Wie Sie auch mit Blasenschwäche entspannt Sport treiben können © Irina L / pixabay.com Gesundheit

Etwa jede dritte Frau kennt das Problem: Man möchte sich mal wieder in Ruhe seinem Lieblingssport widmen, aber die Blase macht nicht mit. Gerade bei einer Belastungsinkontinenz kann körperliche Anstrengung schnell zum Alptraum werden. Und auch wenn viele Frauen (und Männer) betroffen sind: Noch immer wird diese Thematik aufgrund von Scham und Unsicherheit zu selten angesprochen. Lassen Sie uns über Blasenschwäche beim Sport reden, mit Mythen und Vorurteilen aufräumen und Lösungen finden, wie Sie dennoch entspannt Sport treiben können.

Blasenschwäche – Die Ursachen zu finden, ist der erste Schritt

Zuerst einmal: Auch mit einer Inkontinenz müssen Sie nicht auf Sport verzichten. Ganz im Gegenteil! Zwar gibt es einige Sportarten, die bei Blasenschwäche wenig geeignet sind, viele Angebote sind aber sogar hilfreich, um dem ungewollten Urinabgang zu vermindern oder den Beschwerden vorzubeugen.

Am Anfang sollte allerdings immer der Besuch bei einem Urologen stehen. Erst wenn die Ursache für die Blasenschwäche geklärt ist, können geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um das Problem zu anzugehen. Häufig liegt bei der Blasenschwäche einer Frau die Ursache in einer erschlafften Beckenbodenmuskulatur. Durch plötzlichen Druck, bei ruckartigen Bewegungen oder beim Springen können die Muskeln des Beckenbodens der Belastung nicht mehr standhalten, so dass der Inhalt der Blase nicht mehr gehalten werden kann. Es handelt sich um eine Belastungsinkontinenz, die gut behandelbar ist.

Häufig tritt der Harnverlust erst gegen Ende der Sporteinheit auf, wenn die Muskulatur ermüdet. Ein gezieltes Beckenbodentraining kann in diesem Fall die Beschwerden deutlich lindern oder sogar beheben. Um andere Ursachen auszuschließen, ist eine genaue Untersuchung notwendig, denn es gibt viele Auslöser für Blasenschwäche.

Und: Sie sind mit den Beschwerden nicht allein! In Deutschland leiden etwa neun Millionen Menschen unter einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Inkontinenz. Betroffen sind deutlich mehr Frauen als Männer. Und bei etwa 40% der Betroffenen tritt die Blasenschwäche bei ungewohnter Belastung auf. Nicht nur beim Sport, auch beim Niesen und Husten, beim Tragen von Lasten oder bei Bewegungen, die den Unterleib beanspruchen, kann Harn unkontrolliert abgehen.

Quelle: TENA.de bietet weiterführende, wissenswerte Informationen darüber, welche weiteren Dinge es bei einer Blasenschwäche zu beachten gibt. Außerdem erfahren Betroffene auf dem Portal, wie Sport im Alltag trotz Blasenschwäche möglich ist und warum Betroffene keine Angst vor Einschränkungen haben sollten.

Es ist übrigens ein Irrglaube, dass Blasenschwäche nur in der Schwangerschaft, nach der Geburt oder bei älteren Menschen auftritt. Schon junge Frauen leiden unter Inkontinenz – sie reden nur nicht darüber. Und das ist ein Fehler. Denn Blasenschwäche lässt sich mit einfachen Mitteln behandeln, wenn erst einmal die Ursache gefunden ist.

Welche Sportarten sind bei Inkontinenz nicht geeignet?

Grundsätzlich sind Sportarten, in denen Sie springen oder sich ruckartig bewegen, bei einer Blasenschwäche nicht geeignet. Dazu gehören unter anderem:

  • Joggen
  • Tennis / Squash
  • einige Kampfsportarten
  • Volleyball / Handball / Basketball
  • Crossfit
  • Aerobic
  • Gymnastik / Turnen
  • Ballett

Das bedeutet aber nicht, dass Sie für immer auf Ihren Lieblingssport verzichten müssen. Tritt zum Beispiel eine Blasenschwäche beim Joggen auf und ein gänzlicher Verzicht auf das Training ist undenkbar, gibt es Mittel und Wege, trotz Inkontinenz joggen zu gehen. Hilfreiche Tipps erhalten Sie weiter unten.

Welche Sportarten sind bei einer Blasenschwäche zu empfehlen?

Besteht eine Inkontinenz, sollten (vorerst) Sportarten gewählt werden, die den Beckenboden nicht belasten. Dazu gehören unter anderem:

  • Schwimmen
  • Radfahren (auf ebenen Strecken)
  • Wandern / Walken
  • Reiten

Studien haben belegt, dass besonders Radfahren und Reiten den Beckenboden trainieren und zur Verbesserung der Beschwerden beitragen. Interessante Informationen zum Reiten als Therapie zur Kontinenzförderung in der postnatalen Phase bietet unter anderem die Fachgesellschaft Stoma, Kontinenz und Wunde e.V.

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Regelmäßiges Reiten trainiert den Beckenboden und kann so das Ausmaß der Inkontinenz positiv beeinflussen. © Freepics4you / pixabay.com

Einige Sportarten können gezielt eingesetzt werden, um den Beckenboden zu stärken und so die Blasenschwäche zu lindern, beispielsweise

Für junge Mütter bieten sich Rückbildungskurse oder Kanga-Training für Mutter und Kind an.

Leiden Sie unter einer stark ausgeprägten Belastungsinkontinenz sollten Sie sich vom Arzt eine Physiotherapie verschreiben lassen. Einige Physiotherapeuten sind auf Frauengesundheit spezialisiert und helfen mit gezielten Übungen, den Beckenboden zu erfühlen und zu stärken.

Im Video wird erläutert, wie der Beckenboden gezielt trainiert werden kann:

Beckenboden-Übungen bei Blasenschwäche

Grundsätzlich gilt: Trainieren Sie regelmäßig, um die Beckenbodenmuskulatur dauerhaft zu stärken. Viele Betroffene erreichen so eine deutliche Verbesserung der Beschwerden.

Tipps für den Sport bei Blasenschwäche

Je nach Stärkegrad der Inkontinenz gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, den Harnverlust zu vermeiden oder zu minimieren. Betroffene, die trotz Blasenschwäche Sportarten wie Joggen oder Tennis nicht aufgeben möchten, sollten Sportschuhe mit optimaler Federung tragen, um die Stoßwirkung auf den Unterleib abzuschwächen. Zudem kann darauf geachtet werden, auf möglichst weichem Untergrund zu trainieren, beim Tennis zum Beispiel auf einem Sandplatz.

Achten Sie darauf, in den Stunden vor dem Sport keine harntreibenden Getränke wie Kaffee, Alkohol oder bestimmte Tees und Softdrinks zu sich zu nehmen und gehen Sie direkt vor dem Training zur Toilette.

Einige Hilfsmittel tragen dazu bei, sich beim Sport trotz Blasenschwäche sicher zu fühlen. Dazu gehören beispielsweise

  • Inkontinenz-Einlagen, zum Beispiel von Tena,
  • spezielle Vaginaltampons und
  • Pessare zur Stabilisierung des Blasenbodens.

Ärzte beraten dazu, welches Hilfsmittel für eine bestimmte Form der Blasenschwäche am besten geeignet ist. Die Kosten für einige Produkte werden gegebenenfalls sogar von der Krankenkasse übernommen. Nachfragen lohnt sich.

Wichtiger Hinweis: Trinken Sie trotz Blasenschwäche ausreichend! Während des Trainings (und auch im Alltag) auf Flüssigkeitszufuhr zu verzichten, kann ernsthafte gesundheitliche Folgen haben und bewirkt keine Besserung der Beschwerden.

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Ausreichend zu trinken, ist auch mit Blasenschwäche beim Training und im Alltag unerlässlich. © Studio-Fritz / pixabay.com

Allgemeine Tipps zum Umgang mit Blasenschwäche

Einige grundsätzliche Verhaltensregeln helfen, nicht nur beim Sport, sondern auch im Alltag besser mit einer Inkontinenz zurechtzukommen.

Ernähren Sie sich gesund! Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung trägt dazu bei, den Magen-Darm-Trakt zu entlasten, was auch der Blase und dem Beckenboden zugutekommt. Zudem sollten blähende Zutaten wie Kohl oder Zitrusfrüchte und scharfe Gewürze, die reizend und harntreibend wirken, gemieden werden.

Genug zu trinken, ist wichtig. Auf folgende Getränke sollte aber möglichst verzichtet werden:

  • Kaffee,
  • bestimmte Teesorten wie Schwarztee,
  • Alkohol,
  • Softdrinks, die Süßstoffe enthalten.

Diese Getränke wirken harntreibend und können die Beschwerden verstärken. Wenn Sie nicht ganz auf einen Kaffee am Morgen oder ein Glas Wein am Abend verzichten möchten, ist das vollkommen in Ordnung. Wie immer gilt: Die Menge macht’s!

Einige Lebensmittel gelten als blasenstärkend. Dazu gehören zum Beispiel Cranberrys und Kürbissamen. Ob und inwieweit diese helfen, sollte individuell ausprobiert werden. In einem Artikel der Deutschen Apotheker Zeitung finden sich weiterführende Informationen zu Studien über die Wirksamkeit von Kürbissamen auf Reizzustände der Blase.

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Cranberrys stärken die Blase, indem sie Bakterien ausschwemmen und Blasenentzündungen und entzündungsbedingte Blasenschwäche lindern und Beschwerden vorbeugen. © misskursovie2013 / pixabay.com

Belastungsinkontinenz beim Sport – Ein lösbares Problem!

Sie sehen, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, trotz Inkontinenz Sport zu treiben und sich dabei wohl zu fühlen. Wichtig ist nur, im Vorfeld die Ursachen abzuklären. Sollten Sie unter einer Belastungsinkontinenz leiden, werden Sie mit dem richtigen Training für den Beckenboden schon nach wenigen Wochen eine Verbesserung spüren. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

- Artikel vom MjEuMDEuMjAyMA==

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