Persönliche Stilberater für Frauen © Africa Studio / Fotolia.com Beauty / Fashion

Stilberaterinnen und Stilberater können viel mehr als ihre Kunden in „Frühlings-“ oder „Herbsttyp“ einzuteilen. Es geht ihnen auch nicht darum, pauschale Schönheitsideale aus der aktuellen Folge GNTM nachzubilden, sondern um viel mehr: Professionelle Stilberater kümmern sich meist nicht nur um Farben und Optik, sondern um die Ausgestaltung einer individuellen Persönlichkeit – und das bei Bedarf sogar in allen Lebensbereichen.

Was ist ein „eigener Stil“?

Teure Designerstücke, der neueste Fashion-Trend oder eine klare Linie… woraus besteht der „eigene Stil“? Tatsache ist: Wer immer den Versuchungen der Werbung folgt, ist stets up to date. Doch ein individueller Stil lässt sich so nicht garantieren – jedenfalls nicht, wenn man mehr will als brandaktuell und massentauglich zu sein.

Wer sich nicht von Werbung, sondern von seinen Neigungen leiten lässt, hat gewissermaßen zwei Optionen:

  • Der Kleiderschrank beherbergt ein Sammelsurium an Farben, Schnitten und Stoffen und das Zuhause versammelt einen wilden Mix an Möbeln.
  • Jeder Kauf – Möbel, Kleidung, Accessoires – ist durchgeplant und folgt einem strikten Farb-, Material- oder Formkonzept.

Ist Option eins nun das Chaos und Option zwei der Stil? So einfach ist es nicht: Während Letzteres auch wie das sprichwörtliche Standbild aus dem Möbelkatalog wirken kann, entfaltet ersteres manchmal einen coolen Charme.

Wer authentisch ist, kann alles tragen

„Identity Styling“ ist das entscheidende Stichwort. Laut Wirtschaftslexikon24 versteht man darunter den harmonischen Abgleich der äußeren Erscheinung mit dem inneren Persönlichkeitsprofil. Anders gesagt: Wer sich selbst treu ist und sich gefällt, für den ist ein unverwechselbarer Stil nicht weit.

Authentisches Stilbewusstsein und schicke Fashion-Trends dürfen dabei nicht verwechselt werden: Denn Letztere ändern sich stetig, während echter Stil gewissermaßen zeitlos ist. Doch wie bilden wir diesen persönlichen Stil heraus? Wie erkennen wir, was wirklich zu uns passt, und wie halten wir dieses Konzept ein? Bei diesen Fragen helfen uns Stilberater und Stilberaterinnen weiter.

Warum sollte man in eine persönliche Stilberatung investieren?

Die Antwort lautet: Wer sich in seiner Haut wohlfühlen oder mit seinem Auftreten auch beruflich etwas erreichen will, der kann mithilfe eines Stilberaters oder einer Stilberaterin frischen Wind in Garderobe und Lifestyle bringen.

Professionelle Stilberatung wirkt dabei niemals nur punktuell: Sie ist – sowohl für Frauen als auch für Männer – als ganzheitliches Konzept zu betrachten:

  • Private Stilberatung kann für Outfit und Auftreten genauso erfolgen wie für Inneneinrichtung, Benehmen und Lifestyle. Besonders häufig ist allerdings die Beratung im modischen und kosmetischen Bereich, die sich nach einem individuellen Schönheitsideal für Wohlbefinden und Selbstbewusstsein richtet. Dabei geht es nicht darum, den Kunden oder die Kundin zu „verkleiden“: Wer beispielsweise gern Jeans trägt und dies auch als Stilelement beibehalten will, bekommt den passenden Schnitt ebenso empfohlen wie verschiedene Kombinationsmöglichkeiten, Farben und Materialien, die aus einer schlichten Jeans den perfekten Freizeitlook machen.
  • Berufliche Business-Stilberatung sorgt dagegen primär für Erfolg im Job. Hier konzentrieren sich die Stilberater darauf, dass ihr Kunde unverwechselbar und mit einer bestimmten Ausstrahlung auftritt. Kernpunkt der Beratung ist daher eine bestimmte zu vermittelnde Botschaft (zum Beispiel Seriosität, Vertrauenswürdigkeit, Macht). Das Beratungsspektrum reicht dabei von Kleidung, Frisur über sämtliche Statussymbole bis hin zu Image, Rhetorik und Körpersprache. Wer also auch beruflich an der Jeans festhalten möchte (und in einem Umfeld arbeitet, in dem dies toleriert wird), wird möglicherweise hinsichtlich seriöser Blazer und edler Accessoires beraten.

Wie flexibel ist guter Stil?

Stilberater und Stilberaterinnen schaffen kein starres Gerüst, mit dem sie ihre Kundinnen und Kunden beschränken. Vielmehr können zu einer definierten Hauptstilrichtung ein Ergänzungsstil sowie verschiedene Situationsstile für unterschiedliche Anlässe hinzukommen.

Ein gutes Beispiel ist hier etwa eine Rockabella: ihre modische Hauptstilrichtung sind die fünfziger Jahre. Ergänzend kann sie sich dann etwa auf den eher verspielten Petticoat-Stil mit schwingenden Röcken oder den sexy Pin-up-Look mit engen Pencil Skirts fokussieren. Der Petticoat oder das Pin-up-Kleid lassen sich je nach Farbe, Material, Muster und Schnitt auf verschiedene Situationen abstimmen. Mit den passenden Accessoires – etwa Ballerina vs. High Heel – bekommen beide Outfits noch einmal eine zusätzliche Note: So ist die Rockabella in jeder Lebenslage perfekt, angemessen und trotz – oder gerade aufgrund – ihrer Flexibilität stilsicher gekleidet.

>>>Lesetipp: Rockabilly als Lifestyle zwischen Subkultur und Modeerscheinung

Arten der Stilberatung

Erfolgreiche Stilberaterinnen und Stilberater haben ein sicheres Gespür für die individuelle Persönlichkeit ihres Kunden. Je nachdem, wie umfassend die Beratung erfolgt, empfiehlt die Stiftung Warentest (Check­liste: Das muss eine gute Ausbildung zum Farb-, Stil- und Image­berater bieten) auch soziologische Aspekte wie etwa Geschlecht und Alter genauso einzubeziehen wie soziale Komponenten (zum Beispiel die berufliche Tätigkeit) und/oder psychologische Aspekte (etwa der Grund für den Wunsch nach Beratung).

Modische Stiltipps

„Welche Kleidung passt zu mir?“, „Welcher Stil schmeichelt meiner Figur?“, „Welche Moderichtung passt zu meinem Körper?“ Das sind die Fragen, die besonders die Kundinnen bewegen und die bei einer authentischen Fashion-Stilberatung nach rein ästhetischen Gesichtspunkten eine wichtige Rolle spielen. Stärken vorteilhaft betonen und Schwächen kaschieren ist dabei das Motto.

Besonders häufig gefragt sind Stilberatungen daher u.a. bei:

  • A-Linie d.h. die „Birnenform“ mit schmalen Schultern und breitem Becken.
  • X-Linie d.h. die klassische „Eieruhr“ mit schmaler Taille und sehr weiblichen Formen.
  • Übergewicht bzw. großen Größen.

Doch nicht nur mollige Frauen suchen online oder bei einem persönlichen Gespräch Rat: Auch kleine Frauen oder bestimmte Altersklassen (zum Beispiel ab 40 oder ab 50 Jahren) sind häufig einem neuen, passenden Stil auf der Spur.

Besonders wichtige Themen neben der geeigneten Kleidung sind dabei

  • Frisur und
  • Make-up

– etwa für bestimmte Gesichtsformen oder bei grauen Haaren.

Ob Haarschnitt, Businessgarderobe oder persönliches Wohlbefinden durch den richtigen modischen Schnitt: Bei den Empfehlungen der Stilberater und Stilberaterinnen geht es nicht um Anpassung, sondern um Persönlichkeitsausdruck. Deswegen werden diese Faktoren ganz genau unter die Lupe genommen: Figur, Körperform und Farbtyp.

Stiltipps nach der Jahreszeiten-Typologie

Die Jahreszeiten-Typologie ist die bekannteste Einteilung bei der Bestimmung des neuen Farbspektrums. Sie unterscheidet nach warmen Typen (Frühling, Herbst) und kalten Typen (Sommer, Winter). Grob umrissen stellt sich diese Aufteilung so dar:

  • Frühlingstyp: Zu einer hellen Haarfarbe (honigblond, dunkelblond, rotblond, kupfer), heller Haut, heller Augenfarbe (graugrün, blau, bernstein) und eventuell vorhandenen Sommersprossen passen sanfte, warme und frische Farbtöne Hellgelb, Apricot, zarte Grüntöne, Crème/Naturweiß und – zum Kontrast – Dunkelblau und Schokobraun. Schmuck empfiehlt sich am besten aus Gold.
  • Sommertyp: Dieser kühle Farbtyp hat silber-, platin- oder aschblonde Haare, die in der Sonne silbern glänzen. Zur leicht bläulich oder rosa schimmernden Haut und den blauen, blau-grünen oder grauen Augen passen Pastelltöne, kühles Türkis, klares Gelb, Grau, Reinweiß sowie Pink und Violett. Als Material für die Accessoires eignet sich Silber.
  • Herbsttyp: Zu einem goldenen Hautgrundton, Augenfarben von Braungrün bis zu Dunkelbraun und meist den dunkleren Haarfarben passen intensiv leuchtende Erdtöne und gebrochenes Weiß. Wie beim Frühlingstyp sollte auch der Schmuck eher aus Gold als aus Silber sein.
  • Wintertyp: Mit weißer Haut sowie dunklen Haaren und Augen ist dieser „Schneewittchentyp“ wie gemacht für intensives Blau, Smaragdgrün, kaltes Zitronengelb, Schwarz und Weiß sowie für Silberschmuck.

Stiltipps für beruflichen Erfolg

Personalentscheidungen werden nicht nach optischen Kriterien getroffen – so lautet die offizielle Forderung. Dennoch entscheidet der erste Eindruck weiterhin (mit). Was bedeutet das nun? Muss frau sich für ein Bewerbungsgespräch nun durchgängig im taffen Businessoutfit präsentieren? Die Antwort lautet: Es kommt darauf an, was sie erreichen will und um welche Position es sich handelt.

So dreht sich die beruflich ausgerichtete Beratung um eine glaubwürdige Optimierung des gesamten Erscheinungsbildes und des individuellen Auftritts. Das Ziel ist dabei die überzeugende Darstellung der jeweiligen Persönlichkeit in Kombination mit einer ansprechenden Ausstrahlung und Wirkung – zugeschnitten auf den jeweiligen Job. Um diesen Effekt zu erreichen, wird eine Stil- und Imageberatung mitunter sogar mit einem Benimmtraining für angemessene Umgangsformen kombiniert.

Eins der wohl prominentesten Beispiele für eine erfolgreiche Beratung im beruflichen Bereich ist hier die „Umgestaltung“ der deutschen Kanzlerin: Fotos aus den 1980er und 1990er Jahren (siehe Portraitfotos auf www.bundeskanzlerin.de) zeigen Angela Merkel noch als graue, unscheinbare Maus – keine gute Voraussetzung für eine exponierte Position an der Spitze der Macht! Mit der Kandidatur für das Kanzleramt begann daher ein optischer Wandel, hinter dem eine professionelle Stilberatung steckt: Aus dem struppigen Kurzhaarschnitt wurde eine akkurate Frisur, und ein dezentes Make-up sowie klassisch-zeitlose Mode machten aus dem Mauerblümchen eine stilsichere Erscheinung. Für den finalen Schliff sorgen dabei die bunten Blazer der Kanzlerin (siehe Infografik „Kanzlermode“ auf stylelight.de): So wird sie als Staatsoberhaupt garantiert bei keinem politischen Anlass übersehen.

Übrigens ist Merkel auch ein perfekter Beweis dafür, dass Stilberatung (gerade im beruflichen Bereich) nicht unbedingt etwas mit der Zurschaustellung körperlicher Attraktivitätsmerkmale zu tun hat: Ihre tief dekolletierte Robe, mit der sie im Jahr 2008 bei den Bayreuther Festspielen auf weibliche statt auf machtpolitische Attribute setzte, erntete eher Verwirrung als Lob.

Wie gehen gute Stilberater vor?

Ein ausgeprägter Sinn für Ästhetik und die Ziele, die man erreichen will, sind der Ausgangspunkt jeder Stilberatung. Anders gesagt: Ein guter Stilberater verkleidet nicht und presst auch nicht alle Kunden in dasselbe Idealbild, sondern führt sie auf den individuell zu ihnen passenden Weg – „stilsicher“ eben.

Eine professionelle Beratung durch einen kompetenten Anbieter geht dabei weit über eine bloße Analyse hinaus: Entspricht ein Kunde etwa dem „Herbsttyp“, wird ihm nicht etwa nur eine Standard-Farbpalette in die Hand gedrückt. Stattdessen erfolgt eine detaillierte Beratung, deren Ergebnisse werden in der Regel auch schriftlich zusammengefasst werden: Diese sind dann so aufbereitet, dass der Kunde letztlich eine Übersicht (ein sogenanntes „Moodboard“) mit passenden Farb-, Schnitt-, Frisur- und Make-up-Vorschlägen erhält, die ihm zukünftig als Orientierungshilfe beim Einkaufsbummel oder Friseurbesuch zur Verfügung steht.
Doch wie sieht die Beratung nun genau aus? Das „volle Programm“ besteht hier aus drei Elementen – nämlich Farbberatung, Stilberatung und Imageberatung. Zum theoretischen Teil kommt dabei die praktische Umsetzung – sprich: Hilfe beim Kleiderschrankausmisten und/oder professionelle Beratung beim Shoppen der neuen Garderobe.

Die Farbberatung

Zur optimalen Farbanalyse sollte der Kunde ungeschminkt erscheinen; die Analyse wird außerdem bei tageslichtähnlichen Verhältnissen vorgenommen. Mit Bestimmungs- und Finaltüchern wird entsprechend des verwendeten Farbberatungskonzepts (zum Beispiel die Vier-Jahreszeiten-Typologie oder das Sechser-, Neuner- oder Zwölfer-Farbkonzept) für den Kunden ein individueller Farbpass zusammengestellt. Der Farbberater schöpft hier zusätzlich aus seinem Hintergrundwissen bezüglich Symbolik, Bedeutung und Wirkung von Farben, Farbnuancen und Farbrichtungen. Die Lieblingsfarben des Kunden werden ebenfalls einbezogen.

Die Stilberatung

Voraussetzung für eine tiefgreifende Stilberatung ist zunächst ein profundes Wissen über Stil und die Grundbegriffe der Mode. Dazu kommen Kenntnisse über Stoffe und die haptischen Qualitäten der Materialien. Mindestens genauso wichtig ist die Figuranalyse des Kunden: Wie ist seine Silhouette? Welche Proportionen sind gegeben? Welche Gesichtsform hat der Kunde? So werden Schritt für Schritt Kleidung, Frisur, Haarfarbe, Make-up und Accessoires in der individuell passenden Stilrichtung festgelegt.

Die Imageberatung

Hier spielen gesellschaftliches Rollenverständnis, die Benimm- und Etikettegrundlagen sowie Körpersprache und rhetorische Fähigkeiten eine wichtige Rolle. Dabei werden Persönlichkeit und Stärken des Kunden einbezogen. So entsteht ein stimmiges Gesamtbild im Auftreten, die für die Selbstdarstellung bei offiziellen Anlässen oder im Kundenkontakt maßgeblich ist.

Gute Stilberater und Stilberaterinnen erkennen

Derzeit gibt es noch keine professionelle Ausbildung oder anerkannte Zertifikate für Farb-, Image- und Stilberater; stattdessen wird in Kursen und Fortbildungen ein stilsicheres Gefühl für die Wirkung von Farben sowie für die passenden Materialien in Kombination mit dem richtigen Auftreten vermittelt. Verschiedene, erfolgreiche Stilberater teilen gerne Ihr Wissen und bieten auch Coachings oder Kursen für Interessierte.

Für dauerhaft umfassende Beratungen reicht ein Fortbildungskurs längst nicht aus: Kompetente Stilberater halten sich in Bezug auf aktuelle Entwicklungen in Mode und Kosmetik ständig auf dem Laufenden, um zeitgemäß beraten zu können.

Hier finden Sie ausgewählte Angebote für Stilberatung

- Artikel vom MjcuMDIuMjAxOA==

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