Interview mit einer Unternehmerin: Andrea SauerBerufsleben / Mein Beruf

Diesmal wurde uns ein Interview mit Andrea Sauer von suedamerika-reisportal.de  angeboten. Gerne haben wir zugestimmt. Denn sowohl das Thema als auch die Story eine Unternehmerin und ihrer Gestehungsgeschichte etwas ist, das wieder einmal Beachtung verdient, wie wir finden. Wir hoffen unsere Leserinnen (und Leser) finden das auch?

Feedback und/ oder Interviewpartner sind unter redaktion@frauenparadies.de immer willkommen.

Jetzt aber zum Interview

Andrea, Du hast Dich für die Selbstständigkeit entschieden, als Du gerade eine junge Mutter mit zwei kleinen Kindern warst. Wie kam es dazu?

Ein Freund kam auf meinen Mann und mich mit der Geschäftsidee eines Reiseportals zu und fragte uns, ob wir Interesse hätten eine gemeinsame Firma zu gründen. Zu dem Zeitpunkt war ich gerade in Elternzeit mit meinem zweiten Kind und wusste, dass in meinen angestellten Beruf große Veränderungen anstehen würden, wenn ich zurückkehre. Dagegen stand nun dieses Angebot einer eigenen Firma, mit allen Vor- und Nachteilen, die damit verbunden sind. Letztendlich hat mich die Idee aber so begeistert, dass ich das Risiko eingegangen bin. Mein Mann war eh schon selbstständig, für ihn war es keine Umstellung, aber es war natürlich schon die Frage, ob wir es ohne festes Einkommen schaffen können.

Wie hast Du dann die Anfangszeit empfunden? Haben die Vor- oder die Nachteile überwogen?

Das kann man so pauschal eigentlich nicht sagen. Da wir von Anfang an das Unternehmen so aufgebaut haben, dass wir alle im Homeoffice arbeiten, auch unsere Mitarbeiter und Praktikanten, hatte ich natürlich den Vorteil, immer bei den Kindern sein zu können, wenn mal eines krank war oder der Kindergarten Ferien hatte. Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf habe ich diesen Vorteil sehr genossen. Andererseits hat man eigentlich nie richtig Feierabend, das musste ich erst lernen, die Arbeit irgendwann dann auch mal für den Tag komplett abzuhaken. Eine Erfahrung, die im Moment ja sehr viele Berufstätige im Homeoffice machen.

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Ein Nachteil ist natürlich, dass ein neu gegründetes Unternehmen nicht gleich bombig läuft, sondern man erstmal eine Anlaufphase hat. Und man in der ja nie weiß, ob man erfolgreich sein wird oder nicht. Das muss man aushalten können. Außerdem musste ich mir damals sehr viele Dinge selbst beibringen, Suchmaschinenoptimierung und Social Media zum Beispiel. Das war zwar anstrengend, aber auch sehr interessant und fordernd. Das mag ich bis heute an der Selbstständigkeit, dass man sich nicht auf Erreichtem ausruhen kann, sondern sich immer weiterentwickeln muss.

Warum ist es denn ausgerechnet ein Reiseportal für Lateinamerika geworden?

Das war eigentlich von Anfang an klar, mein Mann war sowieso schon in diesem Bereich tätig, es bestanden also schon einzelne Kontakte. Außerdem ist das einfach „unser“ Kontinent, den wir schon viele Male besucht und lieben gelernt haben. Für unsere Diplomarbeit haben wir ein halbes Jahr in Chile gewohnt und danach sind wir eigentlich nie wieder von der Mentalität, der überwältigen Natur und der Kultur weg gekommen.

Demnach ist Chile Dein Lieblingsland?

Auch wenn es immer schwierig ist, zu vergleichen, weil jedes Land seine eigenen Highlights hat und mich bisher auch wirklich jedes bereiste Land auf seine Art begeistert hat, hängt an Chile mein Herz am meisten. Das hat auch damit zu tun, dass wir dort einen ganz engen Kontakt zur Bevölkerung hatten und eine Gastfreundschaft erleben durften, die wir so bis dahin nicht kannten. Jeder noch so arme Bauer hat seine Türen für uns geöffnet, wir wurden immer zum Essen, zu etwas zu trinken und teilweise sogar zum Übernachten eingeladen. Viele tolle Gespräche haben sich so ergeben und die Menschen waren so dankbar, dass wir uns für ihre Situation interessiert haben, das war eine tolle Erfahrung!

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Aber natürlich hat uns auch die spektakuläre Natur begeistert! Die Gletscher, Regenwälder, türkisfarbenen Seen, die Gipfel der Anden um uns herum – das ist unvergesslich.

Würdest Du als Mutter von zwei Kindern anderen Familien eine Fernreise nach Lateinamerika empfehlen?

Natürlich kann man mit Kindern, gerade auch etwas älteren, sehr gut nach Lateinamerika reisen. Allerdings gibt es dabei schon ein paar Sachen zu bedenken, bzw. die Reise anders zu organisieren als bei einer Reise für eine Erwachsenengruppe. Man sollte die Entfernungen nicht unterschätzen, zumal in manchen Bereichen der Zustand der Straßen nicht die Geschwindigkeit zulässt, die man prinzipiell zum Berechnen heranzieht. Auch ist es sinnvoll, nicht jeden Tag die Unterkunft zu wechseln, sondern einige Tage am selben Ort zu bleiben. Es gibt auch Familienreisen in einer kleinen Gruppe mit Gleichgesinnten. Das hat den Vorteil, dass auch Dinge, die man privat nicht verwirklichen kann, im Programm aufgenommen werden: der Besuch einer Schule zum Beispiel oder ein gemeinsames Fußballspiel mit Kindern vor Ort. Daneben gibt es viele spannende Dinge, die man mit Kindern unternehmen kann und die alle Beteiligten spannend finden: unbekannte Früchte probieren, lernen wie Kakao angebaut wird, exotische Tiere beobachten oder fremde Kulturen kennen lernen. Das begeistert wissensdurstige Kinder genauso wie Erwachsene!

Danke Andrea Sauer, und weiterhin viel Erfolg.

Hier finden Sie Inspirationen zum Thema Familienreisen in Südamerika

https://www.suedamerika-reiseportal.de/kategorien/familienreisen/.

- Artikel vom MDcuMDYuMjAyMQ==

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