manipuliert. Eine entspannende Wirkung spielt dabei eine große Rolle.

Arbeitsweisen von Naturkosmetikerinnen

Eine ganzheitliche Naturkosmetikerin ist in Bezug auf die Behandlung, Gesunderhaltung und Pflege der Haut, des Körpers und der Nägel eine Fachfrau. Im Rahmen der Ausbildung werden fundierte Kenntnisse in den Bereichen Aromatherapie, Basisöle, Kräuterkunde, Herstellung eigener Mittel sowie die Behandlung von verschiedenen Hautzuständen mit natürlicher Kosmetik vermittelt. Neben der Wirkstoffkunde ist auch die ganzheitliche Behandlung ein Schwerpunkt der Ausbildung.

National sowie international zählt der Bereich zu den Wachstumsbranchen. Wer die Ausbildung als „geprüfte Naturkosmetikerin“ erfolgreich absolviert hat, kann sowohl in einem Angestelltenverhältnis arbeiten oder sich für eine selbstständige Tätigkeit entscheiden. Naturkosmetikerinnen sind vor allem in Kosmetik-Instituten, Wellness-Bereichen auf Kreuzfahrtschiffen, in Clubanlagen, in Spa-Hotels, in Parfümerien und Drogerien sowie auf Schönheitsfarmen anzutreffen.

Das Angebot einer selbstständigen Naturkosmetikerin kann sich über die Bereiche Naturkosmetik, dekorative Naturkosmetik, natürliche Parfums, Aromatherapie, natürliche Reinigungs- und Waschmittel, Bio-Kräuter, Bio-Tees sowie Bio-Gewürze erstrecken. Kunden haben die Wahl zwischen verschiedenen Marken, wie zum Beispiel „Primavera“, „Santaverde“, „Living Nature“ und vielen mehr.

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Für Kinder und Allergiker geeignet

Die zunehmende Beliebtheit der Naturkosmetik ist nicht nur auf die ökologische Herstellung der Produkte zurückzuführen. Auch die bessere Verträglichkeit im Vergleich zu herkömmlichen Produkten ist ein großer Pluspunkt. Ohne chemische Zusätze soll die Haut durch die Anwendung in ihren natürlichen Funktionen gestärkt werden.

Naturkosmetik ist für jeden Menschen interessant, der auf ein umweltfreundliches Verhalten Wert legt. Des Weiteren reagieren immer mehr Menschen sensibel auf die chemischen Inhaltsstoffe gewöhnlicher Kosmetikprodukte. Die aggressiven chemischen Stoffe, Duft- und Konservierungsstoffe reizen die Haut. Die naturbelassenen Produkte rufen hingegen keine Beschwerden hervor.

Auch Allergiker profitieren von natürlicher Kosmetik. Allerdings ist nicht gänzlich auszuschließen, dass sich vorhandene Allergien durch die Inhaltsstoffe ebenfalls verschlechtern. Deshalb ist es ratsam, ein Produkt stets zunächst an einer Stelle am Arm zu testen. Sofern keine Rötung entsteht, ist das Produkt bedenkenlos verwendbar. Gleiches gilt auch für Naturkosmetik für Kinder.

- Artikel vom MTYuMDcuMjAxNQ==

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