Die Feng Shui-Elemente © Africa Studio/ Fotolia.com Wohnen & Design

Wer ein neues Haus oder eine neue Wohnung bezieht, der nutzt oft auch die Gelegenheit, sich neu oder zumindest anders einzurichten. Trotz aller Mühen beim Vermessen, Planen, Streichen und Räumen kann es aber vorkommen, dass sich ein Wohlbehagen nicht recht einstellen will. Trost findet sich in solchen Situationen im Gedanken, dass man sich in der neuen Umgebung erst einleben muss. Andererseits gibt es Wohnungen und Räume, in denen man sich – so wie einem ein Mensch auf Anhieb sympathisch sein kann – sofort wohl und geborgen fühlt.

Die innere Abneigung kann daher rühren, dass die mit viel Liebe gestaltete Umgebung sich negativ auf das Wohlbefinden auswirkt. Die Lösung liegt jedoch nicht in einem erneuten Umzug oder einer kostspieligen Renovierung. Mit den Methoden des Feng Shui – der Lehre der Harmonisierung des Menschen mit seiner Umgebung – kann die Sympathie für das eigene Heim beziehungsweise dessen positive Beeinflussung des Bewohners (wieder) hergestellt werden. Dazu muss das Chi in den einzelnen Räumen eingefangen, gebannt und harmonisiert werden. Was das Chi ist? Im nächsten Absatz gibt es die Antwort.

Die Philosophie hinter dem Chi im Feng Shui

Das Chi (oder auch Ch’i oder Qi) ist in der chinesischen Philosophie die natürliche, unsichtbare Lebensenergie. Es durchdringt und begleitet alles, was existiert. Dabei tritt es in verschiedenen Beschaffenheiten auf. Chi kann einströmen, schneller oder langsamer fließen, sich verstreuen oder sammeln. Es kann aber auch gehemmt werden, sich eintrüben, verstopfen oder abfließen.

Im Feng Shui, das übersetzt „Wind“ und „Wasser“ bedeutet und damit die Elemente verbindet, von denen die Energie im klimatischen Bereich getragen wird, geht es darum, das Chi mit dem Wissen um seine Verhaltensweisen auf die richtige Art zu beeinflussen.

Auf die Haus- oder Wohnungseinrichtung nach Feng Shui übertragen, bedeutet das, vitales Chi so in den Lebensräumen aufzunehmen und zu leiten, dass es in einen harmonischen Fluss gebracht wird. Ein harmonischer Fluss, der weder zu reißend noch zu geradlinig fließt und sich nirgendwo staut, sondern ruhig und in sanften Kurven verläuft, tut dem Bewohner gut. Er wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus und steigert die Lebensqualität.

Feng Shui ist kein Einrichtungsstil oder geht wohnstilistisch mit fernöstlicher Gestaltung einher. Es ist eine taoistische Harmonielehre, deren Methoden zur Harmonisierung auf Wohnumfelder jeder erdenklichen Stilrichtung angewandt werden können. Ob Shabby Chic, moderner, mediterraner, orientalischer, skandinavischer, Kolonial- oder Landhausstil – Feng Shui lässt sich in jedem nach gewissen stilistischen Gesichtspunkten eingerichteten Lebensraum umsetzen.

Einrichten nach Feng-Shui – die BaGua-Methoden

Eine der wichtigsten Methoden im Feng Shui ist die BaGua-Methode, die auf dem BaGua des späteren Himmels gründet, das den Wandel des Lebens darstellt. BaGua bedeutet „Acht Trigramme“ und greift auf eines der ältesten chinesischen Schriftstücke, das Buch der Wandlungen (YiJing oder I-Ging), zurück, das dem klassischen Feng Shui wichtige Grundregeln und Grundlagen liefert. Dabei sind Trigramme Bildsymbole, die spezielle Eigenschaften besitzen. Bei der Anwendung der BaGua-Methode auf die Einrichtung einer Wohnung oder eines Hauses wird der Grundriss in die acht Trigramme und das Zentrum, Tai Chi, unterteilt. Den einzelnen Bereichen der Wohnung können dabei die speziellen Eigenschaften der Trigramme zugeordnet werden. Man unterscheidet Drei-Türen und Richtungs- oder Kompass-BaGua.

Das Drei-Türen-BaGua

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Das Drei-Türen-BaGua © imaginando/ Fotolia.com

Beim Drei-Türen-BaGua wird ein Raster mit neun gleichen Rechtecken so über den Grundriss der Wohnung oder des Hauses gelegt, dass der überwiegende Teil vom Schema erfasst wird. Die Seite des Rasters, die aus den Trigramm-Bereichen „Wissen“, „Karriere“ und „Hilfreiche Freunde“ besteht, muss dabei an der Wand angelegt werden, in der sich die Eingangstür befindet. Da der Eingang in jedem der drei Bereiche beziehungsweise links, mittig oder rechts in der Wand liegen kann, spricht man von „Drei-Türen-BaGua“. Während die Mitte des Hauses oder der Wohnung das Zentrum oder Tai Chi bildet, symbolisieren die acht äußeren Rechtecke oder Trigramme die verschiedenen Lebensbereiche.

Die Lebensbereiche können – ihren Eigenschaften entsprechend – durch die Nutzung gewisser, förderlicher Farben, Formen, Materialien und Accessoires gestärkt werden. Fehlbereiche, die bestehen, wenn der Grundriss nicht rechteckig ist und Beschneidungen der Lebensbereiche aufweist, müssen durch einen intensiven Einsatz von Hilfsmitteln ausgeglichen werden.

Das Kompass-BaGua

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Beim Richtungs- oder Kompass-BaGua des Feng Shui sind die Himmelsrichtungen entscheidend. Hierbei wird davon ausgegangen, dass jede Himmelsrichtung mit einem bestimmten Trigramm-Bereich in Verbindung steht und daher von den dazugehörenden Eigenschaften geprägt ist. Demzufolge wird das Raster nicht einfach an der Eingangsseite, sondern an den acht Himmelsrichtungen ausgerichtet und mit dem Lebensbereich „Karriere“ nach Norden, dem Lebensbereich „Wissen“ nach Nordosten usw. auf den Grundriss gelegt. Die Abfolge der Trigramme innerhalb des Rasters entspricht dabei der Abfolge innerhalb des Drei-Türen-BaGua.

Do it yourself oder ein Fall für die Feng Shui-Beratung?

Das Drei-Türen-BaGua ist eine Methode, durch die sich auch Anfänger der Einrichtung nach Feng Shui auf eine unkomplizierte Weise nähern können. Sie hilft dem Feng Shui-Einsteiger, die Wohnung oder das Haus als Abbild der eigenen Persönlichkeit zu verstehen, Problembereiche zu erkennen und diese durch harmonisierende Maßnahmen schnell und effektiv zu stärken. Gemäß des Makrokosmos-Mikrokosmos-Prinzips kann das Drei-Türen-BaGua auch auf größere Einheiten wie eine ganze Stadt oder eine Parkanlage aber auch auf bedeutend kleinere Einheiten wie den eigenen Garten oder ein einzelnes Zimmer angewandt werden.

Bereits beim Kompass-BaGua, das im Idealfall schon bei der Planung eines Hauses zum Einsatz kommt, wird von einem Feng Shui-Berater klassischerweise ein Feng Shui-Kompass (Luopan oder LoPan) angewandt. Behelfsweise kann der Bewohner aber auch selbst mit einem handelsüblichen Kompass messen.

Weitere Feng Shui-Methoden

Neben den BaGua-Methoden gibt es jedoch noch andere Methoden, die weitaus komplexer sind und verschiedener Analysen und Berechnungen bedürfen. Dazu zählen unter anderem die „Fliegenden Sterne“ oder die „BaZhai“-Methode. Bei den Fliegenden Sternen etwa, bei deren Anwendung orts-, richtungs- und zeitgebundene Einflüsse berücksichtigt werden, bewegen sich die „Sterne“, die den acht Trigrammen entsprechen und durch die Ziffern 1 bis 9 bezeichnet werden, in einem Diagramm mit neun Rechtecken in einem vorgegebenen Muster. Dabei spielen auch der Wasser-, der Berg- und der Zeitstern eine Rolle spielen, die teilweise unter Berücksichtigung der Himmelsrichtungen zu bestimmen sind. Hier heißt es spätestens, eine Feng Shui-Beratung zu nutzen, wobei die Beraterin oder der Berater auf Wunsch auch Störungen wie Erdverwerfungen oder Wasseradern durch Rutengehen ausfindig machen kann.

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Einrichtungstipps – Gestaltung nach den Grundregeln des Feng Shui

Die Einrichtung nach Feng Shui kann einen Ausweg aus einer unbehaglichen Wohnsituation bieten – doch nicht alles ist gleichzeitig umsetzbar. Auch sollte man sich bewusst sein, dass die hier vorgestellten, allgemeingültigen Tipps eine individuelle, auf den Bewohner und sein Zuhause ausgerichtete Feng Shui-Beratung nicht ersetzen können.

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Nach was verlangen die Feng Shui-Lebensbereiche?

Karriere (KAN): Der Feng Shui-Bereich Karriere symbolisierte den Karriere- und Lebensfluss und ist dem Element Wasser zugeordnet. Hier eignen sich:

  • Blaue Farben
  • Harmonisch fließende und bewegte Formen (eckige, kantige Formen meiden)
  • Alles, was den natürlichen Energiefluss fördert (unnötige, herumstehende, blockierende Dinge entfernen)
  • z.B. schön geschwungene Glasschalen mit Wasser; Bilder mit Wassermotiven oder weiten, wogenden Landschaften, die vom Blau des Himmels dominiert werden; Spiegel, die die Energie verdoppeln und die Wand öffnen und optisch weiter wirken lassen; klingende Gegenstände aus Metall (das Element Metall nährt das Element Wasser)

Partnerschaft (KUN): Der Feng Shui-Bereich Partnerschaft oder die Partnerschaftsecke steht für zwischenmenschliche Beziehungen und ist mit dem Elemente Erde verbunden. Hier eignen sich:

  • Ocker-, Braun-, Weiß- und/oder Rosétöne
  • Frische, blühende Blumen (getrocknete, sterbende oder tote, verwelkte Pflanzen sind zu vermeiden)
  • Gegenstände, die Gemeinsamkeit symbolisieren, am besten paarweise dekorierte (keine Objekte, die für Trennung und Einsamkeit stehen oder kaputt sind)
  • z.B. schöne Fotos mit dem Partner; Erinnerungsstücke an gemeinsame, glücklich verlebte Momente; eine gemütliche Sitzecke mit vielen Kissen, in der man es sich zusammen bequem machen kann

Familie (CHEN): Der Feng Shui-Bereich Familie steht für Familie und Vorfahren und ist dem Element Holz zugehörig. Hier eignen sich:

  • Grüne Farbtöne, auch Gelbtöne am Übergang zu einem Grün
  • Sehr grüne Pflanzen (als Vertreter des Elementes Holz)
  • Objekte (Erbstücke), die mit den Eltern oder anderen Vorfahren in Verbindung stehen
  • z.B. Accessoires mit hoch aufstrebenden Formen; Holz-Pflanzen wie Efeuaralie oder Palmlilie

Reichtum (SUN): Der Feng Shui-Bereich Reichtum oder die Reichtumsecke symbolisiert Reichtum sowohl in materieller als auch in ideeller Hinsicht und entspricht dem Element Holz. Hier eignen sich:

  • Grüne oder auch violette Farbtöne
  • Gesunde grüne Zimmerpflanzen und frische Blumen
  • Objekte, die das Ansammeln des Reichtums symbolisch ausdrücken und Wohlstand und Selbstbewusstsein ausdrücken
  • z.B. leere Schalen, die sich mit dem erhofften Besitz füllen können; bewegte Gegenstände wie Spiralen, die auf den Zufluss aktivierend wirken; ein Aquarium (das Element Wasser nährt das Element Holz) oder eine Wasserquelle für sprudelnden Geldsegen

Tai Chi: Der Feng Shui-Bereich Tai Chi steht für die Gesundheit und das innere Gleichgewicht und ist dem Element Erde zugeordnet. Hier eignen sich:

  • Gelbe und braune Farben
  • Freie, unbelastete Flächen, Freiräume (alles, was blockiert oder hemmt ist hier fehl am Platz) und viel Licht
  • Objekte aus Erdmaterialien wie Stein, Ton, Keramik oder Terrakotta
  • z.B. Bilder mit zentrierenden Motiven; eine schöne Lampe in der Raummitte; runde, achteckige oder sternförmige Decken- oder Bodenornamente gemalt oder aus Stuck, Fliesen, Mosaik oder als Teppich

Hilfreiche Freunde (QIEN): Der Feng Shui-Bereich Hilfreiche Freunde symbolisiert Lehrer, Förderer und andere Mentoren und steht mit dem Element Metall in Verbindung. Hier eignen sich:

  • Weiß-, Silber-, Grau- und Goldtöne
  • Objekte, die in der Erinnerung mit Freunden in Verbindung stehen
  • Gegenstände aus Metall in bevorzugt runder Form
  • z.B. Metallmöbel; metallene Klangspiele; Mineralien und Kristalle (das Element Erde nährt das Element Metall), das Telefon, das einen mit Freunden verbindet, eine Collage oder viele kleine Bilderrahmen mit Fotos von Freunden

Kinder (TUI): Der Feng Shui-Bereich Kinder steht für Kinder, Kreativität und Spaß am Leben und ist dem Element Metall zugeordnet. Hier eignen sich:

  • Weiß- und Metalltöne wie Silber und Gold
  • Verspielte Accessoires, die Kreativität veranschaulichen und fördern
  • Objekte aus Metall
  • z.B. künstlerische Bilder und Kunstobjekte; Selbstgebasteltes und -gestaltetes; eine Spielecke mit Spielzeug für Kinder; Utensilien, mit denen man die eigene Phantasie auslebt

Wissen (KEN): Der Feng Shui-Bereich Wissen steht für Gelehrsamkeit, Erkenntnis, Wissen und Weisheit und ist mit dem Element Erde verbunden. Hier eignen sich:

  • Erdtöne in allen Abwandlungen von gelb und braun
  • Ruhige, unaufgeregte, flache Formen und helles, die Erleuchtung verdeutlichendes Licht
  • Gegenstände mit denen man den Zuwachs an Wissen verbindet
  • z.B. Bücher; Leuchten mit hellen Leuchtmitteln; Bilder der Stille mit hohen Bergen oder einer Winterlandschaft

Ruhm (LI): Der Feng Shui-Bereich Ruhm steht für das Ansehen, das man genießt und ist dem Element Feuer zugehörig: Hier eignen sich:

  • Rote Farben
  • Helles Licht und Symbole für Leuchtkraft
  • Objekte mit spitzen Formen und scharfen Kanten
  • z.B. Lampen, die helles Licht ausstrahlen; Kerzen; glitzernde Accessoires; Bilder oder eindrucksvolle Einzelobjekte in extravaganten Formen und leuchtenden Farben

Unsere Liste ausgewählter Feng Shui Berater:

Do’s und don’ts auf der Grundlage des Feng Shui

Da das Chi durch den Eingang in die Wohnung oder das Haus fließt, sich im Flur sammelt und auf die übrigen Räume verteilt, ist eine schöne Gestaltung des Eingangsbereichs, das Kreieren einer angenehmen, einladenden Atmosphäre wichtig. Feng Shui-Maßnahmen sollten hier einer klaren Strukturierung, dem Verstauen und Ordnen von Schuhen, Taschen, Jacken, Schlüsseln, Pinnwänden, Postfächern und ähnlichem dienen. Besonders bei langen Fluren oder Dielen, die auf ein Fenster oder eine Tür zulaufen, muss einer Beschleunigung des Chi entgegengewirkt werden. Da das Chi den Grundregeln des Feng Shui gemäß dem Blick folgt, können hier Bilder, Leuchten oder Pflanzen Abhilfe schaffen, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

 

Auch in einem schönen, Konzentration und Produktivität fördernden Arbeitszimmer sollte Ordnung die Basis sein. Wichtig ist darüber hinaus, dass der Schreibtisch nicht direkt am Fenster steht. Der Blick sollte nicht aus dem Fenster gelenkt werden. Ebenso ungünstig ist eine Tür, die sich im Rücken befindet. Nicht zu sehen, woher der „Feind“ kommt, schafft Unruhe, während eine Wand im Rücken Stärkung und Schutz bietet. Kann der Schreibtisch nicht anders positioniert werden, kann man sich mit kleinen Spiegeln behelfen.

Im Schlafzimmer dagegen sollte im Idealfall auf Spiegel verzichtet werden. Die Reflexion eines der Partner kann sonst das Eindringen von Dritten in die Beziehung symbolisieren und zu Spannungen führen. Sind Spiegel gewünscht, kann man immerhin darauf achten, sie nicht über oder gegenüber dem Bett zu platzieren. Bei der Feng Shui Einrichtung des Schlafzimmers ist es zudem wichtig, dass das Bett mit dem Kopfende an einer Wand steht. Darüber hinaus sollte ein Platz zwischen einander gegenüberliegenden Fenstern oder zwischen Tür und Fenster vermieden werden, da ein „Durchzug“, ein zu starker Fluss des Chi, den Schlaf beeinträchtigen würde. Wenn das Fußende des Bettes auf eine Tür zeigt, strömt das Chi ebenfalls ungebremst auf den Schlafenden ein, weshalb auch diese Stellung des Bettes vermieden werden sollte.

- Artikel vom MjEuMDYuMjAxNg==

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