Zuhause kochen wie im Restaurant – Zehn Tipps für angehende Hobby-Köchinnen Essen & Trinken

Der kulinarische Genuss à la carte, der uns gedanklich an unsere Sehnsuchtsorte entschwinden lässt und die gemeinsame Zeit mit den Liebsten in wohligem Ambiente – kaum etwas verleiht unserem Alltag eine kräftigere Note Urlaub als ein Besuch im Restaurant. Doch auch hier begleitet uns in Zeiten der Pandemie ein bitterer Beigeschmack. Unser Rat an alle Hobby-Gourmets, die dennoch nicht auf Gaumenfreuden mit Restaurantflair verzichten wollen: Schürze anlegen und selbst den Kochlöffel schwingen. Hier ein paar Tipps, wie man auch zuhause richtig kocht und die Geschmacksknospen zum Blühen bringt.

Kochtipp 1: Die richtigen Zutaten verwenden – Qualität schmeckt man!

Guter Geschmack ist kein Zufall – weder im Restaurant noch beim Kochen zuhause. Deshalb landen in guten Restaurants vor allem frische, schmackhafte Zutaten auf den Tellern. Der erste Schritt zu einem gelungenen Schlemmermahl besteht also im Kauf der richtigen Lebensmittel:

Gemüse und Obst schmeckt frisch am besten – so setzen Profiköche vor allem auf saisonale Produkte aus der Region. Die auf heimischen Äckern angebauten Lebensmittel können deutlich länger auf den Feldern reifen als Importwaren mit langen Transportwegen und entwickeln dadurch ein deutlich intensiveres Aroma. Wer in den heimischen Gemüsegärten noch unbewandert ist, findet online zahlreiche Kalender für saisonales Gemüse und Obst.

Biofleisch ist gesünder und intensiver im Geschmack, denn Tiere, die auf Biohöfen großgezogen werden, genießen deutlich bessere Lebensumstände als ihre Artgenossen in konventionellen Zuchtbetrieben: natürliches Rau- statt Kraftfutter, regelmäßiger Auslauf auf Wiesen und Weiden sowie deutlich mehr Raum und Bewegungsfreiheit im Stall. Der positive Effekt: Biofleisch verfügt über einen höheren Fettanteil sowie mehr gesunde Omega-3-Fettsäuren – und da Fett ein Geschmacksträger ist, mundet Biofleisch uns ganz einfach besser. Nicht zu vergessen ist die psychische Komponente: artgerechte Haltung und Bio-Tierzucht lassen sich besser mit unserem Gewissen vereinbaren – und was dem Gewissen schmeckt, schmeckt auch dem Gaumen.

Kräuter und Gewürze bieten uns unzählige Möglichkeiten, selbstgekochte Speisen mit interessanten Geschmacksnoten zu versehen (und im Notfall auch zu retten). Hier ein paar grundlegende Tipps, worauf man beim Griff ins Gewürzregal achten sollte:

  • Auf exotische Salzsorten wie etwa Himalaya-Salz (das übrigens gar nicht aus dem Himalaya stammt) kann man getrost verzichten, denn diese führen geschmacklich zum selben Ergebnis wie das weitaus günstigere Steinsalz aus heimischer Salzgewinnung.
  • Pfeffer sollte ausschließlich in ganzen Körnern gekauft werden – gemahlener Pfeffer verliert schnell an Aroma, da im zerkleinerten Zustand die geschmacksgebenden ätherischen Öle der Pfefferbeeren entfliehen.
  • Basilikum, Schnittlauch, Petersilie und Dill sollten aufgrund ihres flüchtigen Aromas immer frisch im Bund oder Topf gekauft werden.
  • Majoran, Oregano, Rosmarin und Thymian hingegen sind getrocknet intensiver im Geschmack.

Speiseöle unterscheiden sich je nach Sorte und Güteklasse ganz wesentlich in puncto Geschmack und Nährstoffgehalt, ebenso wie in ihrer Hitzebeständigkeit und ihres Rauchpunkts. Wichtig: Besonders beim Braten sollten Küchenneulinge auf die Wahl des passenden Öles achten. Warum? Weil Öle sich bei hohen Temperaturen zersetzen und gesundheitsschädliche Stoffe abgeben können. Entwickelt sich beim Braten leichter Rauch, ist das ein klares Zeichen dafür, dass das Öl zu stark erhitzt wurde – in diesem Fall sollte dieses unbedingt entsorgt werden.

  • Natives Olivenöl ist eine gute Wahl für die Zubereitung von Gemüse, Fisch und Fleisch bei mittleren Temperaturen (160-180 °C).
  • Rapsöl, Sonnenblumenöl und Distelöle (High-Oleic-Öle) eignen sich für besonders hohe Temperaturen (180-230 °C), also auch fürs Frittieren, das Kochen mit Woks sowie die Zubereitung von Schnitzeln, Steaks und Koteletts.
  • Kürbiskernöl, Leinöl und Walnussöl sollten hingegen nicht erhitzt werden, machen sich dafür ausgezeichnet in kalten Gerichten, Salaten und Dressings.

Käse – zugegeben, die Verlockung, geraspelten Käse aus der Tüte zu verwenden, ist groß, da dieser meist billiger ist und zugleich der Abwasch der Käsereibe entfällt. Wem das Aroma jedoch ein größeres Anliegen ist als der Preis und Bequemlichkeit, sollte lieber zu Käse am Stück greifen. Dieser ist zudem länger haltbar – denn Tütenkäse wird aufgrund der größeren Oberfläche der Raspeln schnell zum Brutplatz für Bakterien und Schimmelpilze, die sich häufig bereits der Herstellung in die Tüte verirren.

Kochtipp 2: Nach Rezepten kochen

Ein gutes Rezept macht das Kochen zum Spaß. Bild ©Bru-No/pixabay.com
Ein gutes Rezept macht das Kochen zum Spaß. Bild ©Bru-No/pixabay.com

Kochen macht unglaublich Spaß – zumindest, wenn alles so klappt wie erhofft. Doch Überraschungsmomente unter der Dunstabzugshaube lassen sich glücklicherweise ganz einfach vermeiden. Alles, was man dazu braucht, ist ein Rezept. Denn Zutatenlisten, ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen und präzise Mengenangaben sind der beste Freund und Helfer einer jeden Kochnovizin. Unser Rat: Kochrezepte immer schon vorab einmal komplett durchlesen. So wird man während des Kochens nicht von unerwarteten Arbeitsschritten oder gar fehlenden Küchengeräten und Zutaten überrascht.

Zudem helfen Rezepte, die eigene Kreativität anzukurbeln und sie liefern die ersehnte Inspiration, wenn man ohne Rat und Tat versucht, einen abwechslungsreichen Wochenkochplan zu erstellen. Immerhin gibt es in der Welt der Kulinarik zahlreiche Schätze zu entdecken, die erprobt werden wollen. Wir Schlemmerinnen vom Frauenparadies haben uns zum Beispiel erst kürzlich in zwei Artikeln der japanischen Küche und selbstgemachter Pasta gewidmet. Zugegeben, selbst Pasta zu machen, erfordert etwas Geduld – doch auch wenn die Zeit zu knapp ist, um herumzuexperimentieren: im Netz finden sich zahlreiche Portale und Kochforen mit tollen Ideen und Rezepten für ausgewogene Gerichte, die sich auch zuhause und ohne langjährige Küchenerfahrung rasch und einfach zubereiten lassen.

Kochtipp 3: Mit den richtigen Küchenutensilien arbeiten

Mit der richtigen Ausrüstung spart man Zeit, Nerven und Pflaster. ©Katrina_S/pixabay.com
Mit der richtigen Ausrüstung spart man Zeit, Nerven und Pflaster. ©Katrina_S/pixabay.com

In Restaurantküchen findet man zweifellos deutlich mehr Küchenutensilien und Hilfsgeräte als im privaten Haushalt – aber wer braucht schon einen Flambierbrenner? Für das Kochen zuhause ist eine solide Grundausstattung tatsächlich vollkommen ausreichend. Dazu zählen unter anderem:

  • Scharfe Messer – stumpfe Klingen sorgen für Frust und erhöhen das Verletzungsrisiko!
  • Schneidebretter – am besten ein großes Holzbrett für das Schneiden von Gemüse, Obst und Brot sowie ein weiteres Brett aus Kunststoff für Fleisch und geruchsintensive Lebensmittel wie Fisch, Knoblauch und Zwiebeln.
  • Kochtöpfe – mit je einem Topf im Klein-, Mittel- und Großformat ist Frau bestens gewappnet.
  • Pfannen – wichtig ist eine große Pfanne mit etwas höherem Rand (perfekt für das Kochen großer Mengen Nudelsaucen) sowie eine kleine Pfanne für beispielsweise Spiegeleier oder Gerichte, für die Zutaten auf unterschiedlicher Temperatur gebraten werden müssen. Tipp: in beschichteten Pfannen kleben und brennen die Zutaten nicht so schnell an.
  • Küchenhelfer – ohne ins Detail zu gehen: Kochlöffel, Pfannenwender, Messbecher, Sieb und Schneebesen sollten in keiner Küche fehlen.
  • Schüsseln – wer kocht, muss auch gelegentlich Zutaten zwischenlagern oder verrühren. Das gute Porzellan sollte man jedoch lieber in der Vitrine stehen lassen. Perfekt für den Kücheneinsatz, da robust und hygienisch, sind Schüsseln aus Edelstahl.
  • Kastenreibe – beim Abwasch zwar äußerst unbeliebt, jedoch ein großartiges Allrounder-Gadget für das Zerkleinern von Zutaten wie Gemüse und Käse.

Tipp: Die richtige Reinigung ist enorm wichtig. Messer sollten stets händisch abgewaschen werden, damit die Klingen scharf bleiben. Auch hölzerne Schneidebretter sollte man nicht maschinell spülen, da das Holz den hohen Temperaturen nicht standhält und verkrümmt. Schneidet man Fleisch oder Fisch, sollte man das Schneidebrett anschließend mit Salz einreiben. Das Salz zieht den Fleischsaft aus dem Brett – auf diese Weise lassen sich unangenehme Gerüche und Verfärbungen vermeiden.

Kochtipp 4: Online nach Küchen-Hacks suchen

Aller Anfang ist schwer – so steht man auch beim Kochen zuhause immer wieder vor kleinen Hürden: Wie entkern ich Granatäpfel, ohne mich dabei von Kopf bis Fuß mit roten Saftflecken zu übersäen? Wie zerkleinere ich Knoblauchzehen ohne Presse? Und wie schäle ich Ingwer, ohne die halbe Knolle in den Abfall wandern zu lassen? Unabhängig davon, ob es am passenden Utensil oder an Erfahrung fehlt, die Schwarmintelligenz kennt und teilt ihre Kitchen-Hacks und Tricks in diversen Internet-Kochforen und sozialen Medien. Das Beste an den Hacks: Neben Zeit und Frust spart man mit diesen auch häufig noch Geld für das sonst oft teure Küchen-Equipment.

Kochtipp 5: Kochen mit System: Mise en Place

Wenn beim Kochen Chaos ausbricht und die Nerven blank liegen, liegt dies womöglich an mangelnder Vorbereitung und Organisation. Auch hier hilft es, einen Blick auf die Gepflogenheiten der Küchenprofis zu werfen, allen voran auf das Arbeitsprinzip „Mise en Place“. Wie der Name schon anklingen lässt, stammt der Begriff aus dem Französischen und bedeutet so viel wie „an den richtigen Platz stellen“.

In der Praxis funktioniert Mise en Place wie folgt: Noch bevor der Herd angeworfen wird, werden alle Zutaten kleingeschnitten und beispielsweise in kleinen Schüsseln bereitgestellt, und zwar in einer Anordnung, die der Reihenfolge entspricht, in der die Zutaten später zu verarbeiten sind. Auch lohnt es sich, alle benötigten Küchenutensilien nach diesem Prinzip parat zu legen – so kann man sich beim Kochen, Braten und Dünsten voll und ganz auf das Wesentliche fokussieren. Klingt nach viel Aufwand? Ganz im Gegenteil – tatsächlich lässt sich mit Mise en Place auch beim Kochen zuhause jede Menge Zeit sparen (sowie Frust und Chaos vermeiden).

Kochtipp 6: Auf Temperatur und Timing achten

Timing und Temperatur sind das A und O des Kochens. Ein häufig begangener Fehler besteht darin, stets auf höchster Temperaturstufe zu garen, um dem Herd möglichst schnell wieder den Rücken kehren zu können. Doch merke: Kochen ist kein Wettrennen – und hohe Temperaturen führen nicht immer zum Ziel. Hier ein paar Beispiele: Zwiebeln schwitzt man auf mittlerer Stufe an, Gemüse dünstet man bei niedrigen Temperaturen und Fleisch sollte man, wenn nötig, nur ganz kurz „scharf“ anbraten. Herrscht Unsicherheit darüber, wie lange und heiß etwas kochen oder schmoren soll, hilft es, einen kurzen Blick auf die Packungshinweise zu werfen oder sich einfach an ein Rezept zu halten.

Übrigens: Um Fleisch schön gleichmäßig zu braten oder grillen, empfiehlt es sich, dieses schon rund ein bis zwei Stunden bevor der Kochprozess beginnt, aus dem Kühlschrank zu nehmen und bei Raumtemperatur ruhen zu lassen. Dadurch gelangt die Hitze beim Garen schneller in die inneren Schichten.

Kochtipp 7: Abschmecken, würzen, verfeinern

Kräuter und Würze verleihen dem Essen Charakter - doch die Dosis macht den Genuss.
Kräuter und Würze verleihen dem Essen Charakter - doch die Dosis macht den Genuss.

Hunger ist zwar das beste Gewürz, so ganz ohne Salz, Pfeffer und Co. wirken dennoch die meisten Gerichte etwas fade. Fehlt es an Würze, genügt häufig schon die Zugabe der obligatorischen Prise Salz oder etwas Säure, um einem Gericht die gewünschte Geschmacksintensität zu verleihen. Für mehr Säure sorgt man übrigens ganz einfach mit ein paar wenigen Tropfen Zitronensaft oder Essig. Aber Vorsicht: Sowohl Salz als auch Säure bewirken schon in geringen Mengen aromatische Wunder. Die Devise lautet also: Vorsicht walten lassen und abschmecken.

Ebenso ist bei frischen und getrockneten Kräutern auf die richtige Dosis zu achten, schließlich soll der Eigengeschmack des Gerichts nicht überdeckt werden. Hier gilt als Faustregel:

  • Bei frisch zerkleinerten Kräutern reicht ein halber bis maximal ein gestrichener Teelöffel pro Portion (je nach Geschmacksintensität des Gewürzes).
  • Bei getrockneten Kräutern genügt bereits eine Prise pro Portion (also jene Menge, die man zwischen zwei Fingerspitzen halten kann).

Kochtipp 8: Auf die Tellerkomposition achten

Das Sprichwort „das Auge isst mit“ klingt zwar nach einer Binsenweisheit, sollte jedoch beim Anrichten selbstgekochter Gerichte viel öfter bedacht werden. Schon der erste Anblick einer Mahlzeit entscheidet ganz maßgeblich über unsere Esslust und den Genuss, den wir beim Verzehr der Speise empfinden. Das liegt daran, dass unsere Sinne eng miteinander verknüpft sind – so ist es nicht ausschließlich unser Geschmackssinn, der beim Essen zum Tragen kommt: Wir nehmen Gerüche wahr, tasten und fühlen Konsistenzen, und hören es knacken und krachen, wenn wir etwa auf knusprige Croûtons beißen. Es ist also die Summe all dieser Sinneseindrücke, die unser Geschmackserlebnis formt.

Unsere Empfehlung: eine moderate Menge an Essen macht optisch einen besseren Eindruck als ein überfüllter Teller. Zudem bleibt so auch etwas Platz für die ein oder andere essbare Deko wie etwa ein paar Fruchtspalten, Basilikumblätter oder zierende Blumen und Blüten.

Kochtipp 9: Passende Speisebegleitung servieren

Der Klassiker unter den Speisenbegleitern ist zweifellos Wein. Den passenden Tropfen zu finden, will jedoch gelernt sein. Die wohl bekannteste Faustregel rät zu leichtem Wein für leichte Speisen und zu kräftigem Wein für kräftige Speisen. Gänzlich falsch ist dies zwar nicht, allerdings sollten die Aromen des Weins auch mit den Hauptzutaten des Gerichts harmonieren. Im Zweifel gilt es jedoch ganz einfach dem lokalen Weinhandel einen Besuch abzustatten – denn neben ein paar hilfreichen Tipps zur richtigen Weinbegleitung lässt sich hier auch gleich der entsprechende Tropfen ergattern.

Ganz nebenbei: Es muss nicht immer Wein sein. Auch Bier, wie beispielsweise ein leichtes, kühles Pils, ist hierzulande eine beliebte Wahl; serviert man gar mehrere Gänge, weil etwa Gäste geladen sind, kann ein kleiner Aperitif zum Einstieg den Dinner-Abend groß eröffnen – schließlich regt Alkohol neben dem Appetit auch gute Stimmung an. Zu den gängigsten Mixturen zählen unter anderem Martini Dry, Gin Tonic, Campari Soda, Aperol Spritz, Hugo und Kir Royal.

Unsere Empfehlung: Wo der Alkohol fließt, ist auch Wasser gefragt. Deshalb empfehlen wir, Wassergläser und eine Karaffe Mineralwasser bereitzustellen; so kann sich jeder Gast stets selbst mit dem Durststiller versorgen.

Kochtipp 10: Wohlfühlatmosphäre schaffen

Das Ambiente eines Restaurants nachahmen? Ganz ehrlich: Das muss nicht sein. Denn worauf es wirklich ankommt, ist eine einladende Raumatmosphäre, in der man sich wohl fühlt. Hierfür können schon kleine Dinge Großes bewirken. Ein paar Beispiele:

  • Servietten sind genauso funktionell wie Küchenrolle, aber sehr viel schöner.
  • Gedimmte und indirekte Beleuchtung verleiht dem Raum mehr Gemütlichkeit.
  • Kerzen und eine kleine Vase mit Blumen bringen Romantik zu Tisch.
  • Mit Musik lässt sich Urlaubsflair schaffen. Unsere Empfehlung: einfach dem Motto des Abends treu bleiben. Es gibt Pasta? Dann sorgen die Evergreens von Adriano Celentano und Gianna Nannini für die perfekte, mediterrane Klangkulisse.

Dann bleibt nur noch zusagen: Wohl bekomm’s und an die Herde, fertig, los!

- Artikel vom MDguMDkuMjAyMA==

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