Den Wiedereinstieg richtig organisieren © familieberlin Familie / Mein Leben

Die Elternzeit ist für jede Frau eine besondere Zeit. Egal, wie lang sie andauert, ob zwei Monate oder ein Jahr – in dieser Zeit entwickelt man einen eigenen, neuen Rhythmus. Ein neues Familienmitglied kommt dazu, bestimmt und verändert den Alltag. Oft nimmt sich auch der Partner einige Zeit frei, sodass man auf sich und seine Familie fokussiert sein kann.

Kein Wunder also, wenn der Wiedereinstieg ins Berufsleben nach dieser Zeit schwer fällt. Manche Frauen sehnen sich nach der Abwechslung zum Familienalltag, andere sehen dem Neustart mit Sorge entgegen. Egal, welche Einstellung man hat, der Wiedereinstieg ist anstrengend. Nun steht nicht mehr nur die Familie im Mittelpunkt, auch der Job ist wichtig. Die Aufgaben und Projekte, die einem übertragen werden, wollen erfüllt werden. Genug Zeit für die Familie soll auch noch vorhanden sein und im Idealfall auch Zeit für die Partnerschaft und für sich selbst. Die Ansprüche, die sich Frauen oftmals selbst auferlegen, sind groß – ebenso die Ängste, zu versagen. Mit guter Planung kann man jedoch versuchen, allem in gewissem Maße gerecht zu werden.

Organisation ist alles – den Wiedereinstieg ernst nehmen

Steigt die Frau nach einer gewissen Auszeit wieder in den Job ein, gilt es, mehrere Dinge unter einen Hut zu bekommen. War man eine Weile aus dem Arbeitsalltag raus, kennt Projekte und Kollegen nicht, oder muss sich an neue Prozesse gewöhnen, sollten in der Anfangszeit andere Dinge hintenanstehen. Gerade in den ersten zwei bis drei Wochen nach dem Wiedereinstieg ist es wichtig, den Rücken frei zu haben. Sei es, indem sich der Mann komplett um die Kinder bzw. die Eingewöhnung bei der Tagesmutter oder in der Kindertagesstätte kümmert, oder vielleicht jemand aus der Familie aushilft. Wenn die Frau zeigen möchte, dass sie wieder arbeitet und im Büro alles geben möchte, sollte sie sich keine Sorgen um ein krankes Kind oder das Abendessen machen müssen.

Besprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Mann, wie Sie sich den Wiedereinstieg vorstellen. Vielleicht kann er Urlaub nehmen und Sie auf diese Weise in allem entlasten. Kann ihr Partner keinen Urlaub nehmen, kann er sich möglicherweise um das Bringen und Abholen vom Kindergarten kümmern. Sorgen Sie dafür, dass Sie am Wochenende alle wichtigen Dinge besorgen, einkaufen oder sogar vorkochen. Je weniger Sie nach der Arbeit erledigen müssen, umso entspannter sind Sie während der ersten Tage. Denn diese sind oft entscheidend für den Eindruck, denn Sie bei Kollegen und Vorgesetzten hinterlassen.

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Arbeitszeiten mit dem Vorgesetzten vereinbaren

Besprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Chef, wann Sie wiederkommen und wie viele Stunden Sie arbeiten können. So kann er sich darauf einstellen und Ihnen einen reibungsloseren Start ermöglichen. Kommunizieren Sie auch ganz klar Öffnungszeiten und Schließtage der Kinderbetreuung. Der Kindergarten macht um 16 Uhr zu? Das sollte Ihr Vorgesetzter wissen, um Termine oder Schichten entsprechend planen und einteilen zu können. Kommunizieren Sie auch, wenn Sie Hilfe von Freunden oder Familie haben. Das nimmt Ihrem Chef die Sorge, dass Sie oft ausfallen und eventuell Projekte nicht betreuen können.

Vereinbarkeit beginnt in der Partnerschaft

So klar die Absprachen mit dem Arbeitgeber im Vorfeld sein müssen, so deutlich müssen Sie auch mit dem Partner sein. Es ist oft die Regel, dass die Frau weniger arbeitet als der Mann, um sich mehr um die Kinder zu kümmern. Das bedeutet noch lange nicht, dass Ihr Job deswegen weniger wichtig ist. Beide Partner sollten sich einig sein, wie viel sich jeder um die Kinder kümmert. Deswegen: Reden Sie miteinander und klären Sie Ihre Erwartungshaltung. Auch Prioritäten sollten klar sein. Manche Termine können nicht verschoben werden und dann ist es klar, dass der Partner daheim bleiben muss. Nur weil der Mann vielleicht mehr verdient, heißt es nicht, dass nur die Frau daheim bleiben muss, wenn das Fieberthermometer über 39 Grad steigt. Kompromisse müssen beide Seiten eingehen, wenn ein guter Start in den Job gewährleistet sein soll. Sind diese aus beruflichen Gründen nicht möglich, müssen eventuell die Hobbys etwas zurückgefahren werden.

Um einen besseren Überblick über die gesamte Planung zu haben, hilft es, die Dinge zu veranschaulichen. Dazu eignet sich ein gemeinsamer Kalender. Entscheiden Sie, ob Sie eher der mobile Typ sind, oder einen Kalender aus Papier bevorzugen. Oft sind mobile Varianten hilfreicher, da Sie so auch unterwegs sehen, ob Sie Termine wahrnehmen können. Zusammen mit einem gemeinsamen Listensystem für Einkaufs- und To Do- Listen hilft das bei der Gesamtorganisation.

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Sie selbst dürfen nicht auf der Strecke bleiben

Der Wiedereinstieg in den Job schlaucht gerade zu Beginn. Neue Absprachen, neue Rhythmen und doppelte Belastungen zerren auch an einem persönlich. Ein Grund mehr, auch auf sich besonders zu achten. Das ist leichter gesagt, als getan, und deswegen sollten kleine, „persönliche Inseln“ in den Alltag integriert werden – sei es nur eine Tasse Tee oder ein Cappuccino im Café um die Ecke, bevor man die Kinder aus dem Kindergarten holt; es lädt die eigenen Akkus auf, bevor man seine Energie den tobenden Kindern auf dem Spielplatz widmet.

Viele Mütter neigen dazu, alles perfekt machen zu wollen. Gerade mit neuen und mehreren Aufgaben auf einmal ist das nicht immer möglich. Eine gesunde Portion Gelassenheit schützt vor neuen Falten. Statt Küche und Wohnung auf Hochglanz zu bringen, während die Kinder schlafen, lieber einfach mal aufs Sofa legen. Ein schönes Buch oder ein schöner Film helfen beim Abschalten und lenken vom möglichen Chaos innerhalb der vier Wände ab. Die Wäsche können Sie auch noch morgen machen und das Geschirr wird nicht dreckiger, wenn es einen Tag wartet. Sicher, diese Einstellung darf man nicht ständig an den Tag legen, sonst lebt man im dauerhaften Chaos. Doch gerade nach langen oder anstrengenden Tagen ist etwas Gelassenheit reiner Selbstschutz.

Auch etwas Wellness tut gut. Wenn gerade keine Zeit für ein entspannendes, langes Bad ist, reicht eine ausgiebige Dusche mit tollen Pflegeprodukten vollkommen aus. Dank der Wärme und dem Duft fühlt man sich danach wieder erfrischt und entspannt.

- Artikel vom MjguMTAuMjAxNQ==
Bella Berlin

ist stolze Berlinerin und führt ihren Blog familieberlin nach dem Motto „Berlin lieben, Berlin leben, Berlin sein“. Gemeinsam mit Mann und Kind entdeckt sie die Welt und berichtet darüber. Egal ob es Beiträge über schöne Dinge sind, oder über unangenehme, sie sind stets ehrlich und mit Herz geschrieben.

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